Allein auf ein Festival? Warum eigentlich nicht? Mit Fremden aufs Festival? Auf jeden Fall! Ich habe es getan und hatte eine fantastische Zeit. Was daran so toll ist und wieso es vielleicht sogar noch spannender ist mit einem Fremden aufs Festival zu fahren, statt einem Freund – das erzähle ich euch heute!

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  • Mit Fremden aufs Festival: Wie kommt man dazu?

Wie alles begann: Seit Wochen saß ich schon wieder tagelang in der Uni und arbeitete. Schien die Sonne und alle waren draußen im Park war gewiss: Gesa ist drinnen. Als dann die Einladung zum Midsummer Bulli Festival herein flatterte, war mir klar: Da muss ich hin! Ein Wochenende lang draußen sein, das war alles, was ich wollte. Das Ganze gepaart mit der Insel Fehmarn, Strand und Meer, einem kühlen süßen Somersby, VW-Bullis und vielleicht noch coolen Leuten – ich war all in. Meine Freunde hatten allerdings keine Zeit, wollten keine 10 Stunden Zug fahren oder fanden, Bullis seien jetzt nicht das Geilste auf der Welt.

Mich aber hat es gekribbelt. Also habe ich mir in Facebook-Gruppen und Blogs zum Thema meine neue Begleitung gesucht und gefunden: Lisa! Anfangs war ich mir bei ihren Bildern zwar nicht 100%ig sicher, ob wir uns auch über Nettigkeiten und Small Talk hinaus verstehen würden. Heute aber bin ich einfach nur glücklich und froh, dass wir uns gefunden haben und ich gemeinsam mit Fremden aufs Festival gefahren bin. Sonst hätten wir nie dieses tolle Festival-Wochenende erlebt und vor allem: Wir hätten uns nicht kennen gelernt.

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Mit Fremden aufs Festival: Die Vorzüge.

  • 1. Grund, mit Fremden aufs Festival zu fahren: Die Aufregung macht alles spannender!

Mit einer komplett fremden Person ein Festival zu erobern ist wahnsinnig aufregend. Während man sich selbst noch gar nicht so richtig kennt, prasseln die verschiedensten Eindrücke auf einen herein. Livemusik, interessante Leute, leckeres Essen und all diese Dinge, die man noch unbedingt erleben möchte. Dies gepaart mit ein, zwei, drei Cider oder Bier und man ist aufgeregt wie ’ne Horde Kinder ohne Aufsicht. So zumindest bei Lisa und mir. Ich glaube, wir haben das gesamte Bulli Festival wie kleine explodierende Energiebündel auf Trapp gehalten.

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  • 2. Grund, mit Fremden aufs Festival zu fahren: Man ist viel offener für alles!

Erobert man das Festival mit einer fremden Person an seiner Seite, holt man das maximale Potenzial an „wen und was kann ich hier kennenlernen“ heraus. Da bin ich mir sicher! Man ist nicht ganz so zurückhaltend oder vorsichtig, wie wenn man allein unterwegs ist. Außerdem ist man immer offener und neugieriger unterwegs, als hätte man eine beste Freundin an der Seite. Mit einer besten Freundin bleibt man schließlich gerne auch mal einfach am Strand sitzen und erzählt sich Geschichte von früher. Mit einer fremden Person aber will man raus ins Feld! Sich unter Leute mischen. Denn die Geschichte vom letzten Streit mit dem Freund und Diskussionen um die nervigen Nachbarn interessieren hier erst mal weniger.

Mit_fremden_aufs_Festival_SommerFestival! Das heißt für mich: Draußen unterwegs sein und viele (tolle) neue Leute kennenlernen :)

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  • 3. Grund, mit Fremden aufs Festival zu fahren: Nichts muss, alles kann!

