Christine: Oh Gott, ich habe Kopfweh. Wie geht es dir?

Michael: Ich bin müde. Es ist gestern doch viel später geworden, als ich eigentlich wollte. Aber Gott sei Dank habe ich nach mehreren Anlaufschwierigkeiten dann doch noch mein Hotelzimmer gefunden.

Christine: Haha. Hast du die Zimmernummer vergessen? Wo wohnst du denn?

Michael: Im Motel One am Ku’damm.

Christine: Nicht schlecht. Da hat der Herr sich ja mal wieder was gegönnt zur Fashion Week. Ich gammle zu Hause zum. Aber sag mal: Du solltest doch gestern nach der Party noch zu Recherchezwecken in die Filmkabine von Beate Uhse. Hast Du Dich doch nicht mehr getraut?

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Michael: Nein. Da möchte ich schon bei vollem Bewusstsein sein, wenn ich mich in die Erotikhöhle traue.

Christine: Ich bin auf deinen Erfahrungsbericht gespannt. Oh Mann. Meine vierte Fashion Week und ich nehme nur noch die Parties mit. Das ist doch eigentlich traurig, oder?

Michael: Für mich ist es die dritte Fashion Week, glaube ich. Traurig finde ich es überhaupt nicht. Viel schlimmer ist es doch mit unzähligen Z-Promis in einem Eisstadion irgendwo in Wedding rumzuhängen? Auf den Parties gibt es wenigstens Freigetränke und Häppchen. Darum dreht es sich doch sowieso für die Meisten, die auf die Events gehen.

Christine: Michael, dass du immer nur an die Freigetränke denken kannst. Naja, vorgestern hingen wir auch mit Bonnie Strange und Julian F.M. Stöckel im gleichen Innenhof rum. Aber hast schon Recht, dass das Zelt wegen der Fanmeile nicht mehr am Brandenburger Tor steht und man jetzt zu den Shows nach Wedding fahren muss ist schon blöd. Und das Kärcher der Hauptsponsor ist… Das macht mich fertig… Da soll ja im Zelt ein Kärcher mit Swarovskisteinen beklebt stehen. Wer braucht so etwas?

Michael: Ich würde wahrscheinlich auch nicht mehr in das Zelt am Brandenburger Tor gehen, wenn es dort stehen würde. Diese aufgeblasene Selbstdarstellung macht nämlich mich fertig. Und das, obwohl ich Mode und auch viele Designer, die in Berlin arbeiten, großartig finde.

Christine: Wen findest du denn grossartig? Also ich fand die ZEITmagazin Konferenz ganz gut. Die 99 Fragen von Moritz von Uslar an Palina Rojinski waren grandios! Und ich mag „Designer for Tomorrow“ – da wird noch Mode ohne den primären Kommerzgedanken gezeigt. Und natürlich die Zeitmagazin Party. Da war letztes Jahr Jan Böhmermann und ich habe ihn verpasst… NEEEEIIINNNNN… Hoffentlich kommt er dieses Jahr wieder.

Michael: Den Uslar mag ich sowieso. Vor kurzem ist ja der zweite Band von „99 Fragen an …“ erschienen. Ich finde Michael Sontag schon immer gut. Aber natürlich auch Designer wie Julian Zigerli, Hien Le, Sissi Goetze und Sopopular.

Christine: A propos Uslar. Den geilsten Satz, den ich auf der Fashion Week gehört habe: „Ich kann nie wieder einen Hund kacken sehen, ohne an Christian Kracht zu denken.“ Und mein bestes Gespräch hatte ich mit einem Philosophiestudenten über pornographische Literatur. Ach, ich liebe diese Woche voller absurder Menschen und Gespräche.

Michael: Ich dachte, dass wir die besten Gespräche während der Fashion Week hatten? Oder kannst Du Dich etwa nicht mehr daran erinnern?

Christine: Ähhhmmmmm….

Michael: Es ging um den Konsum von Pornographie. Du hast ja behauptet, dass Du vielleicht zwei Mal Pornos geschaut hast in deinem Leben. Glaube ich Dir aber nicht. Aber ich weiß gar nicht mehr, wie wir darauf gekommen sind?

Christine: Ach ja, darum ging es ja auch. Meine Güte die Lena Hoschek Party hatte es in sich. Das ist auch die Party mit den meisten „weiblichen Frauen“ vor Ort. Das finde ich gut. Aber ich habe wirklich nicht öfters Pornos geschaut. Dafür habe ich schon einen privaten Lapdance im veganen Stripclub bekommen. Haha.

Michael: Was sind denn weibliche Frauen?

Christine: Na Frauen mit ganz viel Oberweite und eben einer kurvigen Figur. Aber ich möchte jetzt nicht auf das Thema Magenmodels zu sprechen kommen. Das hängt mir so zum Hals raus wie denen die letzte Mahlzeit… Themawechsel: Ich nenne Dich ja gerne Modemicha. Sag mir doch mal, was jetzt im Sommer der letzte Schrei wird?
Michael: Der heißeste Scheiß: Ganz klar der neue Adidas Flux und Stan Smith in 100000 verschiedenen Farben. Und was war für Dich der „heißeste Scheiß“?
Wahrscheinlich die Drinks, oder?

Christine: Ne, die männlichen Models.
Was hälst du davon, wenn ich mir jetzt jeden Tag Glitzer ins Gesicht schmiere und das zum alltagstauglichen Trend mache?

Michael: Bitte nicht! Das würde ich irgendwie albern finden. Lass Dir lieber ein Tattoo stechen.

Christine: Ne. Niemals lass ich mir ein Tattop stechen! Und hier ist NIE wirklich NIE! Ich finde Körper, die einfach so sind wie sie sind, ohne Tattoo und Piercing und was weiß ich noch am schönsten. Minimalismus im Körperkult.

Michael: Dann brauchst Du auch kein Glitzer im Gesicht.

Christine: Das ist Deko! ;) Wie stehst du zu dem Theme Frauen und Schminke? Was ist Hot und was Not?

Michael: Ganz wenig Schminke bitte. Schöne Frauen brauchen kein Make Up und Schminke im Gesicht.
Christine: Ach, aber irgendwie ist die Woche schon schön. Man triffst so viele Menschen die man kennt oder nicht kennt oder bis dahin nur auf Facebook kannte. Was war dein schönster Moment diese Woche?

Michael: Es gab viel zu viele schöne Momente. Um einen von vielen zu nennen: Indisch essen mit Dir und fünf Indern während des Fußball – Halbfinales von Deutschland gegen Brasilien. Das werde ich bestimmt nicht so schnell vergessen.

Christine: Haha und das Freibier. Du liebst doch Freigetränke! So, raffe mich jetzt zum letzten Mal auf – Michalsky Show.

Michael: Viel Spaß. Ich fahre morgen in die Berge. Mal wieder frische Luft tanken.

Christine: Oh wie schön. Ich beneide dich. Na dann, bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt – Vorhang auf für den Modewahnsinn.

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