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Lilies Diary | 19. September 2017

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1 Kommentar

40 Fragen an Indien – das Land der Kontraste

Anne
  • am 13. Februar 2015

„Was, da willst du hin?“, fragte mich eine Freundin, als ich ihr von meinem Plan der Indienreise erzählte. Ja, da will ich hin und ich habe es gewagt: Flug gebucht, Reiseführer gekauft und Fragen über Fragen im Kopf, die ich mir stellte, als das Abreisedatum immer näher rückte. Indien, das Land der Kontraste. Ein Land, das mit 1,2 Milliarden Einwohnern einfach unnahbar scheint, fast schon unbegreiflich. Es ist bekannt als das Land der Kontraste, das Land des Hinduismus und der Spiritualität, der bunten Bollywood-Welt. Es ist allerdings auch ein Land der Armut, der gering vorhandenen Bildung, vieler Krankheiten – dennoch: ich bin nach Indien gereist, habe es geliebt und kann euch nur raten dieses Land kennenzulernen. Damit ihr nur halb so verplant wie ich nach Indien reist, haben wir euch ein paar Fragen zusammengestellt, die die Reise nach Indien vielleicht ein bisschen einfacher machen.

1. Wie komme ich nach Indien?

Am besten erreicht man Indien mit Flügen nach Delhi oder Mumbai. Emirates bietet gute Angebote von Düsseldorf nach Delhi an und die Flüge gehen über Dubai, sind also sehr angenehm.

2. Wie viele Menschen leben denn eigentlich bei dir?

1,252 Milliarden Menschen leben hier. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.

3. Wo wohnen die meisten Menschen?

Mumbai hat die meisten Einwohner. Die größte Stadt Indiens hat momentan etwa 18,4 Millionen Einwohner, aber genau kann man das nicht sagen, wenn man bedenkt, dass allein hier 2000 legale Slums vorhanden sind.

4. Und was sprechen sie für eine Sprache?

Der größte Teil aller Inder, also 40%, spricht Hindi. Es gibt aber in etwa 100 Sprachen im ganzen Land und dann auch noch eine Menge Dialekte. Teilweise verstehen wir uns untereinander auch gar nicht, obwohl wir aus dem gleichen Land kommen.

Frau am Strand von Anjuna Goa

5. Wie viele Inder wohnen in Indien und wo kommen die Anderen her?

Von den 1,2 Milliarden Einwohnern, kommen ca. 20 Millionen aus Bangladesch. Auch andere Immigranten aus Tibet, der Mongolei und in etwa 60.000 Tamilen leben in Indien.

6. Woran glauben sie denn eigentlich?

Die meisten von ihnen folgen dem Hinduismus. Es gibt aber auch andere Religionen, wie den Islam oder das Christentum. Sikhismus, Buddhismus und Jainismus sind auch vertreten, dann aber in geringerer Form.

Muslim in Indien

7. Wie komme ich in den Städten von A nach B?

Der Transport in Indien ist sehr gut ausgebaut. In allen großen Städten gibt es sowohl Taxis, als auch Rikschas. Bei beiden kann man entweder vorher den Preis verhandeln oder sich auf das Meter verlassen. Ach, und Zeit muss man mitbringen. Gerade in Mumbai oder Delhi ist eigentlich immer Stau und gehupt wird ja sowieso an jeder Ecke.

Taj Mahal

8. Was muss ich im Norden sehen?

Ganz beliebt im Norden ist das Goldene Dreieck, das entlang von Rajasthan verläuft. Wer nach Indien kommt, der darf das Taj Mahal auf gar keinen Fall verpassen. Auch ein Tag in der romantischen Stadt Udaipur ist ein Muss. Wer das richtig hektische Indien sehen will, der kann auch einen Tag in Delhi verbringen, aber das reicht dann auch…

9. Wie komme ich in den Süden?

Am einfachsten mit dem Flugzeug. Die Flüge innerhalb von Indien sind auch bei spontanen Buchungen sehr günstig. Natürlich könnt ihr auch den Zug nehmen, aber das dauert dann schon einmal 24 Stunden… Günstige Flüge findet ihr bei SpiceJet, AirIndia, GoAir und vielen anderen.

Frau im Taj Mahal

10. Was muss ich im Süden sehen?

Der Süden ist riesig und lässt sich schwer eingrenzen. Toll sind natürlich Goa und Kerala. Hier könnt ihr nach dem hektischen Norden am Strand entspannen und einfach nur in den Tag hineinleben.

Zugfahren in Indien

11. Gibt es in Indien Züge?

Was für eine Frage! Indien ist eine Zugnation. Täglich (!) fahren in etwa 25 Millionen Menschen mit Zügen. Tickets können ganz einfach online gebucht werden oder vor Ort. Es gibt übrigens mehrere Klassen, die in klimatisiert und unklimatisiert unterschieden werden, wobei auch die unklimatisierten Wagen Ventilatoren an den Decken haben:

Klimatisiert:

  • AC Executive (Sesselwagen mit Mahlzeiten)
  • AC Chair Car (Sesselwagen, nur Sitzplätze)
  • 3AC (3 Liegen übereinander)
  • 2AC (Liegewagen mit offenem Großraumabteil)
  • 1AC (Schlafwagenabteil mit 2 Liegen)

Unklimatisiert:

  • First Class (Liegewagen)
  • Second 2-Tier (2. Klasse Liegewagen)
  • Second 3-Tier (Schlafwagen mit drei Liegen übereinander)
  • Erste Klasse (Sitzplätze)
  • Zweite Klasse (Sitzplätze)

12. Wie viele Touristen kommen jährlich nach Indien?

6,2 Millionen Touristen kamen im letzten Jahr nach Indien. Das ist viel weniger als in den Jahren davor, aber immernoch eine super Zahl.

13. Wo kommen die Touristen her?

Die meisten Touristen kommen immer noch aus den USA, aber auch viele Engländer und Deutsche kommen nach Indien.

14. Wann ist die beste Zeit, um nach Indien zu reisen?

Am besten ist es außerhalb der Regenzeit nach Indien zu kommen. Die Regenzeit geht von Juni bis September. Wer trotzdem dann reisen will, kann auch einfach schauen, wo es gerade nicht so doll regnet, dass ist im August zum Beispiel der Norden. Da bleibt man trocken!

15. Was ist Naan und wie macht man das?

Naan ist eines der vielen verschiedenen Brote. In Deutschland kennt man das meist als aufgeblähtes, frittiertes Brot. Das ist aber falsch, denn in Indien wird Naan im Tandoor, also Lehmofen, gebacken und ist somit gar nicht so fettig, wie in Indien.

16. Gibt es auch was Vegetarisches zu essen?

Ja! Indien ist ein Paradies für Vegetarier, denn wer strenger Hindu lebt, der isst gar kein Fleisch. In Indien wimmelt es nur so von vegetarischen Gerichten. Mein Tipps ist übrigens Paneer, ein Käse, der mit allen möglichen Saucen serviert wird.

17. Welche Spezialitäten darf ich auf gar keinen Fall verpassen?

Paneer! Der Käse ist unschlagbar! Außerdem sind auch die Dinge lecker, die es nicht in jedem Inder in Deutschland gibt: Dosas, indische Pfannkuchen, oder das keralische Frühstück: Reismehlkuchen, warme Milch und Banane.

18. Was muss man in Mumbai sehen?

Mumbai ist groß, verdammt groß. Da ist es wichtig ein bisschen zu planen. Der Jain Tempel ist beeindrucken, auch ein Besuch im ehemaligen Haus von Mahatma Gandhi ist sehenswert. Mumbai liegt direkt am Meer. Hier verläuft eine Promenade, die berühmt ist für die ganzen Paare, die dort am Abend Arm in Arm sitzen. Oh und ein Besuch im Café Leopold’s, welches alle aus dem Buch Shantaram kennen!

Dhobi Ghat

19. Wer oder was ist Dhobi Ghat und warum ist er, sie oder es so berühmt?

Dhobi Ghat ist die größte Outdoor Wäscherei der Welt! Hier arbeiten ungefähr 5.000 Männer und waschen jeden Tag Tausende von T-Shirts, Hemden und Hosen in 826 Becken. Auch Firmen und Designer, sowie Hotels, bringen hier ihre Klamotten hin und lassen sie per Hand waschen und auf eine der vielen Leinen inmitten von Mumbai trocknen.

Dhobi Ghat Männer am Arbeiten

20. Was ist ein Slum?

Das ist schwer zu sagen, denn es ist mehr, als nur ein Armenviertel. Dennoch sind dies meist Ansiedlungen von mehreren Menschen auf engstem Raum, die Wohnungen in verwahrlosten Gebieten bauen.

21. Wie viele Slums gibt es in Indien?

Das kann man nicht sagen, denn 1996 wurden viele Slum „geschlossen“ und es blieben nur noch die „legalen“ Slums übrig. Allein in Mumbai gibt es 2.000 Slums, in denen etwa 40% der Bevölkerung leben. Insgesamt leben 6,97 Millionen Inder in Slums.

22. Was passiert in so einem Slum alles?

Der ganz normale Alltag. Viele denken immer, dass hier nichts gemacht wird oder nur gegammelt wird, aber so ist nicht. Dharavi, ein Slum in Mumbai und der größte Slum Asiens, erwirtschaftet im Jahr etwa USD 665 Millionen. Woher? Die Menschen hier haben kreative Wege gefunden, um Geld zu schaffen: sie recyclen und verkaufen Plastik zur Wiederverwertung an große Firmen, sie nähen oder stellen Aluminium her.

23. Warum haben die Frauen einen Punkt zwischen den Augen?

Das ist das dritte Auge, ein Bindi, eine einfache Verschönerung.

