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Lilies Diary | 26. Mrz 2017

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7 Kommentare

Der schönste Tag in meinem Leben

Christine

Ich habe schon öfters die Frage gestellt bekommen, bei Interviews oder einfach so, was denn der schönste Tag in meinem Leben war. Ich hatte viele, wirklich wunderschöne Tage in meinem Leben. Es kam mir immer ungerecht vor, den einen auszuwählen und zum Schönsten zu ernennen. Aber ich glaube, in diesem Fall ist es ein bisschen wie mit der großen Liebe. Man glaubt nicht an sie, bis sie vor einem steht. So ist es mit dem schönsten Tag im Leben. Man kann sich für keinen entscheiden, bis er vor der Tür steht.

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Der schönste Tag im Leben: Auf dem Weg in die Antarktis

Ich bin schon um 7 Uhr aufgewacht und war eigentlich auf dem Weg zum Frühstück. Seit 12 Tagen bin ich Passagier auf der MD Midnatsol, die sich, als eines der ersten Schiffe der Saison, aufgemacht hat in die Antarktis. Es war eine lange, aber wunderschöne Anreise von unserem Startpunkt Montevideo über einen Stopp in Argentinien. Hier habe ich einem Wal direkt in die Augen geschaut und Felsenpinguin Kolonie beobachtet. Das große Ziel war jedoch die Antarktis.

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Unsere erste Anlandung musste leider unterbrochen werden, weil sich binnen Sekunden ein heftiger Sturm gemeldet hatte. Genau 10 Minuten war ich an Land, bis ich wieder zurück gerufen wurde. Klar war ich ein bisschen enttäuscht. Nicht nur vom Abbruch der Anlandung, sondern auch von der Landschaft. Unser erster Stopp war die Arctowski-Station. Ein recht grauer und trostloser Ort.

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Der schönste Tag im Leben: Bezauberndes Winterwonderland

Irgendwie hatte ich mir die Antarktis anders vorgestellt. Genau so, wie ich sie plötzlich an dem Morgen aus dem Fenster gesehen habe, als ich eigentlich auf den Weg zum Frühstück war. Ich bin sofort zurück ins Zimmer gerannt, habe mich mit allen Schichten eingepackt und bin aufs Deck gestürmt. Unser Schiff fuhr durch spiegelglattes Wasser, in dem die schönsten Eisschollen schwammen. Auf manchen räkelten sich Robben. Man hatte nur Augen für das leuchtende Blau unter dem Wasser. Man sah, wie groß so eine Scholle unter Wasser sein kann. Links und rechts neben dem Boot ragten schwarze Berge in den Himmel, die an manchen Stellen nur ganz leicht weiß gepudert, an anderen wiederum dicke Schneeplatten auf sich trugen. Es war märchenhaft. Ich musste mich kurz kneifen, um das wirklich zu verstehen. Ich bin da. Ich bin in der Antarktis und es sieht schöner aus, als ich es mir je hätte träumen lassen.

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Der schönste Tag im Leben: Robben, Eisschollen und Pinguine

Nach zwei Stunden Fahrt durch dieses Winterwonderland, kamen wir am Ziel an. Der Captain fuhr den Anker aus und wir sind mit unseren kleinen Schlauchbooten an Land geschippert. Es war wirklich nicht einfach. Der Wind hatte zahlreiche Eisschollen in die Bucht getrieben und wir brauchten circa eine Stunde, uns einen Weg durch das Schollenlabyrinth zu bahnen. Doch ich hätte auch noch zwei Stunden dort sitzen können. Immer wieder kamen Eselspinguine aus dem Wasser gesprungen wie ein Schwarm Delfine. Manche standen auch schon neugierig auf ein paar Eisschollen, wie ein Begrüßungskomitee.

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Vor Ort, an der Anlandungsstelle, hat die Crew wirklich alles möglich gemacht, um uns an Land zu bringen. Sie zogen das Boot zu fünft das letzte Stück an Land, räumten händisch Eisschollen bei Seite und haben Unglaubliches geleistet. Ich wäre ihnen am liebsten allen um den Hals gefallen vor Dankbarkeit, aber ich glaube, da hingen heute schon genügend Leute, aus Dankbarkeit oder aus Angst, im Wasser das letzte Stück an Land auszurutschen. Ich glaube, das war das erste Mal, dass meine Augen in der Antarktis feucht wurden.

Der schönste Tag im Leben: Menschen, die deinen Traum wahr werden lassen

Wenn man sieht, mit was für einer Leidenschaft sie ihren Job machen, wird einem ganz warm ums Herz. Dank ihres Einsatzes wurde für so viele Passagiere der Traum ihres Lebens wahr – einmal in der Antarktis stehen. Auch für mich wurde ein Traum wahr. Ich war an Land. Ich stapfte durch den Schnee. Ich stand Pinguinen gegenüber, die mich neugierig anschauten und dann seelenruhig weiter watschelten. Es gab an Land zwei Momente, wo meine Augen nicht nur feucht wurden, sondern wo Tränen meine Wangen runterliefen.

