Schwanger nach Thailand – ja, ich habe es gewagt. Zusammen mit meinem Mann und meiner dreijährigen Tochter war ich im Winter für zwei Monate in Thailand. Und das schwanger im zweiten Trimester. Trotz Gefahren wie Zika-Virus, Denguefieber oder Lebensmittelvergiftung. Wie ich die acht Wochen erlebt habe? Lest selbst!

Die Entscheidung, schwanger nach Thailand zu fliegen, war relativ schnell getroffen. Seit drei Jahren tausche ich zusammen mit meiner kleinen Familie die kalten deutschen Winter gegen tropische Strände. Wir verbringen jedes Mal zwei bis vier Monate in Thailand, bevor wir wieder in den deutschen Frühling zurückkehren. So ist dieses Land für mich schon wie ein zweites Zuhause geworden. Ich kenne die Gerüche, die Hitze, das Essen. Und so war es auch schnell klar, dass wir auch diesen Winter wieder dort hinreisen würden. Einzige Premiere: Dieses Mal flog ein Baby im Bauch mit.

Es war das erste Mal vor einer Thailandreise, dass ich mir ein bisschen Gedanken machte. Werde ich die Hitze vertragen? Was ist mit den Mücken? Und wenn doch etwas passiert? Doch ich konnte mich relativ schnell beruhigen. Seit drei Jahren fahren wir auf die gleiche Insel, in den selben Ort. Hier kenne ich mich aus. Hier kenne ich die Menschen, das Essen. Hier weiß ich, dass ich im Notfall schnell medizinische Hilfe bekommen kann. Darüber hinaus reisen wir in der Trockenzeit. Mit ein bisschen gesundem Menschenverstand sollten mir die Mücken keine Probleme bereiten. Außerdem: in Thailand werden auch Babys geboren. Und das nicht nur von Einheimischen. Ich kenne einige deutsche Frauen, die bewusst und mit Absicht ihre Babys ganz entspannt unter der thailändichen Sonne zur Welt gebracht haben. Also alles kein Grund zur Sorge.

thailand in der schwangerschaft

Schwanger nach Thailand – wie war es?

Entspannend, wunderschön, bereichernd, entschleunigend, warm und noch ganz viel mehr.
Die acht Wochen in Thailand waren für mich wohl die schönsten in der ganzen Schwangerschaft. Wir verbrachten die meiste Zeit einfach nur im Meer, in der Hängematte oder am Strand. Ich lies die warme thailändische Sonne auf meinen Bauch scheinen, genoss die frischen exotischen Früchte, schlemmte mich durch die thailändischen Leckereien, aß an Garküchen leckeres Thai Curry, trank erfrischende Smoothies, genoss jeden Tag mindestens eine Kokosnuss, lies mir beim Roller fahren frischen Wind um die Nase wehen, gönnte mir eine Massage und labte mich am Gefühl der grenzenlosen Freiheit. Die Hitze, das Essen, das Meer, die Menschen – alles tat mir gut.

Eine große Rolle spielte dabei auch meine innere Einstellung. Ich war einfach nur entspannt, machte mir keine Gedanken, hörte auf mein Bauchgefühl. Ich hatte viel Zeit, um mich ganz auf das neue Baby einzustellen. Keinen Stress, keine ständigen Routineuntersuchungen. Auch mit meiner Tochter und meinem Mann hab ich das enge Zusammensein nochmal so richtig intensiv genossen, bevor wir bald zu viert sind. Ich würde jederzeit wieder schwanger nach Thailand reisen.

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Hier kommen 7 Tipps für einen entspannten Urlaub in Thailand während der Schwangerschaft:

Schwanger nach Thailand: 1. Der richtige Zeitpunkt

Die meisten schwangeren Frauen reisen gerne im zweiten Trimester. Die ersten, zumeist unsicheren und anstrengenden Monate sind vorbei und es stellt sich wieder mehr Energie ein. Den meisten Schwangeren geht es dann wieder richtig blendend. Warum nicht also ein paar Wochen unter der thailändischen Sonne verbringen?

