„Wir wissen, ihr musstet schon einiges ertragen: Regen, Matsch, Männer in Röcken und Dudelsäcke.. aber dafür entlohnen wir euch jetzt!“

Wacken_2015_W-im-HimmelSo oder so ähnlich hat der Sänger von der Bremer Band Mantar am Donnerstagabend um halb Elf sein Mitleid bekundet. Denn trotz verkauften 75.000 Tickets konnten nicht alle Festivalbesucher des Wacken Open Air (kurz W:O:A) fristgerecht anreisen. Das komplette Gelände war seit Mittwoch, dem offiziellen Anreisetag, unter einer Unwetterwolke begraben und versank in Regen und Matsch.
Trotz dessen wollte die gute Laune unter den Festivalbesuchern nicht abreißen. Es wurde getrunken, es wurde gefeiert und es wurde geheadbanged. Und ich mittendrin. Mit meiner Mutti.
Wie das alles so en détail aussah könnt ihr hier nachlesen!

Wacken_2015_Pia-im-Schlamm

Wacken 2015 – Knietief im Matsch

Trotz des Wetters und blöder Komplikationen mit der Anreise sind wir nicht abgehauen. Nein, wir haben gleich in den ersten Stunden nette Menschen kennengelernt, die uns eine Nacht lang in ihrem Zelt aufgenommen haben. Es hat einfach wie aus Eimern gepisst und der Boden war komplett aufgeweicht. Auf der Matschepampe konnten wir unser Zelt leider nicht aufschlagen. Aber Glück gehabt. Dank der Hilfe konnten wir uns am nächsten Tag häuslich einrichten und uns richtig dem Wackenfeeling hingeben. Wacken_2015_Zelte-im-SchlammWir hatten uns schon fast geschämt unsere bunten Regencapes mitzunehmen. Auch die Gummistiefel in Türkis und Lila waren nicht unsere erste Wahl. Gott sei Dank hat die Vernunft das Modebewusstsein besiegt. So sind wir noch am Anreisetag dem Scheißwetter entgegengetreten.

Meine Essentials für das Wacken 2015:
  • Regencape
  • Gummistiefel
  • Ohrstöpsel
  • Wollsocken

Wacken_2015_Gruppe-im-Schlamm

Wacken 2015 – Familientreffen im matschigen Norden

Hier sind so gut wie alle Besucher eine große Familie. Ganze Freundeskreise schaffen es sich binnen weniger Stunden nach dem Wacken Festival direkt die Karten für das nächste Jahr zu besorgen. Es ist ein bisschen wie ein riesiges Familientreffen. Mit Bier. Sehr viel Bier.

Wacken_2015_Leoparden-am-Becksstand
Die Bemühungen sind wirklich so toll. Man merkt, dass vielen dieses Festival wirklich ans Herz gewachsen ist. Die Autos und Busse sind schon auf der Hinfahrt geschmückt. Viele haben ein mit Panzertape geklebtes W:O:A auf der Heckscheibe. So hupt man sich schon auf der Autobahn freundschaftlich zu. Auch die Vorbereitungen was Campingplatz-Atmosphäre und Kostüme angeht sind ein Traum.

Wacken_2015_angemalter-Bus Viele sind natürlich leidenschaftliche Metalheads mit schwarzen Klamotten, langen Haaren und Springerstiefeln. Viele aber auch ganz leger.

Wacken_2015_die-Bären

Wacken 2015 – Heavy Metal

Ich hatte ein bisschen Angst, dass es vielleicht zu hart für mich und meine Mutter sein könnte. Zu viel Heavy Metal. Ich meine, wir reden hier über T-Shirt-Druck-Größen wie Cannibal Corpse, Dream Theater und Judas Priest. Die ersten beiden Tage auf dem Wacken 2015 war ich überrascht. Die Musik war nicht viel lauter als auf anderen Elektro- oder Indie-Festivals!

Wacken_2015_mit-dem-vom-BierstandDas erste Mal Ohrstöpsel brauchte ich beim Mantar Konzert. Ansonsten geht Lautstärke-technisch alles recht human zu. Wenn man nicht unbedingt in der ersten Reihe steht.

Wacken_2015_Festivalgelände

Wacken 2015 – Ein Spaziergang durchs Dorf

Was bei keinem Wacken-Wochenende fehlen darf ist der Besuch im Dorf. In Wacken. Denn den Namen hat das Festival von der kleinen Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein. Mit viel Liebe und Hingabe bereiten die Bewohner jedes Jahr kleine nette Stände für die Metalheads vor.

