Ich liebe Fliegen. Ein bisschen Podcast hören, jede Menge Butterkekse futtern, mit meinem Nackenhörnchen kuscheln, irgendwelche Filme gucken, die ich schon immer sehen wollte, oder irgendwie einfach mal nichts machen. Herrlich! Doch wage ich einen Blick in meinen Freundeskreis, geht es den wenigsten so. Die meisten steigen zwar in den Ferienflieger in Richtung Sommer-Sonne-Sonnenschein, aber das doch meist mit einem eher mulmigen Gefühl. Ein paar wenige haben sogar echte Panik – Herzrasen, feuchte Hände und angsterfüllte Gedanken über Flugzeugkatastrophen inklusive.

Zeit, das zu ändern – oder dieses ungute Gefühl zumindest irgendwie einzudämmen. Aus diesem Grund habe ich in den letzten Wochen intensiv mit vielen Menschen in meinem Umfeld gesprochen und ein paar Tipps und Tricks zusammengetragen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Bittesehr, meine 7 Tipps gegen Flugangst!

Tipps gegen Flugangst

Tipps gegen Flugangst: 1. Technik verstehen

Ein brennender Flügel, ein ausgefallenes Triebwerk oder eine Notlandung auf dem Ozean – um das Kopfkino beim Fliegen auszuschalten, schadet es nicht, sich im Vorfeld ein paar Infos einzuholen. Also: Wie funktioniert eigentlich ein Flugzeug? Und was muss passieren, damit es zu einem Absturz kommt?

Denn mal ehrlich, wie oft fällt tatsächlich ein Flugzeug vom Himmel? Es braucht schon mehr als etwas Wind und starke Turbulenzen. Das habe ich auch Schwarz auf Weiß. Insgesamt gab es 2017 nach Berechnungen des Hamburger Flugunfallbüros JACDEC im Jahr 2017 40 Tote bei Flugunfällen – im Vorjahr waren es noch 321. Dem gegenüber stehen rund 4 Milliarden Passagiere. Kurzum, es nicht von der Hand zu weisen, dass Flugzeuge mit Abstand die sichersten Verkehrsmittel sind. Oder wie Piloten auch sagen: „Ein Flugzeug hält viel mehr aus als die Passagiere.“

Flugangst Tipps

Tipps gegen Flugangst: 2. Richtige Kleidung

In Sachen Vorbereitung geht aber noch so einiges mehr. Da wäre die Auswahl der richtigen Kleidung. Natürlich willst du an Bord hübsch aussehen, aber was bringen dir eine zwickende Skinny-Jeans, unbequeme Schuhe oder ein einschneidender Hemdkragen, wenn du dich nicht wohlfühlst? Pack dich deshalb bei einem Flug am besten in eine bequeme Hose, ein lässiges Oberteil und geschlossene Schuhe – am besten im easy Zwiebel-Look. So kannst du sowohl bei Schweißausbrüchen als auch bei Frostattacken schnell reagieren – mal mit mehr, mal mit weniger Kleidung.

Tipps gegen Flugangst: 3. Achtsamkeitsübungen

Tieeeeeeeeef einatmen, laaaaaaang ausatmen – und kurz innehalten. Außerdem aufrecht sitzen, die Beine fest auf den Boden stellen, die Augen schließen und die Hände sanft auf den Bauch legen. Eigentlich nur Kleinigkeiten, doch zusammen sorgen sie dafür, deinen Adrenalinspiegel zu senken und deinen verkrampfen Körper wieder etwas aufzulockern.

Das habe ich übrigens auch selbst getestet. Nicht beim Fliegen, sondern beim Wandern. Ich leide nämlich an Höhenangst, was mich hoch oben auf dem Berg doch immer wieder in grenzwertige Situationen bringt. Und so eine Atemübung gekoppelt mit einem Mantra à la „Yeah, du schaffst das!“ hat mir da schon echt weiter geholfen. Muss nicht, kann aber!

Modellflugzeug

Tipps gegen Flugangst: 4. der richtige Platz

Ein Tipp, den wohl die wenigsten bisher kennen, ist dieser hier: Buche dir einen Platz im Gang sowie auf Höhe der Tragflächen. Das hat nämlich gleich mehrere Gründe. Zum einen vermittelt uns ein Gangplatz mehr Sicherheit, wohl weil du den Blick in die Tiefe umgehen kannst. Außerdem bieten die äußeren Sitze mehr Platz, wir fühlen uns nicht ganz so eingeengt, was vor allem bei großgewachsenen Menschen zu Unwohlsein führen kann.

Aber warum einen Platz auf Höhe der Tragflächen? Ganz einfach, an diesem Ort ist das Flugzeug am stabilsten gebaut. Was wiederum heißt, dass man dort die Bewegung des Flugzeugs am wenigster spürt als beispielsweise im hinteren Teil des Jets. Die Plätze dort sind aber schon alle ausgebucht? Dann weiche auf den vorderen Bereich aus.

Tipps gegen Flugangst: 5. dein Partner in Crime

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Und genau aus diesem Grund holst du dir einen Partner in Crime mit an Bord. Zusammen hat man gleich weniger Angst – und das Beste: Ihr könnt euch gegenseitig ablenken. Sollte es dann doch etwas turbulent an Bord werden: Händchen halten, sich gut zureden und einfach alle Angst davon quatschen.

