Ein Gefühl von Schwerelosigkeit setzt ein, als das Flugzeug startet und ich leicht in meinen Sitz gedrückt werde. Ich beobachte, wie die Skyline von Frankfurt kleiner und kleiner wird und schließlich aussieht wie ein Miniaturland. Mit jedem Meter, den ich höher steige, kann ich mich mehr entspannen. Es gab in diesem Jahr einige schwere Momente, die ich hinter mir lassen möchte, und umso mehr freue ich mich auf meine neue Reise – in das neun Stunden entfernte Martinique. Karibik, ich komme!

Farina Kirmse Sonnenaufgang

Martinique Reisetipps – Wo liegt Martinique?

Martinique gehört zu den Kleinen Antillen, liegt südlich von Dominica und nördlich von St. Lucia – und gehört somit zur traumhaften Karibik. Der größte Teil der Bevölkerung ist afrikanischer Abstammung, nur wenige stammen aus Europa, Indien oder China. Die Amtssprache ist Französisch – und wie Frankreich gehört Martinique zur Europäischen Union.

Martinique Reisetipps: Übernachten im Cap Est Lagoon Resort & Spa

Als ich am ersten Morgen auf Martinique in meinem herrlich weichen und riesengroßen Bett erwache, kann ich mein Glück kaum fassen. Am Abend zuvor bin ich im Dunklen ankommen und ahnte noch nichts von dem herrlichen Ausblick, den ich jetzt direkt nach dem Aufwachen genießen darf. Während ich noch im Bett liege, kann ich durch das große Fenster bis zum strahlend blauen Meer schauen. Nein, ich träume nicht mehr. Es ist Wirklichkeit, ich bin auf Martinique.

Nicht nur der Blick auf das Meer ist der Wahnsinn. Nein, ich habe auch noch meinen eigenen kleinen Pool direkt vor der Haustür. Wenn das kein guter Grund dafür ist, direkt nach dem Aufstehen nackt baden zu gehen. Ich höre das Meeresrauschen, während ich vor mich hin plansche und genieße die Ruhe um mich herum. Es ist noch menschenleer am Strand und ruhig in den Apartments. Kein Wunder, es ist schließlich sieben Uhr morgens, um diese Uhrzeit bin ich normalerweise auch nicht wach. Aber der Jetleg machte es möglich.

Neben Strand und Pool vor der Tür ist mein besonderes Highlight das spektakuläre „Badezimmer“ mit Outdoor-Dusche. Noch nie habe ich unter freiem Himmel geduscht. Auf Martinique kann ich nun auch diesen Punkt von meiner „Bucket List“ streichen.

Martinique Reisetipps: Die Grüne Insel – der Botanische Garten im Habitation Clément Martinique

Nach einem ausgedehnten Frühstück, besuche ich den botanischen Garten im Habitation Clément, der bekanntesten Destillerie auf Martinique. Edouard, mein Guide, schlendert mit mir durch den Park und erzählt mir viel über die Bäume, Früchte und Skulpturen, die sich im Garten befinden. Ich atme tief ein und inhaliere die exotischen Düfte und diese reine, frische Luft. Das ist Erholung. Edouard pflückte mir einige Früchte und ich darf sie alle probieren. Leider sind nicht alle wirklich schmackhaft. Manchmal ziehen sich mir beim Probieren richtig die Gesichtsmuskeln zusammen und ich bin mir nicht sicher, ob das am Reifegrad liegt oder das der normale Geschmack der Früchte ist.

Es herrscht eine unfassbare Ruhe in diesem Garten. Perfekt für einen entspannten ersten Tag auf Martinique nach der längeren Anreise. Hier kommen nicht nur Geist und Seele zur Ruhe, sondern es gibt auch jede Menge zu entdecken. Neben den jahrhundertealten Bäumen ziehen vor allem die Kunstwerke die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Die von verschiedenen Künstlern entwickelten Skulpturen und Installationen beschäftigen sich mit der Zeit der Sklaverei. Besonders beeindruckend fand ich die Skulptur mit dem Titel „Blood“, wenngleich alle Werke ihre eigen persönliche Note und Wirkung auf mich zeigten. Definitiv ein Favorit unter meinen Martinique Reisetipps!

Fondation Clement | Öffnungszeiten: Der Garten ist zwischen 9 – 17 Uhr das ganze Jahr über geöffnet und kann für 13 Euro mit einem Audioguide besichtigt werden. | Adresse: Le Francois 97240, Martinique

Martinique Reisetipps – Distillerie Habitation Clément in Le François

Direkt angrenzend zum Botanischen Garten befindet sich etwas, was ganz weit oben auf meiner Martinique To-do-Liste stand – die Rumbrennerei Habitation Clement. Als Rum-Fanatiker durfte die bei meinem Besuch natürlich auf keinen Fall fehlen. Für 12 Euro könnt ihr die Brennerei besichtigen und der Audioguide erzählt euch (auf Englisch) einiges über die Geschichte des Hauses. Besonders interessant fand ich die Portraits der ehemaligen Mitarbeiter, die in der Anlage verteilt hängen. Hier erfahrt ihr wahnsinnig viel über die Arbeitsabläufe und den Alltag der Arbeiter. Dazu begleitet euch der Duft der alten Rumfässer während eures ganzen Besuchs. Himmlisch!