Ich selbst war von der 19. SSW bis zur 28. SSW in Thailand. Für mich war es genau der richtige Zeitpunkt, da der Bauch noch nicht zu groß und hinderlich war. Später hätte ich allerdings nicht mehr fliegen wollen. Ob man in der Frühschwangerschaft fliegt, muss natürlich jeder für sich entscheiden. Hier können eventuell Schwangerschaftsübelkeit, Geruchsempfindlichkeit und Müdigkeit einen gewaltigen Strich durch das Thailand Abenteuer ziehen.

Ab der 28. SSW kann es unter Umständen auch nicht mehr so angenehm sein. Der Bauch ist dann schon ziemlich groß, man ist nicht mehr ganz so beweglich und will sich vielleicht lieber mehr ausruhen. Aber auch hier: Jede schwangere Frau ist anders. So kannst auch nur du für dich entscheiden, ob eine Reise nach Thailand während der Schwangerschaft das Richtige für dich ist.

Ich persönlich war während der ganzen Schwangerschaft beschwerdefrei. Ich hatte nicht mit Übelkeit, Müdigkeit oder Geruchsempfindlichkeit zu kämpfen, meine Blutwerte waren super und ich fühlte mich fit. Auch meine Frauenärztin hielt die Reise für eine sehr gute Idee. Sollte dich Übelkeit oder Empfindlichkeit von Gerüchen plagen, würde ich nicht dazu raten, schwanger nach Thailand zu fliegen – ebenso wenig bei Hitzeempfindlichkeit und Kreislaufproblemen. Sprich mit deinem Frauenarzt, aber lass dich auch nicht verrückt machen. Ärzte sind auch nur Menschen – und viele kennen Thailand nur aus dem Urlaubskatalog oder den Medien – und wollen natürlich nichts riskieren. Bist du gesund und erlebst eine komplikationslose Schwangerschaft, dann spricht nicht viel dagegen. Eine gute Portion Bauchgefühl gepaart mit deinem Verstand sollten dir die Entscheidung leicht machen.

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Schwanger nach Thailand: 2. Langstreckenflug

Wir haben unseren Flug unterteilt und sind mit Stopover zweimal sechs Stunden geflogen. So konnte ich mir während den zwei Flügen gut die Beine vertreten, was ich das nächste Mal auf jeden Fall wieder genauso machen würde. Während des Fluges habe ich Kompressionsstrümpfe getragen und bin viel umher gelaufen. Das war auf jeden Fall sehr hilfreich. Außerdem hatte ich viel mehr Durst und habe sehr viel Wasser getrunken. Tipp: eine Trinkflasche mitnehmen und sie immer wieder von den Stewardessen auffüllen lassen – erspart lästiges Warten auf den Board Service.

Platz im Flugzeug hatte ich auch genug, da der Bauch noch nicht so groß war. Wollt ihr auf Nummer sicher gehen, bucht die Sitzplätze vor einer Trennwand. Hier gibts Bein- und Bauchfreiheit. Am Flughafen auf die sogenannte „priority lane“ achten: Schwangere und Familien müssen meistens nicht so lange anstehen und werden schneller abgefertigt. Für den Rückflug brauchte ich ein ärztliches Attest für die Airline, welches bestätigt, dass ich als Schwangere flugtauglich bin. (Auf dem Hinflug wollte das keiner sehen.) Dieses hatte ich mir schon in Deutschland von meiner Frauenärztin ausstellen lassen. Ihr könnt es aber auch beim Arzt in Thailand bekommen. Wichtig dabei ist, die genaue Schwangerschaftswoche während des Flugdatums bestätigen zu lassen. Alle Fluggesellschaften haben unterschiedliche Richtlinien, bis wann man bei ihnen als Schwangere mitfliegen darf. Am besten vor der Buchung informieren.

