Diese Woche stand unsere erste Reise mit Alma auf dem Program und ich muss sagen, ich war aufgeregt – richtig aufgeregt. Fünf Stunden Autofahrt mussten wir absolvieren. Die Fahrten davor war es jedes Mal ein enormes Geschrei, bei dem ich sie gar nicht beruhigen konnte, obwohl ich mit Engelszungen auf sie eingeredet und Schlaflieder um die Wette gesungen habe.

Foto Autofahrt

Ich habe also mein ganzes Glück auf eine Karte gesetzt – den Schnuller gepaart mit meiner Intuition. Wir kennen uns ja schon acht Wochen und ich habe schon im Gefühl, wann es vielleicht gut ist, sie ins Auto zu packen, weil sie um die Uhrzeit müde ist und auch drumrum, wann eine gute Zeit zum Stillen und Wickeln und für eine Pause ist. Was soll ich sagen: Mein Plan ging auf und wir hatten ein wunderschönes gemeinsames Wochenende. Ich glaube, das Wichtigste ist, ruhig und entspannt zu bleiben. Manchmal ist das wirklich nicht einfach, aber ich merke sofort, wie sich meine Unruhe auf das Baby überträgt. Was mich sehr gefreut hat ist, dass ich diese Woche sehr oft das Kompliment bekommen habe, wie entspannt und organisiert wir mit dem Baby sind.

Was hast du gelernt?

Mit Kind, oder in unserem Fall Baby, lernt man ja jeden Tag etwas Neues. Unsere erste Reise ging auf eine Hochzeit. Insgesamt drei Nächte haben wir dort verbracht. Am Tag der Hochzeitsfeier war leider um 0 Uhr bei Alma Schicht im Schacht. Es kommt öfters vor, dass nur ich sie dann beruhigen kann und sie nur mit mir an ihrer Seite einschläft. Sicherlich völlig normal für ein zwei Monate altes Baby. Für mich aber eine ganz neue Situation: Ich habe eine Hochzeit noch vor der Eröffnung der Tanzfläche verlassen.

Foto Alma Hochzeit

Das Praktische an der Sache: Unser Schlafgemach lag nur 20 Meter vom Festzelt entfernt. Das Blöde: ich lag mit Dancing Legs im Bett, habe die geilen Lieder gehört und war traurig, dass ich die Nacht nicht mit meinen Freunden verbringen konnte. Eine kleine Hand hielt meinen Finger fest. In dieser Nacht fühlte es sich so an, als würde sich die Welt weiterdrehen, nur ohne mich.

Am nächsten Morgen hatten meine Füße keine Blasen vom Tanzen, meine Stimme war nicht heißer vom Mitgrölen und die Sonne ist aufgegangen, ohne, dass ich ihr dabei zuschauen konnte. Die Welt hat sich ohne mich weitergedreht, doch beim ersten Wimpernschlag haben mich zwei große Augen angeschaut, für die ich die Welt bin. Und wenn mich die Hände dieser großen Augen festhalten, steht sowieso die Zeit still.

Es war gut so, wie es ist. Aber klar, es werden immer wieder Situationen kommen, die eben anders sind als früher, in die man sich reinfuchsen, seinen Platz und seine Rolle finden muss. Solche Situationen muss man als Neu-Mutti nicht verheimlichen und auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man lieben auf der Tanzfläche als im Bett wäre. Doch das Leben ist immer ein Kompromiss und für alles muss man einen Preis zahlen. Und auch wenn es diese Situationen gibt, wo ich der Unbefangenheit und Freiheit manchmal nachtrauer, ist die Belohnung, darauf momentan zu verzichten, immer das Erlebnis wert, morgens in diese zwei strahlenden, neugierigen Augen zu schauen.

Baby mit Ghettofaust

Was hat dich glücklich gemacht?

Manchmal vergisst man, wie glücklich man selbst wird, wenn man andere glücklich macht. Ich habe mich an dem Hochzeitswochenende um die Zeltdeko gekümmert. Schon Monate im Voraus habe ich Pesto- und Kichererbsengläser gesammelt, um daraus Teelichter zu basteln. Meine Beschäftigung in der 41. Schwangerschaftswoche war es, Pompoms aus Servietten zu basteln. Dann endlich das Endergebnis zu sehen und ein freudiges Gesicht, das strahlt, macht wirklich unfassbar glücklich.

Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig man eigentlich für ein Baby braucht. Klamotten, Windeln und ein gutes Tragetuch, wenn man ein Tragebaby hat, so wie wir. Deshalb kann ich nur jedem raten, in Beratungen zu investieren. Sei es ein Erste-Hilfe-Kurs, eine Stoffwindelberatung, eine Stillberatung, wenn das Stillen nicht klappt, oder eine Trageberatung.

Wir waren letzte Woche bei Frau Beuteltier für eine Trageberatung. In zwei Stunden haben wir die unterschiedlichsten Tragen kennengelernt, auf was es beim Baby und beim Träger ankommt und sind mit einem gewebten Tuch und einer Ring Sling von Mama Nuka nach Hause gegangen. Außerdem wurde unsere Trage von Eimei perfekt auf meinen Körper eingestellt.

Was soll ich sagen, seit diesem Tag hat sich das Leben geändert. Ich kann Alma einfach mal schnell ohne langes Binden in die Trage setzen, habe keine Rückenschmerzen mehr und auch mal zu Hause zwei Hände frei. Pures Glück! ;)

Tragetuch Beratung

Meine Zeit ist gerade wirklich Mangelware, aber trotzdem versuche ich mich, so gut es geht, für meine Werte einzusetzen und andere zu inspirieren, wenn es um die Lebensgestaltung und das Thema Zero Waste geht. Am erfolgreichsten klappt das auf YouTube und ich bin sehr stolz darauf, schon 20.000 Abonnenten zu haben und Videos zum Thema Zero Waste mit über 100.000 Views. Vielen, lieben Dank dafür.

Wenn ihr meinem YouTube-Kanal noch nicht folgt, es gibt ein neues Kanalvideo, das schön beschreibt, um was es geht. Wenn das euch anspricht, würde ich mich wahnsinnig freuen, wenn auch ihr kostenlos ein Abonnent werdet:

Und hier findet ihr mein Lebensupdate mit noch mehr Infos:

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