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Lilies Diary | 22. Dezember 2017

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16 Kommentare

Mode und Meinungen – Berlin Fashion Week 2013

Christine

Das war es also mal wieder. Die Berlin Fashion Week 2013 ist vorbei. So wie es scheint, lag die letzten Tage halb Berlin mit Virus im Bett und hatte noch einmal Zeit alles nachwirken zu lassen. Das ist auch gut so. In diesen sechs Tagen passiert immer so viel, dass kann man gar nicht alles auf einmal verarbeiten, wenn man nicht krank wird und gezwungen ist im Bett liegen zu bleiben und die Decke anzustarren. Vier Saisons habe ich sie nun mitgemacht, die Fashion Week. Fleißig habe ich das Zelt besucht, die Messen abgelaufen und natürlich die Partys mitgenommen. Nach vier Jahren der stillen Beobachtung habe ich mich getraut einmal auszupacken.

Berlin-Fashion-Week-2013

Ich bin Blogger und mein eigener Chef. Ich muss es niemanden Recht machen, außer meinen Lesern. Die schätzen meine direkte und ehrlich Art und dafür liebe ich sie. Im Leben ist nicht immer alles Tüllrock und Sonnenschein. Im Leben läuft nicht immer alles im richtigen Fadenlauf. Man beobachtet Dinge, die man nicht begreift, Verhaltensweisen, die man verabscheut und Missstände über die man gerne sprechen möchte. Ein Blogger hat die Möglichkeit seine subjektive Meinung abzugeben. Doch genau das scheint wohl nicht mehr möglich zu sein. Seine Meinung sagen, subjektiv eine Situation beschreiben und sich öffentlich Gedanken machen über Fakten, die einen ins Gesicht springen geht nicht ohne Konsequenzen. Vielleicht habt ihr den Post gelesen „Berlin Fashion Week – traurig und wahr“. Ich habe beschrieben, wie sich die Modewelt in den letzten Jahren gewandelt hat. Wie sich Menschen Verhalten und der Hase läuft. Was ich daraus gelernt habe – willst du ein leichtes Leben und everybody’s darling sein, dann halt die Klappe, fahr den Kuschelkurs und gebe fünf Liter Weichspüler dazu. Doch das kann ich nicht. Was ist mit der freien Meinungsäußerung? Warum will jeder nur noch den Arsch gepinselt bekommen? Ich habe diesen Artikel geschrieben und wunderbares Feedback gelesen. Aber genauso Beschimpfungen und sogar Drohungen bekommen, dass wenn ich nicht unerwünschten Content sofort von meiner Seite nehme ich Post vom Anwalt bekomme. Wo leben wir? Ich habe niemanden beleidigt. Ich habe beobachtet und geschildert, stille Reporterin gespielt und den Pinsel zu Hause gelassen. Das Resultat – man verbietet mir den Mund, man droht mir und versucht mich klein zu halten. Das ist wohl so, dass kann man wahrscheinlich nicht ändern. Komische Menschen gibt es und die muss man ertragen. Ich habe gerade leider kein Geld für Anwaltskosten, deswegen muss ich klein beigeben. Ich möchte auch nicht wieder darüber jammern, was für eine gnadenlose Selbstdarstellungs-Zirkus die Berlin Fashion Week ist. Ich möchte nur noch erwähnen, dass jeder, der sich in die Mitte der Manege stellt damit rechnen muss, dass seine kleine Show die er abzieht und somit auch seine Person bewertet wird.

Kommentare

  1. Richtig, richtig krass – da sieht man mal, wie viele Menschen sich sofort angegriffen fühlen und vor allem so extrem reagieren.

    Ich fand den Artikel super und war knapp davor, einen recht ähnlichen zu schreiben. Du hast es auf den Punkt getroffen, aber das weißt du ja.

    Liebe Grüße,
    Melanie

  2. wie. bedeutet das du hast post vom anwalt der z promis bekommen? weil du sie fotografiert hast und was dazugeschrieben? sind die also quasi rechtlich abgesichert das sie immer nur im besten licht gebracht werden dürfen. auf was bezieht sich der anwalt. kann mir nicht vorstellen das das rechtlich gedeckt ist.

    • christineneder

      Eine Person die keine Person des öffentlichen Lebens ist aber in der Front Row saß und ich diese fotografiert habe, war damit nicht einverstanden …

  3. Corin

    Eine spießige Idee, vielleicht, aber durchaus wirksam: ich kann den Punkt mit den Anwaltskosten durchaus nachvollziehen. Daher für ein paar EUR im Monat eine Rechtsschutzversicherung. Dann kannst Du immer frei von der Seele schreiben. Und wenn jemand meint, er müsse Deine Rechte durch Drohungen einschränken, einfach an den Anwalt geben das Ganze. Es ist traurig, aber leider Realität inzwischen. In Deutschland und darüber hinaus!
    (Ach, ich kann Dir übrigens KEINE Rechtschutzversicherung verkaufen… nicht, dass das hier jetzt falsch rüberkommt! :) )

    • christineneder

      Also meine Freundin, die bei einer Versicherung arbeitet, rät mir immer davon ab ;)

  4. Witch Baby

    oh man,das is ja widerwärtig,ey.wie peinlich.die wissen genau,dass an deinen worten was dran is,sonst hätten sie dir das nich verboten.

  5. “Mit Betreten des Veranstaltungsortes nehmen Sie zur kenntnis und erklären sich einverstanden, dass von Ihnen möglicherweise Bilder oder Bewegtbild gemacht und für redaktionelle oder kommerzielle Zwecke vervielfältigt und verwendet werden.”