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Schwanger nach Thailand: 3. Die Sache mit dem Essen

Nach nun mehr als fünf Mal in Thailand kann ich sagen: Mein Magen verträgt das Essen genauso gut wie zu Hause. Deshalb habe ich mir darüber am wenigstens Gedanken gemacht. Ich aß an einfachen Garküchen leckeren gebratenen Reis, genoss frisch zubereiteten Salat und trank Smoothies mit Eiswürfeln. Auch als Veganerin hatte ich in Thailand keinerlei Probleme. Die Auswahl an leckeren, pflanzlichen Gerichten ist zumindest auf Koh Phangan oder Chiang Mai unendlich vielfältig.

Soviel ist klar: Die Thais essen gerne und viel scharf. Nicht jede Schwangere verträgt das ohne Weiteres. Das ist aber absolut kein Problem: Die Thais bereiten dir dein Essen gerne nach deinen Wünschen zu, auch ganz ohne Chillis – zumindest in den größeren Touristengebieten, wo jeder Englisch sprechen kann.

Wer auf Nummer sicher gehen will oder einen empfindlichen Magen hat, sollte lieber auf frischen Salat verzichten. Bei Shakes könnt ihr darauf achten, dass das Obst immer frisch aufgeschnitten wird, und nicht schon stundenlang in der Sonne liegt. Buffets würde ich ebenfalls meiden. Garküchen stellen meiner Meinung nach absolut kein Problem dar. Meist wird das Essen hier viel frischer zubereitet als in großen, touristischen Restaurants. Außerdem wird es direkt vor euren Augen gebraten. Was gibt es besseres?

Achtet darauf, dass euer Trinkwasser aus verschlossenen Flaschen kommt. Leitungswasser ist auf keinem Fall zu empfehlen. Bei Eiswürfeln könnt ihr allerdings ohne Sorge sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie jemand aus Leitungswasser her stellt, ist sehr gering.

Schwanger nach Thailand: 4. Hitze, Hygiene und andere Hindernisse

In Thailand herrscht ein tropisches, feuchtwarmes Klima. Je nach Monat und Jahreszeit kann es schon mal richtig unangenehm heiß werden, vor allem kurz vor der beginnenden Regenzeit Ende April/Anfang Mai. Am besten eignet sich die Zeit zwischen Oktober und Februar/März, wenn es noch nicht zu heiß ist. Allgemein gilt: Im Norden des Landes herrscht ein viel angenehmeres Klima. Hier kann man am Abend schon mal eine Jacke gebrauchen.

In den großen Städten wird es meist unerträglich heiß. Auf den Inseln lässt sich das Klima dank Meeresbrise angenehm aushalten. Wir waren zwischen Januar und März im Norden in Chiang Mai und im Süden auf der Insel Koh Phangan und haben uns deshalb nur für Unterkünfte mit Ventilator entschieden. Für mich war das absolut ausreichend. Nur im heißen, stickigen Bangkok buchten wir eine Unterkunft mit Klimaanlage, die ich auch definitiv gebraucht habe.

Thailand bietet jedenfalls für jedes Budget eine Unterkunft, und gerade in der Schwangerschaft will man ja auch auf ein bisschen Luxus nicht verzichten, nicht wahr? Ansonsten hat mir die Hitze genauso wenig ausgemacht wie die Jahre zuvor. Da wir den ganzen Tag sowieso relaxt haben, hatte ich genügend Ruhepausen. Von anstrengenden Touren oder Ausflügen haben wir abgesehen, so war das Klima gar kein Problem für mich.

Fortbewegt haben wir uns auf der Insel eigentlich immer nur mit unserem Roller. Auch das war kein Problem. Als Beifahrer hatte ich trotz Bauch genügend Platz hinten. Nur auf lange Rollerfahrten über 40 Minuten verzichteten wir, da das Sitzen auf Dauer zu anstrengend wurde.

Der viele rumliegende Plastikmüll kann schon zu einem kleinen Kulturschock führen, wenn man noch nie in Asien war. Thailand hat ein riesiges Müllentsorgungsproblem und meistens stapelt sich der Müll haufenweise hinter Restaurants oder Hotels. Was aber nicht bedeutet, dass die Küchen genauso verdreckt sind. Es fehlt einfach die Möglichkeit, den Müll korrekt zu entsorgen, so dass er einfach in der Natur liegen gelassen oder ins Meer geworfen wird.