Das vielleicht Beste daran, wenn man mit Fremden aufs Festival fährt: Man kann alles miteinander unternehmen – muss aber nicht. In der Realität, und das mag vielleicht eher ein Mädchen-Phänomen sein, ist es doch so: Manchmal flirtet die beste Freundin mit einem Typen, den man gar nicht so sympathisch findet. Man bleibt da, obwohl man lieber weiterziehen möchte. Oder viel schlimmer: Sie flirtet mit ihm, und man selbst wird zum dritten Rad am Wagen. Dann langweilt man sich, bleibt aber, als Gefallen für die Freundin, da. Wenn man mit einer fremden Person loszieht, ist einiges viel einfacher! Denn keiner ist dem Anderen verpflichtet oder muss sich so fühlen: Wenn mal was nicht passt, trennt man sich einfach und trifft sich später wieder.

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  • 4. Grund, mit Fremden aufs Festival zu fahren: Man ist rücksichtsvoller & kooperationsbereiter!

Auch ein sehr angenehmer Faktor! Unter Fremden ist man doch immer auch
etwas rücksichtsvoller, unter Umständen sogar respektvoller. Ich kann nur für Lisa und mich sprechen, aber irgendwie hatten wir den Eindruck, manches Mal doch kooperationsbereiter zu sein, als mit der besten Freundin. Es ist so schön unkompliziert: Mal ist man etwas nachsichtiger, dann ist es einem keine Diskussion wert und ein anderes Mal geht es einem einfach wirklich am Po vorbei. Und wenn dann doch mal was nervt? So wie im Beispiel von oben? Dann kann man ganz unverblümt sagen, wie es ist. Lisa hätte mir so etwas nicht böse genommen – die Meinung einer fremden Person kann in so einem Fall ja schon mal sehr zweitrangig werden. Also auch hier wieder: Alles ist richtig schön unkompliziert wenn man mit Fremden aufs Festival fährt.

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  • 5. Grund, mit Fremden aufs Festival zu fahren: Neue Freundschaften schließen!

Klar, ich rede die ganze Zeit davon, dass man zu zweit munter und fröhlich wie ein Mops im Haferstroh übers Festivalgelände rennt und Leute kennenlernt. Was ich aber bislang ganz unerwähnt gelassen habe: Natürlich lernt man dadurch auch den Fremden an seiner Seite besser kennen. Ich habe mehr erreicht, als ich mir von jedem Festival erhofft hätte. Ich habe nicht nur interessante, ganz unterschiedliche liebe Menschen kennengelernt, die ich unter normalen Umständen gar nicht getroffen hätte. Ich habe nicht nur fantastisch witzige Gespräche gehabt und lustige, ausgelassene Abende gefeiert, sondern ich habe auch eine tolle neue Freundin gewonnen!

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  • Mit Fremden aufs Festival: Für wen ist das was?

Wer mit einer fremden Person gemeinsam über mehrere Tage wegfahren möchte, muss dazu nicht außerordentlich extrovertiert oder der Klassenclown sein. Man sollte aber ein Grundinteresse für andere Menschen mitbringen: ein positives Wesen, Offenheit und eine Prise gute Laune schaden dazu nicht. Vor allem aber sollte man so selbstständig sein, dass man im schlimmsten Fall auch alleine weiterfeiern könnte: für den Fall, dass es nicht so gut passt wie bei Lisa und mir.

Das kleine Projekt empfehle ich all jenen, die raus wollen, deren Freunde aber keine Zeit, Lust oder Geld haben. So etwas ist kein Grund, eine Reise absagen zu müssen! Natürlich ist dieses Projekt auch etwas für all jene mit Lust auf Abenteuer und vielleicht auch für jene, die sich einfach mal herausfordern und positiv von sich überrascht werden möchten.

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  • Mit Fremden aufs Festival: Woran man erkennt, dass es passt?

Man muss nicht gleich best friends mit der Person werden, mit der man unbekannterweise die Gegend erkundet. Wichtig ist vor allem, dass man die Person nicht nach ihrem Stil oder Aussehen abstempelt und sich auf sie einlässt! Ob man zueinander passt, erkennt man recht schnell über den Humor. Hat man das ähnliche Verständnis von Ironie? Versteht man einander? Ob es passt, erfährt man außerdem ganz schnell im Umgang mit anderen Leuten: Finden man die gleichen Leute sympathisch, belustigend, unfreundlich oder ätzend? Wenn ja, dann Jackpot!