Tipps gegen Flugangst: 6. Essen & trinken

Verständlicherweise ist dir sicherlich bei einem mulmigen Gefühl nach vielen, aber sicherlich nicht nach Essen. Nichtsdestotrotz solltest du auf gar keinen Fall mit leerem Magen in ein Flugzeug steigen. Denn dann verabschiedet sich dein Blutzuckerspiegel nach unten, dein Kreislauf macht schlapp und dein Angstgefühl wird so alles andere, nur nicht besser. Deshalb pack dir ein, zwei deiner Lieblingsschokoriegel ins Handgepäck – und du wirst sehen, mit Schokolade zwischen den Zähnen sieht die Welt von da oben gleich etwas besser aus.

Tipps gegen Flugangst: 7. Just do it!

Last, but not least: Konfrontationstherapie. Denn je öfter du fliegst, desto schneller lernt dein Gehirn, das Fliegen an sich gar nicht lebensgefährlich ist. Learning by doing sozusagen. Und auch das habe ich wieder selbst ausprobiert – und so meine doch bisweilen ziemlich starke Höhenangst wieder ziemlich gut in den Griff bekommen.

Genauer gesagt: Ich habe mich bewusst Höhensituationen ausgesetzt. Die ersten Minuten habe ich – unter schweißnassen Händen und wackelnden Knien – oft krass unwohl gefühlt, doch je länger ich mich in der Situation bewegte, desto sicherer wurde ich, lief sogar hin und her und begann ein gewisses Maß an Sicherheit zu fühlen. Klingt komisch, ist aber so. Deshalb heißt das auch für dich: Augen zu und losfliegen. Auch wenn sich das aufs Erste alles andere als gut anfühlt.

Jetzt aber noch ein großes ABER: Natürlich lassen sich diese Tipps nicht verallgemeinern und helfen nicht jedem von uns weiter. Insbesondere für Menschen mit hochgradiger Flugangst ist es wohl am besten, sich professionelle Hilfe zu holen – beispielsweise durch psychologisch begleitete Seminare.

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Die Gastautorin:

Julia-Autorenfoto

Hi, ich bin die Julia. Texterin, Wahl-Würzburgerin und von ganzem Herzen Weltenbummlerin. Ganz ehrlich: Keine Ahnung, wann ich mich mit dem Reisefieber infiziert habe – aber ich schleppe das nun schon seit einigen Jahren mit mir rum. Kaum bin ich von einem Trip zu Hause angekommen, muss ich wieder los. Ein echter Teufelskreis. Nachdem ich die letzten drei Jahre brav gearbeitet habe, wird es nun höchste Zeit für ein neues, großes Abenteuer – das bedeutet: bye bye Würzburg, hello Welt. Sprich: Ich hänge meinen Texterjob an den Nagel, packe meinen Backpack und mache die große, weite Welt unsicher. Naja, erstmal nur Spanien. Aber who knows … Denn: Da draußen warten viele Abenteuer!

2 Kommentare

  1. Liebe Christine ,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Ich gehöre auch zu denjenigen welchen, die unter ganz schrecklicher Flugangst leiden und finde deine Tipps wirklich richtig klasse, muss aber auch sagen, dass – so sehr man sich manchmal auch anstrengt – die besten Tipps der Welt nicht immer helfen.

    Bei mir wird es tatsächlich gefühlt von Flug zu Flug schlimmer, was mich natürlich nicht davon abhält, trotzdem meiner Leidenschaft, dem Reisen, nachzukommen, auch wenn ich es natürlich bevorzuge, per Zug oder Auto zu reisen.

    Ich durfte aufgrund einer Panikattacke, die ich im Flieger hatte, schon einmal im Cockpit mit fliegen. Die Piloten waren so freundlich und haben mir alles gezeigt/erklärt und dies war bisher auch der einzige Flug, bei dem ich keine Angst hatte. Ich dachte, dass gerade dieses positive Erlebnis helfen würde, meine Angst zu überwinden – hat es aber nicht. Der nächste Flug war schon wieder der reinste Albtraum.

    Ebenfalls achte ich auch darauf, dass ich immer bequeme Kleidung anziehe (mir ist es egal, wie ich aussehe, Hauptsache ich fühle mich wohl) und ich buche auch grundsätzlich nur einen Platz am Gang, zum Leidwesen meines Freundes, der super gerne am Fenster sitzt, der wegen mir dann aber immer in der Mitte sitzen muss …

    Ich habe schon eine Therapie hinter mir, habe Seminare zur progressiven Muskelentspannung absolviert in der Hoffnung, dass mir bestimmte Atemübungen helfen etc. pp. leider war bisher alles nur minder erfolgreich. Das einzige, was bisher geholfen hat, waren tatsächlich recht starke Beruhigungsmittel, die mich meine Angst zwar nicht haben vergessen lassen, mich aber ziemlich „ruhiggestellt“ haben. Obwohl ich weiß, dass Tabletten, genauso wie Alkohol, die Angst oft verschlimmern können, sind diese Medikamente bisher das einzige, das mich einigermaßen ruhig in einen Flieger einsteigen lässt.

    Es gibt einfach nichts schwierigeres, als einfach mal den Kopf abzuschalten und sich von diesen negativen Gedanken, die einen überrollen, zu lösen. In meinem Kopf werden all diese Vorstellungen, dann plötzlich Realität und egal wie angestrengt ich es versuche, so richtig abstellen kann ich diese Gedanken leider nicht.

    Dennoch versuche ich bei jedem Flug, Tipps wie deine zu befolgen und ich hoffe sehr, dass ich es irgendwann vielleicht doch einmal schaffe, mein Angst zu überwinden. Bis dahin heißt es eben: Augen zu und durch. Vielleicht mache ich irgendwann auch einmal ein richtiges Flugangstseminar mit – ich muss gestehen, dass die mir aktuell noch ein wenig zu teuer sind, aber vielleicht lasse ich mich ja doch mal dazu hinreißen :-)

    Liebste Grüße und danke für diesen Beitrag!
    Ivy

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