    Das steht groß am Eingang des Fashion Week Zeltes…

    • christineneder

      Hätte ich mal lesen und Kontra geben sollen. Wenn jemand mit Anwalt kommt lass ich mich immer schnell einschüchtern … Aber das war auch so ein Psycho-Einschüchtern à la “Berlin ist klein und wir sehen und bestimmt noch einmal …”

  6. Liebe Christine,
    als Blogger (http://mkb-rechtsanwaelte.de/blog/wordpress/) und Rechtsanwalt der sich in dem betreffenden Rechtsgebiet tummelt (Presserecht/Urhebrrecht etc) bin ich der Meinung, dass man sich Zensur nicht unbedingt bieten lassen muss. Die lieben Kollegen mahnen gerne alles ab was nicht bei Drei auf den Bäumen ist, allerdings hat das nicht immer auch eine entsprechende Grundlage.
    Das Bild, das ursprünglich in deinem Beitrag zu sehen war, zeigt, soweit ich mich erinnern kann, mehrere Personen in der Front-Row bei einer öffentlichen Veranstaltung. Hier wird – soweit es sich nicht um eine Porträtaufnahme handelt – keine explizite Einwilligung des Abgebildeten benötigt, siehe § 23 Abs 1 Nr 3 KunstUrhg (http://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__23.html), es reicht die konkludente Einwilligung durch Teinahme an der Veranstaltung.
    Ich will dir jetzt die juristischen Feinheiten ersparen, aber solange hier nicht eine Kombination aus Namensnennung, Bericht über die abgebildete Person unabhängig von der Veranstaltung und Foto der abgebildeten Person erfolgt, dürfte das Foto rechtmäßig sein. Siehe als Beispiel die Entscheidung Rosenball, bei dem das monegassische Fürstenhaus vor dem BGH unterlag (für Interessierte: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=54269&pos=0&anz=1). Mit etwas gesundem Bauchgefühl kommt man auch zu diesem Ergebnis: Die “bekannten” Personen sitzen in der ersten Reihe, weil der Designer möchte, dass sein Name in der Presse im Zusammenhang mit den “Promis” genannt wird. Die Promis möchten Ihren Namen ebenfalls in der Presse lesen. Warum soll dann der Abgebildete ein Unterschied machen dürfen zwischen der “guten Presse” und der “bösen Presse”.
    Und wer sich in die erste Reihe direkt am Catwalk setzt gibt seine konkludente Einwilligung in die Presseberichterstattung ab. Und das gilt auch für eine Person, die nicht als Person des öffentlichen Lebens einzuordnen ist .

    Wir leben noch nicht in der Zensur, auch wenn einige das gerne mittels einer Abmahnflut erreichen möchten.

    Mehr kann ich leider – ohne die Abmahnung zu kennen – nicht sagen.

    Übrigens, eine Rechtschutzversicherung könnte hier nicht helfen, das Presserecht ist nicht im Leistungsumfang derartiger Versicherungen umfasst, im Gegensatz zum Verkehrsrecht, mit dem so mancher Mietwagen(un)fall – auch im nördlichen Ausland – Deckungsschutz erhalten würde…..;)
    Liebe Grüße

    Günther Koy
    Rechtsanwalt

    • christineneder

      Lieber Günther, 1000 Dank. Ich dachte mir ehrlich gesagt auch, dass ich da nicht rechtswidriges mache. Mir wurde der Anwalt ja auch nur verbal angedroht. Und wie auch schon ein anderer Beitrag hier zeigt, steht folgendes am Eingang der Tür: “Mit Betreten des Veranstaltungsortes nehmen Sie zur kenntnis und erklären sich einverstanden, dass von Ihnen möglicherweise Bilder oder Bewegtbild gemacht und für redaktionelle oder kommerzielle Zwecke vervielfältigt und verwendet werden.” Ich war mir nicht sicher ob es trotzdem immer 5 Personen sein müssen und ob man bei weniger als 5 die Einverständniserklärung von jedem braucht. Aber bitte, wer in der Front Row sitzt muss damit rechnen fotografiert zu werden … Ich bin ja auch der letzte, der nein sagt, wenn ich die Bitte bekomme ein Foto zu löschen, weil sich jemand damit nicht wohl fühlt. Aber die Art und Weise wie es gesagt wurde und die Anrede “Mäuschen” – würg.

  7. Lillemor

    warum hast du dich denn einschüchtern lassen??? wer solche texte schreibt, sollte auch den mumm haben, dafür gerade zu stehen….

    • christineneder

      Das hat nichts mit Mumm zu tun sondern eher mit der Person, der das nicht gefällt. Natürlich schätze ich die Meinung der anderen. Am Anfang war ich noch am zweifeln, ob ich ein Recht verletzt habe. Jetzt denke ich eher, ich habe ein großes Ego verletzt …

  8. Oh nein!!! Wie unsympathisch von der Person!
    Aber ja, es gab ein großes Schild, dass man sobald man das Zelt betritt fotografiert und gefilmt werden kann ohne rechte darauf!
    Ich hoffe du bleibst weiterhin trotzdem offen und ehrlich!!!
    Lass dich nicht kleinkriegen! Kopf hoch!

    • christineneder

      Ne, bis zur nächsten Fashion Week habe ich es schon wieder vergessen ;)

  9. Sebastian

    Du hebst hier deine direkte und ehrlich Art so hervor und mir drängt sich die frage auf warum du die letzten vier Jahre still warst und dich nicht getraut hast.

    • christineneder

      Manches merkt man erst im Vergleich. Aber ich glaube ich hatte letztes Jahr auch schon das eine oder andere kritische Wort

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