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Schwanger nach Thailand: 5. Schutz vor Mücken

Die wohl größte Sorge schwangerer Reisender – die „gefährlichen“ Mücken. Doch mit den richtigen Vorsorge-Maßnahmen sollte sich diese Sorge ziemlich schnell in Luft auflösen. Wenn ihr in der Trockenzeit reist, sind allgemein viel weniger Mücken unterwegs. Die kritischen Zeiten sind immer in der Dämmerung, das heißt während Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. In dieser Zeit haben wir immer darauf geachtet, lange dünne Kleidung zu tragen oder nicht nach draußen zu gehen. Wir hatten nur wenige Stiche und keinerlei Probleme.

Mücken, die Denguefieber übertragen, sind meistens tagaktiv. An Stränden oder in Meeresnähe aber natürlich nicht anzutreffen. Plant ihr also einen klassischen Strandurlaub, solltet ihr auf der sicheren Seite sein. Aufpassen müsst ihr im Dschungel, in Gärten, an stehenden Gewässern oder in Restaurants mit viel Grünanlagen. Als Mückenschutz hat sich bei uns Kokosöl bewährt oder ein natürliches Mückenspray auf Citronella Basis, welches überall in Thailand erhältlich ist. Mückennetze für das Bett gibt es in fast jeder Unterkunft, und wenn nicht, dann billig zu erwerben.

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Schwanger nach Thailand: 6. Medizinische Versorgung

Das Gesundheitssystem in Thailand kann, zumindest in den gut ausgebauten Touristengebieten, locker mit westlichen Standards mithalten. Ich wusste, dass ich im Notfall immer schnelle Hilfe bekommen kann, sollte es nötig sein. Ein Kriterium, dass für viele schwangere Thailand Urlauberinnen sicherlich ausschlaggebend ist. Ich persönlich musste noch nie ärztliche Hilfe in Thailand in Anspruch nehmen. In den großen Touristenzentren herrscht jedenfalls kein Mangel an Ärzten und ihr könnt euch in sicheren Händen wissen. Apotheken gibt es auch an jeder Ecke, in denen es wirklich alles gibt.

Schwanger nach Thailand: 7. Massage und Entspannung

Thailand ist bekannt für seine traditionellen Massagen für wenig Geld. Auch im 6. Schwangerschaftsmonat habe ich mir eine Massage gegönnt. Allerdings keine Thai Massage, sondern eine Ölmassage für Schwangere. Die meisten Masseusen sind kompetent und wissen, wie sie mit Schwangeren umgehen müssen.

Ich wurde in Seitenlage massiert und bekam ein Kissen unter die Beine, was sehr angenehm war. Wichtig ist, immer zu erwähnen, dass man schwanger ist – gerade wenn das Bäuchlein noch nicht richtig zu sehen ist. Auf Fußreflexzonenmassagen sollte lieber verzichtet werden. Hier ist die Gefahr zu groß, durch Druck auf bestimmte Punkte Wehen auszulösen. Mit diesen Tipps steht einer entspannenden Massage nichts mehr im Wege. Wo sonst bekommt man eine einstündige Behandlung für nur umgerechnet 7 Euro?

Solltet ihr mit einem Urlaub in Thailand während der Schwangerschaft liebäugeln, dann erwarten euch in jedem Fall eine große Portion Entspannung, Ruhe und Entschleunigung. Am Ende wisst ihr selbst am besten, was gut für euch und euer Baby ist.

Habt ihr Lust bekommen, schwanger nach Thailand zu reisen? Oder wart ihr sogar schon während der Schwangerschaft in Thailand? Wie habt ihr es erlebt? Schreibt es in die Kommentare.

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Die Gastautorin:

Julia und Robert bezeichnen sich selbst gerne als freie Nomaden. Seit 2012 tingeln sie gemeinsam durch die Welt, ohne festen Wohnsitz und mit wechselnden Jobs. 2016 kamen Töchterchen Frida und Wohnwagen Fridolin dazu.

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