Die Schweiz – dieses kleine wohlhabende Land wurde von mir lange als langweilig abgestempelt. Zwar war ich zuvor lediglich dreimal für wenige Tage dort, aber man neigt ja dazu, sein Urteil sehr schnell zu fällen. Manchmal eben auch zu schnell. Während eines 10-tägigen Schweiz-Besuchs, im Engadin und in Zürich, habe ich meine Meinung radikal geändert. Warum? Gerne hier nachlesen!

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Der Zürichsee – immer schön, sowohl tagsüber als auch abends

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7 Gründe die Schweiz zu lieben: Das sagenhafte Flair Zürichs

Auch in Zürich war ich schon einmal. Es war Winter, ein bewölktes Wochenende und ich in eher mieser Grundstimmung. Mein Hotel war damals am äußersten Stadtrand, mit meiner Reisebegleitung habe ich mich dieser Tage nur mäßig verstanden. Doch dieses Mal sind die Umstände komplett anders. Als ich in Zürich ankomme ist es August, der heißeste seit Jahrzehnten. Ich bin alleine, gerade voller guter Laune und Reiselust. Eine gute Ausgangslage, um Zürich zu mögen. Doch was mit mir in den kommenden Tagen passiert, ist viel mehr als das. Ich verliebe mich Knall auf Fall mit meinem ganzen Herzen in diese Stadt. Lange hat mich kein Ort mehr so geflasht. Die Stimmung in dieser Stadt ist so toll, dass ich es kaum beschreiben kann. Alle scheinen total relaxed zu sein, der Limmat und der See strahlen im tiefsten und schönsten Blau, Leute schlendern lächelnd durch die Gassen und man badet in Seefreibädern. Außerdem finde ich Zürich plötzlich total spannend. Es gibt so viel zu entdecken – sei es das Essen, die tollen kleinen Lädchen, die schönen Straßen und Plätze oder die Kunst. Besonders gut gefällt mir das älteste Quatiert der Stadt, die Schipfe, wo noch bis heute traditionelle Handwerksläden angesiedelt sind. In den oberen Geschossen der Häuser befinden sich Wohnungen, während die Räumlichkeiten im Erdgeschoss fast alle von der Stadt an Kunst- und Kleingewerbe vermietet sind. Mir persönlich hat das Lädchen Marktlücke besonders gut gefallen.

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Limmatufer

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Farbenpracht am Zürichsee

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Die Limmat teilt die Altstadt

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7 Gründe die Schweiz zu lieben: Kunst und Kultur in Zürich

In Zürich lässt sich Kunst und Kultur an jeder Ecke finden. Eigentlich ist für mich die ganze Stadt, mit ihrer sagenhaften Schönheit, ein Kunstwerk. Aber auch das kulturelle Angebot begeistert mich. Ich bin ja eher nicht so der Mensch, der (oft) gezielt ins Theater, zu Konzerten, auf Ausstellungen oder ähnlichem geht. Ein paar mal im Jahr reichen mir. