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Lilies Diary | 25. März 2017

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2 Kommentare

Budapest Insidertipps: Ohne Plan, ganz spontan

Anne
  • am 11. Februar 2016

Leichter Tomatengeruch, gepaart mit frisch gemahlenem CafĂ©, schwirrt mir in die Nase. Die nette Bedienung stellt mein FrĂŒhstĂŒck auf den massiven, dunklen Holztisch, an dem ich sitze, mit seitlichem Hipsterzopf, der ganz aufgeregt nach rechts und links wippt, wenn sie durch den Laden stolziert. Shakshuka heißt das, was dort vor mir steht. Die israelische Version des englischen FrĂŒhstĂŒcks: pochierte Eier in Tomatensauce mit Chili. Das passt gerade ganz gut, nach einem spĂ€ten Flug und einer sehr kurzen Nacht.

Budapest SehenswĂŒrdigkeiten-shakshuka

Mein Blick schweift durch den Laden: Gestapelte Töpfe stehen in der einen Ecke, an der Wand hĂ€ngen handbeschriebene Tafeln und im Hinterhof versteckt sich ein riesiger Biergarten. Hm, Berlin? Tel Aviv? London? Nö. Nichts davon. Ich sitze mitten in Budapest. Naja, in Pest. Denn Budapest teilt sich in Buda und Pest. FĂŒr meinen ersten Tag in der ungarischen Hauptstadt habe ich mir den siebten Bezirk von Pest ausgesucht. Erst am Vorabend bin ich ganz spontan von Berlin nach Budapest geflogen. Zeit zur Vorbereitung hatte ich nicht und trotzdem möchte ich tolle Budapest Insidertipps entdecken.

Budapest SehenswĂŒrdigkeiten-koeleves-cafe

So ist das, wenn eine Freundin dringend ein Glas Wein mit einer guten Freundin trinken möchte. Flug gebucht, Hotel spontan ĂŒber die App HotelTonight gesichert und los geht’s. Meine Freundin arbeitet und so bin ich auf mich allein gestellt. Das ist aber gar nicht schlimm. FrĂŒh am Morgen stolpere ich aus meinem Hotel, das sich mitten im Hipsterviertel, dem 7. Bezirk bzw. dem alten, jĂŒdischen Viertel, befindet und lande im Köleves Kert – mit pochierten Eier vor der Nase.

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Es gibt selten einen Trip, bei dem ich von Anfang an keine Liste im GepĂ€ck habe. Wo ich nicht minutiös plane, was ich wann machen möchte. Ich fĂŒhle mich ein bisschen ĂŒberfordert. Von der Stadt, der Sprache und den vielen Üs und Ös in den einzelnen Wörtern. Aber, da hilft eigentlich nur eins: Los gehen und treiben lassen – und genau das mache ich jetzt. Die Suche nach den Budapest Insidertipps kann beginnen!

Budapest Insidertipps: In Budapests VII. Bezirk – Hipster, Gassen, Hinterhöfe und LangĂłs

Vom Köleves Kert aus spaziere ich durch die kleinen Straßen, die dank der Pflastersteine und GebĂ€ude mit tollen Fassaden ein ganz eigenes Flair haben. Budapest wirkt irgendwie ganz anders, als ich es in Erinnerung hatte. Jung, hip und verdammt cool.

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Budapest Insidertipps: Latte im Goa Mama CafĂ© – dort, wo Möbel und CafĂ© zusammen cool sind

Nach nur ein paar Metern lande ich in der KirĂĄly Utca – einer mit CafĂ©s und Bars gesĂ€umten Straße. Oh je. Ich kann mich gar nicht entscheiden, in welches CafĂ© ich als erstes gehe. Viele wirken wie kleine Vintage-LĂ€den, andere wie IndustrierĂ€ume und wieder andere versprĂŒhen einen Charme, der ein Mix aus Romantik, Coolness und einfach sĂŒĂŸ ist. So wie das Goa Mama CafĂ©. Klein, gemĂŒtlich und mit einem Möbelladen an der Seite. Mit einem Latte in der Hand sitze ich am Fenster und beobachte das Treiben auf der beschĂ€ftigten Straße. Echt cool dieses Budapest.

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Budapest Insidertipps: Eine kleine, eigene Welt im Gozsdu Hof

Von der KirĂĄly Utca biege ich links ab und lande mitten in den Gozsdu Höfen. Wow! Und ich dachte, die Berliner Hackeschen Höfe sind schön, romantisch und toll – und irgendwie alles in Einem. Nee, geirrt. Eindeutig. Die Gozsdu Höfe sind zu sechst und umringt von sieben GebĂ€uden. Hier drin befindet sich eine geballte Ladung Hipstertum.

