Nach unserem Neuseeland Abenteuer war unser nächstes Ziel die Ostküste Australiens. Wieder sind wir auf vier Rädern unterwegs und brausen mit unserem Camper von Sydney nach Cairns: 3.800 km on the road auf australischem Asphalt! Hört sich zunächst nach gähnender Langeweile und sehr viel grauem Teer an – doch die Strecke steckt voll großer und kleiner Überraschungen und begeistert mit jedem Kilometer ein Stückchen mehr. Ständig in Erwartung auf das nächste Highlight. Umso schwerer ist es da nur sieben Höhepunkte rauszupicken, aber hier findet ihr meine absoluten Ostküste Australiens Top Sieben:

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1. Tipp für die Ostküste Australiens: Sydney – Ein unvergleichlicher Spirit

Station eins unseres Trips an Australiens Ostküste war die Metropole Sydney. Und was das für ein Start war: Sydney ist Weltstadt, Finanzstadt, Kulturzentrum und Sportmetropole – alles in einem. Die Stadt versprüht ein einzigartiges Flair, das ich bisher noch in keiner anderen Metropole verspürt habe. Neben den üblichen Sydney Highlights wie das Opera House oder die Harbour Bridge ist es vor allem dieser Spirit, der mich so fasziniert. Ich kann nicht genau sagen was es ist, aber die Freundlichkeit der Leute, das „Let-it-be“ Gefühl und der sportliche Drive, den diese Stadt antreibt ist wunderbar. An jeder Ecke tragen Leute lässige Sportoutfits so selbstverständlich wie ihren Anzug, chillen in einem der unzähligen Parks beim Mittagskaffee oder tauschen sich mit ihrem Surfboard unter dem Arm geklemmt über die nächste große Welle aus. Freizeit und Sport haben in dieser Stadt einen sehr hohen Stellenwert und da ist es egal ob man sich um 6 Uhr in der Früh zum Surfen trifft , im Icebergs Bahnen zieht oder sich am Abend in einem der Freiluft Gyms fit hält. Einfach ansteckend! Und so habe auch ich mich eines morgens mit Laufschuhen an den müden Füßen und den ersten Sonnenstrahlen im Gesicht an der wohl schönsten Joggingstrecke der Welt wiedergefunden: 5,5 km von Bondi Beach Richtung Coogee und zurück. Wer hier einmal mit den „Syds“ laufend den neuen Tag begrüßt hat, weiß warum mich diese Stadt so schnell in ihren Fängen hatte. Sydney ist einfach wie ein kleiner Rausch an Lebensfreude und hat so viel mehr zu bieten, als die bekannten Postkartenmotive. Für mich der perfekte Start um in Australiens Lifestyle einzutauchen!

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2. Tipp für die Ostküste Australiens: Airlie Beach – Gateway to Haven

Airlie Beach (275 km südlich von Townsville) ist das Tor zu den Whitsunday Islands und dem Strand mit dem angeblich weißesten Sand der Welt – dem Whitehaven Beach. Ein Segeltörn rund um die Inseln sollte bei jedem Ostaustralien Besuch auf der Liste stehen. Die Segel zu hissen und mit der Kraft des Windes die Inselgruppe zu erkunden ist wunderschön. Und als Höhepunkt taucht man seine Füße in das seichte türkisfarbene Wasser, macht erste langsame Schritte um dann einen unvergesslichen Spaziergang an einem der schönsten Strände der Welt zu erleben. Der Blick entlang des 7 km langen Strandes der Ostküste Australiens ist wirklich atemberaubend. Nichts als weißer, unberührter Strand umrahmt von kristallklarem Meer und tropisch, grünen Dickicht.
Aber auch Airlie Beach selber hat einiges zu bieten. Neben dem angenehmen Flair als Backpacker Stadt, kann man an der Strandpromenade gemütlich Kaffee trinken oder in der Stadtlagune im Wasser planschen. Als Ausgangsbasis kann ich euch hier das Best Western Mango House empfehlen. Ein wenig Abseits vom Partytrubel Airlie Beach’s findet man dieses kleine Idyll mit einer wunderschönen Gartenanlage und einem palmenumsäumten Pool – eine Oase die auch von vieeelen Kakadus gerne besucht wird. Hier findet ihr Ruhe und Entspannung und könnt euch mit einem Bier auf dem Balkon auf den Segeltörn einstimmen.