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  • Mit Fremden aufs Festival: Mein Fazit

Ja, ich liebe es, das Festivalgelände allein unsicher zu machen. Aber seit dem Bulli Festival kann ich sagen: Ich liebe es noch mehr, das Festival mit einer mir fremden aber sympathischen Person unsicher zu machen. Wenn eure Freunde also mal wieder keine Zeit, kein Geld oder keine Lust haben, dann sage ich euch: Bitte, bitte fahrt! Bitte fahrt trotzdem! Und wenn es nach mir geht, dann setzt es auch mal darauf an, gemeinsam mit einem Fremden auf ein Festival zu fahren!

Ob ich mit Lisa, der einst Fremden, noch mal auf ein Festival fahren würde? Absolut! Am Liebsten aufs Midsummer Bulli Festival. Zumindest gerne was im Norden. Ob das gegen die Prämisse „mit Fremden aufs Festival“ verstoßen würde? Absolut! Aber dann muss ich mir wohl einfach eine neue fremde Person suchen, mit der ich auf ein anderes Festival fahren kann. Vorschläge? Wünsche?

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Das Festival:

Das Somersby Midsommer Bulli Festival ist ein beschauliches, familiäres Festival direkt am Südstrand von Fehmarn. Über 800 Bullis aller Alters-, Modell- und Stilklassen kommen hier zusammen. Um Musik und große Acts auf der Bühne geht es hier eher zweitrangig, denn die wahren Stars sind die Bullis! Gefeiert wird das Campingerlebnis, das Zusammensein und die Liebe zum VW T1 bis 5: Man trifft auf Vintage-Liebhaber und Sonntagsfahrer, Campingpaare und Roadtrip-Fans, Festival-Rowdies und Männergruppen, junge Familien oder ältere Paare. Ich hatte Lust auf nette offene Leute, Freiheit, Sonne, Strand und Meer? Genau das habe ich hier gefunden! Der perfekte Ort also, um das erste Mal mit Fremden aufs Festival zu fahren!

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Vielen Dank für die Unterstützung an Agentur im Boot und das Somersby Midsummer Bulli Festival.

 

5 Kommentare

    1. Hey Maria,
      ich habe das in der Facebookgruppe zum Event gepostet und sie hat sich gemeldet :) Da kommt meist recht viel zurück – unbedingt auch das Spam-Poastfach checken :) Und dann aufs Gefühl hören, wer passen könnte. Viel Spaß!

  1. Hallo Gesa,
    ich bin schon etwas älter und die meisten Berichte beziehen sich immer auf die Altersklasse der 18-27 Jährigen…
    Gibt es denn Erfahrungsberichte oder Meinungen zu der Altersklasse über 40?? Oder sind die ein Nogo weil eh alle ziemlich jung sind ??
    Ich war noch nie auf einem Festival und habe gerade auch keine Gleichgesinnten… Trage mich aber mit den Gedanken unbedingt auf eines oder mehrere zu gehen..

    LG

    1. Hey Gordon, also auf dem Bulli Festival bist du mit ü 40 immer noch goldrichtig! Und da sind die Leute auch aufgeschlossen :) Auf einem Rock.Festival könnte ich mir das auch noch gut vorstellen. Sei so jung, wie du dich fühlst ;)

  2. Hallo, Gorden,
    das ist eine Flaschenpost, die hat etwas länger gebraucht…
    Also, wenn dich das hier erreicht:
    Ich fahre mit meinem Mann und einem Freund im Juli zum Deichbrand. Wir sind alle 50+ und würden uns freuen, noch nette Menschen für unser Camp zu finden!
    Hast du Lust?
    s3007b@yahoo.de
    Liebe Grüße
    Steffi

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