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Zusammen mit mehreren Touristen, mit Kamera um den Hals, schlendere ich durch die engen DurchgĂ€nge, die mich von Hof zu Hof bringen. An Wochenenden wird es hier umso voller, denn da befinden sich in eben den DurchgĂ€ngen auch noch StĂ€nde mit allem möglichen Krimskrams: Taschen, Schmuck, Souvenirs – alles, was der Tourist braucht.

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Und doch, obwohl diese Höfe zu einer der grĂ¶ĂŸten Attraktion in der ungarischen Hauptstadt gehören, fĂŒhle ich mich hier total wohl. Sei es das Restaurant SpĂ­ler, das die tollste Bar der Welt hat oder die Pad Thai Wok Bar, die in Sekundenschnelle Thai-Essen zaubert, das mich direkt nach Bangkok katapultiert – hier kann man locker einen ganzen Tag verbringen.

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Budapest Insidertipps: Fett, fetter, LangĂłs

Schon als kleines Kind habe ich Ungarn geliebt. Gerade die langen Wege, die man in den BalatĂłn laufen kann, fand ich, als kleiner Nichtschwimmer im Alter von 5 Jahren, super. Wenn ich aber heute ĂŒber unsere frĂŒheren Ungarnreisen nachdenke, dann habe ich einen ganz besonderen Geschmack im Mund: LangĂłs. Das sind fettige Hefebrote, die mit unterschiedlichem Allerlei bestĂŒckt werden. Meine liebste Variante ist FrischkĂ€se mit StreuselkĂ€se. Weil, wenn schon fettig, dann richtig. Übrigens: Am besten schmecken die Fettflatschen, wenn man sie bei ganz kleinen EckstĂ€nden bestellt. Wie der namenslose Laden, der sich direkt vor den Gozsdu Höfen befindet. Lecker!

Budapest Insidertipps: Republik der „Ruin Pubs“ – Willkommen im 7. Bezirk

Ruin Pubs gehören zu Budapest. Genauso wie Gulasch, ThermalbĂ€der und BrĂŒcken. Doch wirkliche Ruinen sind diese Pubs und Bars nicht. Ganz im Gegenteil. Naja, fast. Alle Ruinen-Pubs befinden sich in alten, verlassenen GebĂ€uden, die meist einen riesigen Innenhof haben, wo sich im Sommer Tische und StĂŒhle befinden oder Leute picknicken. Es wirkt ein bisschen so, als wĂŒrde man einen entspannten Berliner Innenhof mit shabby-chic Charakter mit einer typisch bayerischen Bierhalle mixen: Heraus kommt eine Budapester Ruin Bar – und in genau der befinde ich mich jetzt.

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NĂ€mlich mitten im Szimpla Kert, einer echten Ruin-Bar. Es ist dunkel, es ist voll kleiner Dinge, die ich erst einmal entdecken muss. Die Luft riecht nach Shisha, nach Bier und nach Schweiß, denn voll ist es hier auch noch.

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Ein unglaublich wahnsinniger Laden: Bilderrahmen, Schwarz-Weiß-TV, eine Live Band auf der BĂŒhne, Elektromusik in der Ecke und alles ist irgendwie, als wĂŒrde man eine fremde Welt betreten. Ganz anders, ganz eigen.

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Budapest Insidertipps: Budapest auf den Schienen und ganz oben hinaus

Ganz ehrlich, eine Stadt nur zu Fuß oder aus Touristenbussen zu erleben ist schon lange nicht mehr cool. War es das ĂŒberhaupt schon mal? An meinem zweiten Tag in der ungarischen Hauptstadt nehme ich mir jedenfalls vor, mich so zu bewegen, wie ich es in einer Großstadt noch nie getan habe. Aber bevor es auf die Schienen und auf den Berg geht, schau ich mir die BĂ€der von Nahem an.

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Budapest Insidertipps: St. GellĂ©rt Thermalbad – Dort, wo die Zeit stehen geblieben ist

Entspannt floate ich durch die einzelnen Becken. 35 Grad, 40 Grad oder doch nur 30 Grad? Entscheiden kann ich mich nicht, aber das ist auch nicht schlimm, denn in den berĂŒhmten GellĂ©rt-BĂ€dern gibt es alles.