Frau in traditioneller Kleidung

24. Und warum malen sich manche Frauen den Scheitel rot an?

Das ist das Zeichen für verheiratete Frauen.

25. Was soll denn dieses Gewackel mit dem Kopf?

Sie wackeln mit dem Kopf, um sich zu verständigen und um sich gegenseitigen Respekt zu verschaffen. Ein Wackeln kann übrigens alles heißen: ja, nein und vielleicht.

26. Isst man in Indien eigentlich mit Messer und Gabel?

Eigentlich nicht, die Inder haben Brot, das perfekt als Messer und Gabel in einem funktioniert. Aber das bitte nur mit der rechten Hand, die Linken nehmen sie für andere Sachen…

27. Darf ich bei 40 Grad im Schatten meine Schultern zeigen?

Am besten nicht. Höflich ist es, wenn ihr die Schultern und die Knie bedeckt und so entspannt wie möglich durch die Straßen lauft. Das hat ja auch etwas mit Respekt zu tun…

28. Warum hupen sie eigentlich immer und überall und sogar, wenn man im Stau steht?

Na wegen der Sicherheit! Die Hupe ist das wichtigste Kommunikationsmittel auf der Straße! Nur so kommen sie sicher durch die stets verstopften Straßen.

29. Gibt es in Indien etwas wie Diskretion?

Eigentlich nicht. Sie glauben daran, dass Drängeln zum Teil besser ist. Gerade wenn sie anstehen, gibt es keine wirkliche Schlange, sondern eher einen ganzen Mob an Menschen. Da heißt es: mitdrängeln!

Heiliger in Indien

30. Wer sind diese Menschen, die in orangener Kleidung durch die Straße laufen?

Das sind Sadhus, Bettelmönche und strenge Shivaisten, die das Leben von Shiva imitieren. Man sieht sie meistens mit einem Wanderstock und einem Napf für das Essen, das sie sich erbetteln. Oft bemalen sie sich auch das Gesicht, so wie Shiva es getan hat: drei Aschestreifen auf der Stirn.

31. Was machen all die Kühe auf der Straße?

Tja, das ist eine gute Frage. Kühe sind die heiligen Tiere in Indien. Sie werden nicht gegessen und werde einfach in Ruhe gelassen. Da kommt es häufig mal vor, dass die Straße durch eine Herde Kühe verstopft ist.

32. Sind die Schulen hier kostenlos?

Nein, leider nicht. Inder müssen für ihre Bildung zahlen.

33. Hören alle Inder Bollywood Musik?

Bollywood ist in Indien riesengroß. Die Inder verlieren sich in den Texten und leiden mit den Sängern oder Schauspielern in den Filmen. Aber es gibt natürlich auch andere Musik.

34. Worauf muss ich aufpassen, wenn ich durch Indien reise?

Ganz einfach: Essen und Abzocken. Esst niemals Früchte, die aufgeschnitten angeboten werden. Die sehen nur so gut aus, weil sie mit frischem Leitungswasser immer wieder feucht gemacht werden und das Leitungswasser in Indien sollte noch nicht einmal zum Zähneputzen genommen werden. Abzocken gibt es an jeder Ecke. Einfach ein paar Mal nachfragen und die gewohnte Menschenkenntnis anwenden, dann werden auch größere Abzocken vermieden.

35. Was sind Beedies?

Beedies sind Zigaretten! Sie werden aus einem Tendublatt gerollt und haben keinen Filter. Ihr bekommt sie an jedem Straßenrand eingepackt in alten indischen Zeitungen oder Werbepostern.

Sicherheitsmann Indien

36. Gibt es in Indien Paläste?

Oh ja und wie! An jeder Ecke, in jeder Stadt, überall! Der tollste Palast ist Amber Fort in Jaipur.

37. Was machen die indischen Ayurveda Massagen so besonders?

Es ist eine ganz andere Form der Massage. Hier liegt man nicht und wird gestreichelt, sondern ordentlich durchgeknetet und vor allem mit ganz, ganz viel Öl bedeckt.

38. Leben in Goa nur Hippies?

Das könnte man meinen, aber, nein, hier gibt es natürlich neben den Trance-Parties auch ein ganz normales Leben. Übrigens ist Goa auch bei Indern ein sehr beliebtes Reiseziel.

39. Was muss ich aus Indien als Souvenir mitbringen?

Gewürze! Gerade Kerala ist berühmt für die tollen Gewürze. In Goa gibt es die besten Cashewnüssen und sonst stellen sie tolle Ledertaschen her und verkaufen echte Pashmina Schals aus Kashmir.

40. Wie lange sollte ich am besten in Indien bleiben?

Alles unter zwei Wochen ist Quatsch. Ihr braucht alleine 3-4 Tage, um mit dem hektischen Leben in Indien klarzukommen!

Kommentare

  1. Danke für die tollen Tipps, ich habe Indien in letzter Zeit immer öfter auf dem Schirm, bin mir aber immer sehr unsicher, wo man hinkann und wo besser nicht.

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