Wirklich an jeder Ecke steht es in dicken, roten Buchstaben: „SALE“. Bis zu 70 % heißt es. Wie kann das sein, frage ich mich, wenn die Jeans, das Paar Schuhe oder der Pullover sowieso bloß maximal 30 Euro kosten? Mehr ungewollt als gewollt habe ich mich in einem dieser großen verglasten Einkaufszentren verlaufen, die in jeder Stadt – egal wo auf der Welt – überall gleich hässlich aussehen. Und die unzähligen Menschen, die kiloweise Einkaufstüten aus den Ladengeschäften tragen und so das Bild der Einkaufszentren prägen. Jeder soll das machen, was er für richtig hält, so lange er niemand anderen damit schadet. Das ist eine persönliche Lebenseinstellung von mir, die ich für sehr wichtig halte. Wenn jetzt aber jemand zum Beispiel zehn billige T Shirts anstatt zwei T Shirts haben möchte, um glücklich zu sein, ist das für mich auch in Ordnung. Natürlich habe ich die Arbeitsbedingungen der billig hergestellten T Shirts im Hinterkopf. Aber das Problem ist zu komplex, um es an dieser Stelle ausführlicher zu hinterfragen. Außerdem möchte ich mir nicht anmaßen andere Menschen für ihre Einkaufsgewohnheiten zu kritisieren. Dennoch bin ich der festen Meinung, dass man über eine ökologische und nachhaltige Gesellschaft dringend nachdenken muss. Diese Meinung teilen schließlich auch sehr viele Menschen, wie ich immer wieder feststelle. Beispiele gibt es dafür zahlreiche: Ein gutes sind sogenannte „Umsonstläden“.

Umsonstladen 6

„Tauschen, teilen, schenken“ lautet die Devise. Wie soll so etwas denn funktionieren, wird sich vermutlich nun berechtigterweise der ein oder andere denken? Aber es ist doch ganz einfach. Wie ihr wisst, habe ich mich vor einiger Zeit von sehr vielen Dingen getrennt, die ich nicht mehr gebraucht habe: Kleidung, Bücher, DVDs, Schallplatten und Elektronikgeräte. Mittlerweile haben viele dieser Dinge einen neuen Besitzer gefunden und erfüllen hoffentlich nun ihren Zweck und liegen nicht nur rum, wie es bei mir der Fall war. Manches davon habe ich in einen Umsonstladen gebracht. Und jener Laden platzte aus allen Nähten. Täglich kommen dort Menschen vorbei, die brauchbare Dinge abgeben ohne einen Cent dafür zu wollen. Das Problem ist eher, dass zu wenig Platz für die unzähligen Klamotten, Küchenutensilien und Bücher vorhanden ist. Manchmal kommt es auch vor, dass man seine mitgebrachten Sachen nicht abgeben kann, weil einfach schon zu viel da ist. Auch Lebensmittel, können aus dem Kühlschrank der im Umsonstladen aufgestellt ist, mitgenommen werden. Obst und Gemüse, das für den Supermarkt nicht mehr schön genug ist, wartet am Eingang des Ladens darauf, mitgenommen und verkocht zu werden Was soll dann „dieser“ ständige Konsumwahnsinn eigentlich? Die Werbung gibt uns vor, dass wir ständig konsumieren müssen. Die „SALE“ Schilder locken uns in die Geschäfte, um Dinge zu kaufen, die wir sowieso nicht wirklich brauchen. Auf der anderen Seite steht nicht genug Platz für Umsonstläden zur Verfügung, weil die Mietpreise zu hoch sind und freie Ladenflächen seltener werden? Wie absurd! Daran wird sich wahrscheinlich auch nichts ändern. So optimistisch bin ich dann doch nicht. Aber wenn man dann doch mal wieder im „SALE“ zugeschlagen hat und feststellt, dass man die Sachen gar nicht braucht, weil man sowieso schon genug hat: Bringt sie doch in einen Umsonstladen! Jemand anderes kann es bestimmt sehr gut oder besser als ihr brauchen. Ihr kennt bestimmt alle den Satz: „Was nichts kostet, ist nichts wert.“, oder? Ich weiß jetzt, dass das nicht stimmt. Und das Schönste daran: Es ist doch ein doppeltes Glück etwas zu schenken, nichts als Gegenleistung zu erwarten und manchmal, wenn man will auch wieder etwas mit nach Hause zu nehmen. Ich zum Beispiel nehme mir oft ein Buch mit nach Hause. Wenn ich es gelesen habe, bringe ich es wieder zurück, damit es jemand anderes lesen kann. Was haltet ihr davon?

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Der beschriebene Umsonstladen befindet sich in der Innenstadt von Regensburg. Die Fotos sind alle dort entstanden. Weitere Läden findet ihr HIER.

4 Kommentare

  1. Genau dasselbe habe ich mich auch gefragt. Ich finde die Idee an sich gut, habe auch schon einen Laden bei mir in der Stadt entdeckt, glaube aber, dass sich auf lange Sicht bei der breiten Bevölkerung noch etwas ändern muss, um solche Konzepte stark zu machen.

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