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Schwimmen im Mango House

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Was für ein toller Strand

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3. Tipp für die Ostküste Australiens: Australia Zoo – Auf Steve Irwins Spuren

Da ist er wieder der „Crocodile Hunter“ – schmerzlich habe ich ihn vermisst. Früher hat er mir so manch einen verregneten Sonntag Nachmittag gerettet. Doch nach seinem tragischen Tod 2006, sieht man leider nur noch sehr selten alte Folgen von Steve Irwin bei uns im TV. Wie er durch den Busch Schlangen hinterher gejagt hat oder mal wieder ein Krokodil aus dem Wasser gezogen hat, diese Erinnerungen wurden jetzt alle wieder wach. Denn das australische Wildlife-Idol hat seinen eigenen Zoo hinterlassen. Der „Australia Zoo“, 75 km nördlich von Brisbane, ist wirklich einen Besuch wert. Für mich als Tier-Fan war bisher der Zoo von Singapur das absolute Optimum, aber Steve Irwins Zoo macht diesem allemal Konkurrenz. Hier kann man vor allem den einheimischen Tieren ganz nahekommen ohne dabei das Gefühl zu haben das sich die Tiere unwohl fühlen. Egal ob beim Füttern eines Kängurus oder beim Streicheln eines Koalas, diesen australischen Wahrzeichen nahe zu sein, ist schon eins der unschlagbarsten Erlebnisse an der Ostküste Australiens. Und neben den vielen australischen Tieren, bietet der Zoo auch eine große Afrika und Asien Sektion. Das Giraffen-Gehege wirkt eher wie eine Savanne in Tansania und der Bereich für die asiatischen Tiger ist nicht nur ein visuelles Erlebnis, sondern auch eine wahre akustische Relax-Station. Steve Irwin würde sagen „It’s crikey“!

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4. Tipp für die Ostküste Australiens: Surfen – Auf einer Wellenlänge mit Australien

Ostaustraliens Sport Nummer eins ist das Surfen. Dieser Sport macht vor keinem Alter halt: Hier surft der 4-Jährige bis zum 80-jährigen! Überrascht habe ich sowohl graumelierte aber dafür umso wendigere Surfer auf dem Board beobachtet, als auch Kids, die noch schnell eine Welle gesurft haben, bevor sie sich dann in die Schuluniform geschmissen haben. Und so war auch für mich klar – wenn ich diese Begeisterung verstehen will, muss ich an der Ostküste Australiens mindestens einmal auf das Surfbrett steigen, auch wenn ich ein blutiger Anfänger bin. Und eine Ausrede dafür war schwer zu finden. Da sich von Sydney bis nach Rockhampton in Queensland unzählige Surfspots befinden, reiht sich eine Surfschule an die nächste. Doch letztendlich ist es ganz egal, ob man so wie ich direkt in Sydney am weltberühmten Bondi Beach den ersten Versuch startet oder das Surfen in Agnes Water bei Australiens günstigster Surfschule erlernt. Die erste Kursstunde packt auf jeden Fall alle! Denn das Glücksgefühl wenn man die erste auch noch so kleine Welle, zwar mit wackligen Beinen aber dafür stehend, bewältigt ist einfach Wahnsinn. Ein cooles Gefühl! Also – hang loose, go surfing and don’t forget: paddle hard!

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5. Tipp für die Ostküste Australiens: Byron Bay – Das alternative Strandidyll

Unzählige Strände säumen Australiens Ostküste und leider haben sich an den schönsten Stränden meistens auch schon Hotelburgen und Vergnügungsparks breit gemacht. Eine außergewöhnliche Ausnahme bietet hier das verschlafene Örtchen Byron Bay, südlich von Brisbane. Hier gibt es statt einem Grand-Hotel Aussteiger-Cafes, statt Austern mit Champagner eher Burger und Bier. Ich glaube das Einzige was in Byron Bay von der kommerziellen Welt zeugt ist ein ALDI. Dieser Ort versprüht einen angenehmen Aussteiger-Spirit und man kann hier so richtig die Seele baumeln lassen: gemütlich im Cafe sitzen, den vielen Straßenmusikanten lauschen und nebenbei mehr über die aktuellen Surfbedingungen erfahren. Hier ist das Lebenstempo ein paar km/h langsamer. Perfekt um richtig abzuschalten und die bisherige Reise Revue passieren lassen.
Wenn es einem dann aber doch zu langweilig wird, der geht surfen, Delfine beobachten, Kajak fahren oder wandert auf einem der schönen Strandwege. Gerade um das Cape Byron an der Ostküste Australiens gibt es einen schönen, leicht anstrengenden Walk, der einem zum Leuchtturm führt und einen grandiosen Ausblick verspricht. Daneben laden zahlreiche wunderschöne, naturbelassene Strände der Umgebung, wie z.B. im nahegelegenen Yamba, zum weiteren Erkunden der Gegend ein.

