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Lilies Diary | 20. August 2017

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2 Kommentare

Budapest Insidertipps: Ohne Plan, ganz spontan

Anne
  • am 11. Februar 2016

Leichter Tomatengeruch, gepaart mit frisch gemahlenem Café, schwirrt mir in die Nase. Die nette Bedienung stellt mein Frühstück auf den massiven, dunklen Holztisch, an dem ich sitze, mit seitlichem Hipsterzopf, der ganz aufgeregt nach rechts und links wippt, wenn sie durch den Laden stolziert. Shakshuka heißt das, was dort vor mir steht. Die israelische Version des englischen Frühstücks: pochierte Eier in Tomatensauce mit Chili. Das passt gerade ganz gut, nach einem späten Flug und einer sehr kurzen Nacht.

Budapest Sehenswürdigkeiten-shakshuka

Mein Blick schweift durch den Laden: Gestapelte Töpfe stehen in der einen Ecke, an der Wand hängen handbeschriebene Tafeln und im Hinterhof versteckt sich ein riesiger Biergarten. Hm, Berlin? Tel Aviv? London? Nö. Nichts davon. Ich sitze mitten in Budapest. Naja, in Pest. Denn Budapest teilt sich in Buda und Pest. Für meinen ersten Tag in der ungarischen Hauptstadt habe ich mir den siebten Bezirk von Pest ausgesucht. Erst am Vorabend bin ich ganz spontan von Berlin nach Budapest geflogen. Zeit zur Vorbereitung hatte ich nicht und trotzdem möchte ich tolle Budapest Insidertipps entdecken.

Budapest Sehenswürdigkeiten-koeleves-cafe

So ist das, wenn eine Freundin dringend ein Glas Wein mit einer guten Freundin trinken möchte. Flug gebucht, Hotel spontan über die App HotelTonight gesichert und los geht’s. Meine Freundin arbeitet und so bin ich auf mich allein gestellt. Das ist aber gar nicht schlimm. Früh am Morgen stolpere ich aus meinem Hotel, das sich mitten im Hipsterviertel, dem 7. Bezirk bzw. dem alten, jüdischen Viertel, befindet und lande im Köleves Kert – mit pochierten Eier vor der Nase.

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Es gibt selten einen Trip, bei dem ich von Anfang an keine Liste im Gepäck habe. Wo ich nicht minutiös plane, was ich wann machen möchte. Ich fühle mich ein bisschen überfordert. Von der Stadt, der Sprache und den vielen Üs und Ös in den einzelnen Wörtern. Aber, da hilft eigentlich nur eins: Los gehen und treiben lassen – und genau das mache ich jetzt. Die Suche nach den Budapest Insidertipps kann beginnen!

Budapest Insidertipps: In Budapests VII. Bezirk – Hipster, Gassen, Hinterhöfe und Langós

Vom Köleves Kert aus spaziere ich durch die kleinen Straßen, die dank der Pflastersteine und Gebäude mit tollen Fassaden ein ganz eigenes Flair haben. Budapest wirkt irgendwie ganz anders, als ich es in Erinnerung hatte. Jung, hip und verdammt cool.

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Budapest Insidertipps: Latte im Goa Mama Café – dort, wo Möbel und Café zusammen cool sind

Nach nur ein paar Metern lande ich in der Király Utca – einer mit Cafés und Bars gesäumten Straße. Oh je. Ich kann mich gar nicht entscheiden, in welches Café ich als erstes gehe. Viele wirken wie kleine Vintage-Läden, andere wie Industrieräume und wieder andere versprühen einen Charme, der ein Mix aus Romantik, Coolness und einfach süß ist. So wie das Goa Mama Café. Klein, gemütlich und mit einem Möbelladen an der Seite. Mit einem Latte in der Hand sitze ich am Fenster und beobachte das Treiben auf der beschäftigten Straße. Echt cool dieses Budapest.

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Budapest Insidertipps: Eine kleine, eigene Welt im Gozsdu Hof

Von der Király Utca biege ich links ab und lande mitten in den Gozsdu Höfen. Wow! Und ich dachte, die Berliner Hackeschen Höfe sind schön, romantisch und toll – und irgendwie alles in Einem. Nee, geirrt. Eindeutig. Die Gozsdu Höfe sind zu sechst und umringt von sieben Gebäuden. Hier drin befindet sich eine geballte Ladung Hipstertum.