Aber das beste kam zum Schluss – in den zwölf Euro Eintritt ist auch das anschließende Rumtasting inkludiert. Und hier gibt es nicht nur Fusel, sondern richtige gute Tropfen! Mein Martinique Reisetipps: Nehmt euch unbedingt eine Flasche guten, karibischen Rum mit nach Hause. Da Martinique zur EU gehört, sind drei Liter Rum im Gepäck erlaubt. Ich habe das voll ausgekostet.

Adresse: Le Francois 97240, Martinique

Martinique Reisetipps: Ti Punch selber machen

Sauer macht lustig. Rum aber auch. Punch ist das Lieblingsgetränk vieler Inselbewohner und meines nach dieser Reise auch. Zu viel davon und ihr wisst, warum es „Punch“ heißt, denn dann fühlt man sich wie nach einem „Punch“ ins Gesicht. Also schön aufpassen und nur in Maßen trinken.

Rezept für Ti Punch von Martinique

Damit ihr selbst einen klassischen Ti Punch mixen könnt, habe ich euch das Rezept mitgebracht:

  • 1 ½ Teelöffel braunen Zucker ein ein Glas geben
  • ¼ Limette darüber ausquetschen, Limette mit ins Glas geben
  • 1 – 2 Finger breit weißen Rum ins Glas geben
  • Umrühren und mit einem Eiswürfel servieren.

Das perfekte Getränke, um zu Hause auf der Couch ein bisschen Karibik Feeling aufkommen zu lassen. Sehr erfrischend, fruchtig und leicht trinkbar. So schmeckt Martinique. Ich habe meinen ersten Punch im Lakau A getrunken, von dem ich euch im nächsten Punkt berichte.

Martinique Reisetipps: Lakau A – Traditionen auf den Grund gehen

Über die kurvigen Straßen von Martinique geht es vorbei an bunten Häusern und den unfassbar vielen grünen Pflanzen zur Eventlocation „Lakau A“, in den Ortsteil Le Gros-Morne. Als ich ankomme, erwartet der Besitzer Renauld mich bereits, um gemeinsam mit mir das traditionelle Gericht „Trempage“ zu kochen. Wir arbeiten uns zu, Schritt für Schritt – so kann sich Gemeinschaft anfühlen.

Zuerst legen wir die Bananenblätter aus, die später als unsere Teller dienen, waschen sie und streichen sie trocken. Danach krümeln wir als Basis Brot auf die Blätter und belegen es mit Fisch, Gemüse, Avocado und Banane. Später wird der Fischsud hinübergekippt und ich darf endlich kosten. Wir essen mit den Fingern. Etwas matschig, aber saulecker.

Das Lakau A öffnet für Personengruppen, um in die Traditionen von Martinique einzuweisen. Es ist eine Erfahrung – über die traditionellen Tänze und Lieder der Arbeiter bis hin zum Kochen, Punch trinken, lachen und Spaß haben. Einmal im Monat veranstaltet Renauld auch einen Tanzabend. Das genaue Datum veröffentlicht er auf seiner Facebook Seite Madinn Yo An Lakou Trankil. An diesem Abend hat man die Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen. Der Eintritt ist kostenlos und jeder ist willkommen.

Martinique Reisetipps: Sonnenaufgang anschauen

Jeder Sonnenuntergang am Strand ist einmalig. Aber leider muss man ihn oft mit vielen anderen Urlaubern teilen. Deswegen habe ich mir meinen Wecker auf 5.30 Uhr gestellt und bin noch im Pyjama über meine Terrasse im Hotel Cap Est zum Strand getapst, um die Sonne nicht beim Unter-, sondern beim Aufgehen zu beobachten.

Ich setze mich auf eine Liege, überschlage die Beine und lasse mich nach hinten gleiten. Zu dieser Uhrzeit teile ich den Strand nur mit ein paar Krabben, die um mich herumkriechen. Diese Ruhe – ich höre nur das Rauschen des Meeres und beobachte das zarte Glitzern der Wasseroberfläche. Die aufgehende Sonne blitzt immer wieder durch die Wolkendecke. Dieser Moment scheint wie die Ruhe vor dem Sturm, bevor der Tag beginnt.

Martinique Reisetipps: Brunch mit O Peyi am Strand – mit Kochatelier

Für den nächsten Tag ist eigentlich ein Frühstück am Strand geplant, aber leider spielt das Wetter so gar nicht mit. Deswegen wechseln wir die Location und frühstücken im Boutique Hotel Apolline. Schade, ein Frühstück am Strand klang traumhaft, aber auch die Ausweichmöglichkeit soll mich nicht enttäuschen.

Als ich das Hotel betrete, wartet ein üppig gedeckter, farbenfroher dekorierter Tisch auf mich. Farbenfroh ist noch untertrieben. Drei verschiedene, bunte Saftsorten stehen auf dem Tisch und ein liebevoll hergerichteter Teller mit Fischtartar, Marmelade, Brot und Gebäck steht bereit. Alles ist wunderschön in Kokosnussschalen und auf feinstem Geschirr dekoriert. Genau mein Geschmack. Wortwörtlich. Denn auch das Essen ist fantastisch. Mit gefülltem Magen mache ich es mir nach dem Frühstück gemütlich und genieße die wunderschöne Aussicht über Martinique. Danach geht es zum Kochkurs mit den beiden süßen Mädels von O Peyi.

Heute wollen wir „Feroce“ herstellen – kleine Teigbällchen mit individuellem Teig. Meine Kreation besteht aus kleingehexeltem Stockfisch, Zwiebeln, Petersilie, süßer Paprika, Kürbiscreme und Maniokmehl. Super lecker und dank dem Topping aus Kokosraspeln auch sehr sättigend. Die kann man zu jeder Tageszeit essen.

Ihr könnt so ein Frühstück und den Kochkurs auch buchen. Die Mädels von O Peyi servieren das Frühstück zu der Location eurer Wahl für 40 Euro pro Person. Hier findet ihr die Facebook Seite: Brunch Opeyi

Bunte Häuser, süßlicher Geruch, Palmen und viel Grün. Ich hätte gerne mehr Zeit auf Martinique gehabt. Die vielen kleinen Dörfer, durch die ich gefahren bin, haben mein Interesse genauso geweckt wie das Streetfood und die vielen interessanten und liebevollen Gesichter. Die Häuser Martiniques erinnerten mich teilweise an den wilden Westen mit viel Holz und Veranda. Spielende Kinder auf dem Schulhof, arbeitende Martiniquer in ihren Läden und streunende Hühner mit ihren Küken auf den Straßen. Durch Martinique solltet ihr schlendern und nicht mit 50 km/h durchjagen. Aber dieses Mal hatte ich leider nicht genug Zeit …

Ich frage Eduard nach einer typisch französischen Weisheit, er sagt: „Tchimbé rèd, pas moli.“ Das heißt in etwa so viel wie: Sei stark und komm nicht ins Schwanken. Schau nach vorne. Ich denke an Bauchgefühle. Es ist genau mein Lebensmotto, das ich mir in diesem Jahr öfter vor Augen geführt habe. Ob es Schicksal war, das ich zu dieser Reise kam? Diesen Guide hatte? Und er mir genau diese Weisheit mitgibt? Falls ja, danke Schicksal. Ich werde es mir weiterhin zu Herzen nehmen.

Martinique Reisetipps – Anreise nach Martinique

Wer zeitlich flexibel ist, kann schon ab 199 € per Direktflug von Frankfurt nach Martinique fliegen. Aktuell gilt dieses Angebot zum Beispiel für April 2019. Als ich am Frankfurter Flughafen ankomme und ich einen Blick auf die Tafel werfe, um zu schauen, an welchem Gate ich bei Condor einchecken muss, überkommt es mich schon. Meine Neugierde steigt. Raus aus der Kälte, hinein ins Warme. Martinique wartet auf mich und das Einzige, was uns nun noch trennt, sind die ca. 7.300 Kilometer Luftlinie und neun Stunden Direktflug.

Für die Flugdauer von neun Stunden empfehle ich das Premium Entertainment Paket zu buchen, mit 60 Spielfilmen, über 100 TV Serien und Musik vergeht die Zeit dann auch wie im Flug. Ich entscheide mich erstmal für die Musik, lehne mich zurück und verabschiede mich gedanklich erstmal aus der kalten Jahreszeit in Deutschland …

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Martinique Reisetipps

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Die Gastautorin

Farina-Lilies Diary

Sauerland, ihr Herz schlägt für das Sauerland. Farina – fröhlich, kreativ und … Ich liebe Essen,am liebsten Käsesauce. Ich Gourmet. Ich hab mehrere große Lieben neben dem Essen. Meistens sind sie sehr haarig: mein Pflegehund Thorin, mein Pflegepferd Ramses und auch mein Partner ist sehr haarig im Gesicht. Mein größtes Hobby konnte ich zum Beruf machen, das Filmen! In meinen Filmen erzähle ich Geschichten. Kleine und große, leise und laute, gewöhnliche und verrückte. Mittlerweile erzähle ich diese Geschichten auch in Schriftform. Ich mag den Adrenalinkick, stehe auf Loopings in Achterbahnen und auf gutes Design jeglicher Form. 

1 Kommentar

  1. Hallo, schöner Blog, gut geschrieben. Habe eine Frage zu Martinique-Reise: Bei deinen Bilder sieht man kein Bild von den Strandverhältnissen. In dem Instavideo sieht man ganz schön „dreckigen“ Strand, also nix mit Puderzucker oä. Ist das wirklich so/ überall so auf Martinique? Wir überlegen derzeit wegen einer Reise nach Martinique oder Guadeloupe und haben nämlich auch schon von Bekannten etwas in der Richtung gehört, dass es zumindest auf Martinique keine schönen akribischen Strände gibt (ähnlich in deinem Video, was mir meine Bekannte zu Demozwecke verlinkt hat) Danke schon mal für deine Antwort.

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