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6. Tipp für die Ostküste Australiens: Bowen – Ein Geheimtipp am Bruce Highway

Für die meisten Traveller ist Bowen nur eine Durchgangsstation an der Ostküste Australiens zwischen Mackay und Townsville am Rande des Bruce Highway. Aber wer den Highway einfach mal verlässt und sich auf Entdeckungsreise begibt, wird einen wahren Geheimtipp finden der selbst für viele australische Touristen neu ist. Also runter vom Highway und rein nach Bowen. Lasst Euch dann nicht von der etwas provinziellen und phantasielosen Stadtfassade des Zehntausend-Seelen Städtchens täuschen. Fahrt weiter, durchquert die Stadt (das geht wirklich schnell) und macht Euch auf den Weg zu den kleinen Buchten, die erkundet werden wollen und irgendwie an Thailand erinnern. Auch ich habe dieses kleine Juwel auf der Suche nach einem Mittagspausen-Spot mehr durch Zufall entdeckt. Als ich auf dem 360° Look-Out meine Blick über die wunderschöne Küstenlinie der Ostküste Australiens schweifen lassen konnte bin ich neugierig geworden. Und meine Neugierde wurde belohnt. Also lasst Euch auch verzaubern, denn auf Euch warten traumhafte Strände, Ausblicke und spannende Wanderungen. Für mich ist es ab sofort das „Little Thailand“ Australiens!

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7. Tipp für die Ostküste Australiens: Great Barrier Reef – Schwimmen im Aquarium

Was soll ich sagen: atemberaubend und das absolute Highlight an der Ostküste! Das Great Barrier Reef ist ein lebendes Aquarium, in das man direkt eintauchen kann. Die Korallenriffe sind besonders am äußeren Riff noch sehr gut erhalten und die Unterwasserwelt hat hier einiges zu bieten. Nachdem mein Traum vom Schwimmen mit Delfinen in Neuseeland nicht erfüllt werden konnte, war ich umso mehr auf das Barrier Reef gespannt. Und meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern weitaus übertroffen. Das Schnorcheln am Great Barrier Reef ist von den Farben und der Artenvielfalt unvergleichlich. Egal ob man langsame Schwimmzüge gemeinsam mit einer Meeres-Schildkröte macht, Riffhaie beim Jagen beobachte oder sich plötzlich Auge in Auge mit dem riesigen Fisch der Maoris gegenüber sieht, dem Napoleon-Lippfisch, hier gibt es einfach so viel zu erleben. Am aufregendsten war allerdings dann die Begegnung mit einem 2,5 m langen Blacktip Shark. Hier hat es mir komplett den Atem verschlagen, als dieses See-„Ungeheuer“ direkt vor meiner Schnorchel-Maske erschienen ist. Ich war leider so erschrocken, dass alle Fotos die ich geschossen habe total verschwommen sind. Und kaum hatte sich die Kamera in meinen Händen wieder beruhigt, hat sich der Hai schon wieder in die blauen Tiefen des Ozeans verabschiedet.
Es gibt unzählige Touranbieter die einen zum Great Barrier Reef führen. Wir haben uns für die Wavelength Tours entschieden. Und diese Tour kann ich jedem der hierher kommt nur wärmstens ans Herz legen. Während andere Touren bis zu 300 Leute in einem Boot an ein schwimmendes Panton am Riff fahren, hat sich dieser Veranstalter einem ökologischen Konzept verschrieben. Und so sind wir mit nur 30 Personen und zwei Meeresbiologen in Richtung Reef geschippert. Und neben geführten Schnorcheltouren gibt es hier zum Mittagessen zusätzlich auch noch eine kleine Lehrstunde zum Great Barrier Reef. Super interessant und sehr empfehlenswert.

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So schön ist die Unterwasserwelt an der Ostküste Australiens

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3 Kommentare

  1. Aloha :)

    Die meisten deiner Tipps durfte ich auch schon live erleben und dann ist es noch so viel eindrucksvoller. Unglaublich schön! Bowen habe ich leider nicht gesehen, aber falls ich nochmal in die Nähe komme…. :)

  2. WOW!! Australien steht eh schon ganz oben auf meiner Bucketlist… Ich hoffe es klappt vielleicht nächstes Jahr irgendwie – denn neben der Ostküste möchte ich eigentlich auch unbedingt die Westküste sehen. Das nimmt doch recht viel Zeit in Anspruch ;)
    Die Bilder vom Schnorchel-Trip sind der Wahnsinn. Ich war letztes Jahr auf Maui schnorcheln – auch dort war es schon sehr imposant, aber das Great Barrier Reef sieht noch eine Spur facettenreicher aus. Vielen Dank für die tollen Tipps und wunderschönen Bilder.
    Liebe Grüße
    Sophia

  3. Das klingt und sieht alles sehr traumhaft aus. Scheint als muss ich meine Angst vor Schlangen, Spinnen und Co. endlich mal überwinden :) Bei einer potenziellen Weltreise steht Australien spätestens jetzt mit auf der Liste.

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