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Zusammen mit mehreren Touristen, mit Kamera um den Hals, schlendere ich durch die engen Durchgänge, die mich von Hof zu Hof bringen. An Wochenenden wird es hier umso voller, denn da befinden sich in eben den Durchgängen auch noch Stände mit allem möglichen Krimskrams: Taschen, Schmuck, Souvenirs – alles, was der Tourist braucht.

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Und doch, obwohl diese Höfe zu einer der größten Attraktion in der ungarischen Hauptstadt gehören, fühle ich mich hier total wohl. Sei es das Restaurant Spíler, das die tollste Bar der Welt hat oder die Pad Thai Wok Bar, die in Sekundenschnelle Thai-Essen zaubert, das mich direkt nach Bangkok katapultiert – hier kann man locker einen ganzen Tag verbringen.

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Budapest Insidertipps: Fett, fetter, Langós

Schon als kleines Kind habe ich Ungarn geliebt. Gerade die langen Wege, die man in den Balatón laufen kann, fand ich, als kleiner Nichtschwimmer im Alter von 5 Jahren, super. Wenn ich aber heute über unsere früheren Ungarnreisen nachdenke, dann habe ich einen ganz besonderen Geschmack im Mund: Langós. Das sind fettige Hefebrote, die mit unterschiedlichem Allerlei bestückt werden. Meine liebste Variante ist Frischkäse mit Streuselkäse. Weil, wenn schon fettig, dann richtig. Übrigens: Am besten schmecken die Fettflatschen, wenn man sie bei ganz kleinen Eckständen bestellt. Wie der namenslose Laden, der sich direkt vor den Gozsdu Höfen befindet. Lecker!

Budapest Insidertipps: Republik der „Ruin Pubs“ – Willkommen im 7. Bezirk

Ruin Pubs gehören zu Budapest. Genauso wie Gulasch, Thermalbäder und Brücken. Doch wirkliche Ruinen sind diese Pubs und Bars nicht. Ganz im Gegenteil. Naja, fast. Alle Ruinen-Pubs befinden sich in alten, verlassenen Gebäuden, die meist einen riesigen Innenhof haben, wo sich im Sommer Tische und Stühle befinden oder Leute picknicken. Es wirkt ein bisschen so, als würde man einen entspannten Berliner Innenhof mit shabby-chic Charakter mit einer typisch bayerischen Bierhalle mixen: Heraus kommt eine Budapester Ruin Bar – und in genau der befinde ich mich jetzt.

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Nämlich mitten im Szimpla Kert, einer echten Ruin-Bar. Es ist dunkel, es ist voll kleiner Dinge, die ich erst einmal entdecken muss. Die Luft riecht nach Shisha, nach Bier und nach Schweiß, denn voll ist es hier auch noch.

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Ein unglaublich wahnsinniger Laden: Bilderrahmen, Schwarz-Weiß-TV, eine Live Band auf der Bühne, Elektromusik in der Ecke und alles ist irgendwie, als würde man eine fremde Welt betreten. Ganz anders, ganz eigen.

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Budapest Insidertipps: Budapest auf den Schienen und ganz oben hinaus

Ganz ehrlich, eine Stadt nur zu Fuß oder aus Touristenbussen zu erleben ist schon lange nicht mehr cool. War es das überhaupt schon mal? An meinem zweiten Tag in der ungarischen Hauptstadt nehme ich mir jedenfalls vor, mich so zu bewegen, wie ich es in einer Großstadt noch nie getan habe. Aber bevor es auf die Schienen und auf den Berg geht, schau ich mir die Bäder von Nahem an.

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Budapest Insidertipps: St. Gellért Thermalbad – Dort, wo die Zeit stehen geblieben ist

Entspannt floate ich durch die einzelnen Becken. 35 Grad, 40 Grad oder doch nur 30 Grad? Entscheiden kann ich mich nicht, aber das ist auch nicht schlimm, denn in den berühmten Gellért-Bädern gibt es alles.

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Acht Becken gibt es hier, die draußen und auch drinnen Touristen, Einheimische, Jugendliche, Erwachsene und vor allem Senioren in die absolute Entspannungsphase katapultieren. Ich bin am Mittag hier – Happy Hour für Senioren. Zumindest wirkt es so und das gibt mir ein ganz wohlig-warmes Gefühl. Zwischen den lila, grauen und weißen Haaren kann ich mich richtig fallen lassen ohne mir Gedanken zu machen. Doch es sind nicht nur die Besucher, die mir ein gutes Gefühl geben. Schon beim Betreten der Bäder werde ich in eine andere Welt geschossen. Die Decken der Eingangshalle sind hoch und golden verziert. Nach Chlor riecht es hier nicht, dafür legt sich eine Art Salzfilm auf meine Haut. Wer also entspannt in den Tag starten will, der sollte hier herkommen und sich von der Schwere des Thermalwassers auffangen lassen.

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Budapest Insidertipps: Alte Schienen, junge Schaffner, hohe Berge, steile Seile

Budapest kenne ich als Stadt der Brücken. Als die Stadt, die aus Buda und aus Pest besteht. Und als eine Stadt, die tolle Gebäude besitzt. Aber bisher war mir nicht klar, dass diese Stadt Berge, Sessellifte und alte Bahnen besitzt.

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Grund genug mir das einmal genauer anzuschauen.

Budapest Insidertipps: Zahnradbahn

Ich nehme zuerst die Zahnradbahn ab Városmajor und fahre auf den Széchenyi Berg. Eine Zahnradbahn ist übrigens die Bahn, die auf der Buda-Seite von Budapest liegt. Die alte Dame hat schon einige Jahre auf den Buckel, aber erklimmt den Berg immer noch schneller und eleganter als so mancher 20-Jähriger.

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Stück für Stück bekomme ich einen besseren Ausblick auf die Stadt und vor allem mitten in die Wohnzimmer der Menschen, die direkt neben der Bahn wohnen. Oben angekommen folge ich dem süßen Geruch des ungarischen Baumkuchens. Dessen Namen ich übrigens immer noch nicht aussprechen kann. Kürtöskalacs. Sie sind rund, klebrig, lecker und unheimlich süß.

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Am besten schmecken sie frisch zubereitet am Straßenrand. Wie bei dieser Omi hier:

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Die Budapester Omis gehören quasi auch schon zu den Budapest Sehenswürdigkeiten.

Budapest Insidertipps: Kinderbahn

Mit meinem Kuchen in der Tüte renne ich über die Wiese zur Kinderbahn (Gyermekvasút). Das ist keine Bimmelbahn für Kinder, sondern eine große, echte Bahn, geführt von Kindern.

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12-jährige, 14-jährige und noch jüngere Kinder stehen hier, als Schaffner, Kontrolleur und Aufseher, in Uniform, mit Hut und Trillerpfeife. Super lustig!

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Die Bahn an sich fährt dann übrigens durch die Wälder Budapests – eine ganz andere Großstadt sieht man hier auf einmal.

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Wer Budapest noch aus einem anderen Winkel sehen will, der sollte schon vor der Endhaltestelle aus der Kinderbahn steigen, durch ein Naturschutzgebiet laufen und den Sessellift in die Stadt nehmen.

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Glücklich und mit roten Wangen von der ganzen frischen Luft komme ich wieder im Zentrum von Budapest an und bin absolut begeistert von dieser Stadt.

Ob Hipstergassen, Biergärten, alternative Ruin-Bars oder einem ganz altmodischen Sessellift – Budapest ist echt verdammt cool.

Und schön. Und günstig. Und entspannt.

Ich komme wieder – auch wieder ohne Plan. Ganz spontan. Mit vielen Budapest Insidertipps für euch!

hr habt Lust was zu unternehmen? Wollt aber nicht ewig warten? Dann kauft euch eure Tickets für Budapest vorab hier:
Budapest Hop On:Hop Off Tour Budapest Karte Budapest mit dem Fahrrad Budapest Parlament Tour Candle Light Dinner Dicta Tour Stadttour Budapest

Danke an HotelTonight für meine Einquartierung im Hipster Viertel von Budapest!

Vorschaubild von Moyan Brenn

Kommentare

  1. MadameDisney

    Hi schöner Bericht. Nur ein klitzekleine Kleinigkeit.
    Die Standard Langos Variante ist Sauerrahm mit Streukäse nicht Frischkäse :)

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