Wacken_2015_Happy-Höllenschiss Hier gibt es ein bisschen mehr Ruhe abseits vom Festivalgelände. Außerdem Hausmannskost, günstigeres Bier und Kaffee und Kuchen mit den Anwohnern. Perfekt kann man hier mit den anderen Erschöpften auf dem Bürgersteig sitzen und Leute gucken. Lohnt sich. Ich habe zum Beispiel Kiss entdeckt! I was made for loving them!

Wacken_2015_Kiss

Wacken 2015 – Speis und Trank

Ich liebe, liebe, liebe Mittelaltermärkte. Bevor ich zum Wacken 2015 bin, wusste ich nichts. Besonders nicht, dass es dort ein ganzes Wackinger Village gibt!

Wacken_2015_tanzende-MädchenDort gibt es Sau am Spieß, Met in verschiedensten Sorten, Schaffelle zum Umhängen und gute Laune. Alles wird in Silberlingen bezahlt und es herrscht eine ganz besondere Stimmung.

Wacken_2015_Sau-am-Spieß
Abseits davon gibt es natürlich auch die normalen, tollen Festivalstände. Erwähnenswert finde ich noch den sehr, sehr, sehr guten Kaffee bei Wacken Kaffee. Eine deutliche Verbesserung des Morgens! Jedes Jahr wurde unterschiedlich geröstet und das ganze gibt es hübsch verpackt zu kaufen.

Wacken_2015_Jägermeister-Gasthof-02Auch der Gasthof „Zum röhrenden Hirschen“ von Jägermeister ist für manche Festivalbesucher ein Muss. Denn wenn der Hirsch aus der 15 Meter hohen Kuckucksuhr röhrt, weiß inzwischen jeder Bescheid: Der Jägermeister Gasthof lädt ein, um Festivalgängern die Umbaupausen mit kühlen Shots und jeder Menge Action zu verkürzen. Hier gibt es – was wohl? Jägermeister. Als Shot oder als Longdrink mit Cola, Energy, Orangensaft oder Tonic Water. Tonic Water klingt erstmal verrückt, ist aber ganz gut. Leider ist auch der Jägermeister Gasthof im Matsch versunken und nur die Mutigsten haben es geschafft den Schlammgraben zu überqueren. Belohnt wurden die tapferen Schlammkämpfer mit einem Schnaps, der schön von innen gewärmt hat und mit den  legendären Wohnzimmerkonzerten und wilden Partys mit den Lieblingsacts zum Anfassen: Livesets von Bilderbuch, Kid Simius und Max Herre, Auftritte von den Donots, Eskimo Callboy und Mambo Kurt sind nur einige der Sets, die den Gasthof in den letzten Jahren zum Beben gebracht haben.

Wacken_2015_Jägermeister-Gasthof

Wacken 2015 – Killing Me Softly

Mir hat das Wochenende auf dem Wacken, abgesehen vom Wetter, ziemlichen Spaß gemacht. Es ist natürlich lästig, wenn man für jede Strecke doppelt so viel Zeit einplanen muss. Nur wegen der langsamen Fortbewegung. Aber alles in allem war es ein sehr schönes Erlebnis!

Wacken_2015_schlammige-Straße
Was mich am meisten überrascht hat war wirklich, dass es für mich nicht ansatzweise die Vorstellung eines Metal-Festivals erfüllt hat. Von der Stimmung und der Härte der Musik war das alles noch sehr im kuschligen Bereich. Auch wurde viel Rockmusik gespielt. Aber höchstwahrscheinlich hatte ich einfach ein falsches Bild im Kopf.

Wacken_2015_WackenZeichen-im-SchlammAuf dem Wacken 2015 ging es nirgendwo ohne Gummistiefel hin.

Wacken_2015_Zeltplatz-im-SchlammAlle Campingplätze sind im Matsch versunken.

Wacken_2015_WackenKaffee Mein morgendliches Wacken 2015-Ritual. Mit Wacken Kaffee!

Wacken_2015_SchlammSchlamm so weit das Auge reicht!

Wacken_2015_Mama-und-Pia-im-Spiegel

Vielen Dank an Jägermeister, dass ich mir ein eigenes Bild vom Wacken 2015 machen konnte.

5 Kommentare

  1. Cooler Nachbericht und VERDAMMT, seid ihr da alle im Matsch versunken!!! Aber irgendwie passt es ja zu Wacken. ;)
    Ich bin trotzdem eher der Rock am Ring Typ, da scheint in den letzten Jahren immer die Sonne :D
    LG

  2. Hallo Pia, es macht Spaß deine Texte zu lesen ( Bremen/Wacken) Zu Bier in Bremen sehr empfehlenswert Grebhans Bierladen und Mikrobrauerei Hinter der Balge. Vor allem die von ihm gebrauten Biere.
    Gruß Sebastian

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