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Acht Becken gibt es hier, die draußen und auch drinnen Touristen, Einheimische, Jugendliche, Erwachsene und vor allem Senioren in die absolute Entspannungsphase katapultieren. Ich bin am Mittag hier – Happy Hour fĂŒr Senioren. Zumindest wirkt es so und das gibt mir ein ganz wohlig-warmes GefĂŒhl. Zwischen den lila, grauen und weißen Haaren kann ich mich richtig fallen lassen ohne mir Gedanken zu machen. Doch es sind nicht nur die Besucher, die mir ein gutes GefĂŒhl geben. Schon beim Betreten der BĂ€der werde ich in eine andere Welt geschossen. Die Decken der Eingangshalle sind hoch und golden verziert. Nach Chlor riecht es hier nicht, dafĂŒr legt sich eine Art Salzfilm auf meine Haut. Wer also entspannt in den Tag starten will, der sollte hier herkommen und sich von der Schwere des Thermalwassers auffangen lassen.

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Budapest Insidertipps: Alte Schienen, junge Schaffner, hohe Berge, steile Seile

Budapest kenne ich als Stadt der BrĂŒcken. Als die Stadt, die aus Buda und aus Pest besteht. Und als eine Stadt, die tolle GebĂ€ude besitzt. Aber bisher war mir nicht klar, dass diese Stadt Berge, Sessellifte und alte Bahnen besitzt.

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Grund genug mir das einmal genauer anzuschauen.

Budapest Insidertipps: Zahnradbahn

Ich nehme zuerst die Zahnradbahn ab VĂĄrosmajor und fahre auf den SzĂ©chenyi Berg. Eine Zahnradbahn ist ĂŒbrigens die Bahn, die auf der Buda-Seite von Budapest liegt. Die alte Dame hat schon einige Jahre auf den Buckel, aber erklimmt den Berg immer noch schneller und eleganter als so mancher 20-JĂ€hriger.

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StĂŒck fĂŒr StĂŒck bekomme ich einen besseren Ausblick auf die Stadt und vor allem mitten in die Wohnzimmer der Menschen, die direkt neben der Bahn wohnen. Oben angekommen folge ich dem sĂŒĂŸen Geruch des ungarischen Baumkuchens. Dessen Namen ich ĂŒbrigens immer noch nicht aussprechen kann. KĂŒrtöskalacs. Sie sind rund, klebrig, lecker und unheimlich sĂŒĂŸ.

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Am besten schmecken sie frisch zubereitet am Straßenrand. Wie bei dieser Omi hier:

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Die Budapester Omis gehören quasi auch schon zu den Budapest SehenswĂŒrdigkeiten.

Budapest Insidertipps: Kinderbahn

Mit meinem Kuchen in der TĂŒte renne ich ĂŒber die Wiese zur Kinderbahn (GyermekvasĂșt). Das ist keine Bimmelbahn fĂŒr Kinder, sondern eine große, echte Bahn, gefĂŒhrt von Kindern.

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12-jĂ€hrige, 14-jĂ€hrige und noch jĂŒngere Kinder stehen hier, als Schaffner, Kontrolleur und Aufseher, in Uniform, mit Hut und Trillerpfeife. Super lustig!

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Die Bahn an sich fĂ€hrt dann ĂŒbrigens durch die WĂ€lder Budapests – eine ganz andere Großstadt sieht man hier auf einmal.

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Wer Budapest noch aus einem anderen Winkel sehen will, der sollte schon vor der Endhaltestelle aus der Kinderbahn steigen, durch ein Naturschutzgebiet laufen und den Sessellift in die Stadt nehmen.

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GlĂŒcklich und mit roten Wangen von der ganzen frischen Luft komme ich wieder im Zentrum von Budapest an und bin absolut begeistert von dieser Stadt.

Ob Hipstergassen, BiergĂ€rten, alternative Ruin-Bars oder einem ganz altmodischen Sessellift – Budapest ist echt verdammt cool.

Und schön. Und gĂŒnstig. Und entspannt.

Ich komme wieder – auch wieder ohne Plan. Ganz spontan. Mit vielen Budapest Insidertipps fĂŒr euch!

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Danke an HotelTonight fĂŒr meine Einquartierung im Hipster Viertel von Budapest!

Vorschaubild von Moyan Brenn

Kommentare

  1. MadameDisney

    Hi schöner Bericht. Nur ein klitzekleine Kleinigkeit.
    Die Standard Langos Variante ist Sauerrahm mit StreukÀse nicht FrischkÀse :)

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