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Der schönste Tag im Leben: Natur pur

Es war der Moment, als ich auf diese Aussicht schaute. Tausende von Pinguinen versammelten sich auf der Insel, um zu brüten. Tausend Tiere, die ein Leben führen dürfen, wie es ihnen von der Natur geschenkt wurde. In Freiheit und mit Würde. Die erste Träne kam aus Freude. Die zweite aus Trauer, dass wir so vielen Tieren diese Würde nehmen. Wir stecken sie in Zoos, um sie zu begaffen, wir halten sie unter würdelosen Bedienungen, die ich ganz klar als Tierquälerei ansehe. Wir konsumieren und konsumieren und vergessen darüber nachzudenken, was wir damit anrichten.

Und bitte kommt mir jetzt nicht mit: „Ich esse nur ganz selten Fleisch und wenn, dann nur bio.“ Damit schafft ihr euch vielleicht ein reines Gewissen, aber mehr auch nicht. Ich hatte das große Glück, dass ich diese Pinguine in freier Wildbahn sehen durfte. Ich würde aber nie in den Zoo gehen, um sie anzuschauen. Wenn man nämlich einmal sieht, wie ihr richtiges Leben aussieht, dann zerreißt es einem das Herz, dass wir Menschen sie in Gefangenschaft einsperren.

Der schönste Tag im Leben: Treue – ein Leben lang

Ich bin weiter über die Insel gelaufen, habe Pinguinen Vorfahrt gegeben und kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Wir durften an Land an drei verschiedene Stationen gehen. Höchste Priorität war es, die Tiere nicht zu stören. Keine Angst, sie fühlen sich durch unseren Besuch nicht gestört. Wir sind ihnen ziemlich egal. Sie schauen uns kurz an und dann geht die Arbeit weiter. Die Frauensuche, das Nest bauen, Nachwuchs zeugen … Pinguine sind sich ein Leben lang treu und treffen sich jedes Jahr wieder.

Am höchsten Punkt der Insel, mit dem Blick über all die tausend Pinguin-Kolonien, die Eisberge, die Bucht und unser Schiff rollen mir ein paar mehr Freudentränen über die Wangen. So muss er sich anfühlen – der schönste Tag der Welt. Ich musste über diese Frage nicht mehr minutenlang nachdenken. Ich habe es gespürt und ich werde ihn nie wieder vergessen.

Und noch mehr als 1.000 Worte sagt mein Video:

antarktis-traumziel

Dieses Abenteuer habe ich volvic und ihrer Kampagne #beunstoppable zu verdanken.

 volvic

Hier kommen noch mehr wunderschöne Fotos:

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eisberge-antarktis

schneelandschaft

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Kommentare

  1. Liebe Christine,
    mir fehlen ein bisschen die Worte, so beeindruckt bin ich. Schon seit deinem ersten Antarktis Video ist es um mich geschehen und ich warte ständig sehnsüchtig auf die nächste Episode. Aber auch auf dem Blog oder bei Instagram muss ich immer wieder spicken, ob du nicht doch einen neuen Post veröffentlicht hast.
    Am Montag habe ich mir einen Lebenstraum erfüllt und meinen Flug nach Peru gebucht, wo ich im nächsten Sommer auf den Machu Picchu steigen werde. Seit das feststeht bin ich fast ein bisschen wehmütig, weil ich ja dann keinen großen Traum mehr habe, auf den ich hinarbeiten kann.
    Dank dir ist hier schnell Abhilfe geschaffen :) Auch wenn ich ganz furchtbar seekrank bin… Danke!!
    Liebste Grüße
    Nadine

    • Christine

      Oh vielen, lieben Dank! Ist gibt immer wieder Träume, da kann ich dich beruhigen ;)

  2. Das sind solch wundervolle Eindrücke – einfach Atemberaubend!!
    Antarktis würde mich auch absolut reizen und das, obwohl ich ein asboluter Kältehasser bin ^^. Das wäre es mir aber mehr als wert. Eine tolle Erfahrung, die Du da machen durftest.

    Allerliebst
    Sylvi

    • Christine

      Ja, tue es! Sind nur keine Drohnen erlaubt ;)

  3. Kristina F.

    Wunderschöne Bilder – einfach der Wahnsinn! Was für ein Glück sowas erleben zu dürfen. Diese Reise wirst du sicher nicht so schnell vergessen. Danke für diese tollen Bilder! Einfach nur TOLL! Unsere Erde ist so wunderschön :-)

  4. Lisa

    Wie kalt ist es dort? :-)

    • Christine

      Kommt drauf an ob die Sonne scheint oder der Wind geht ;)

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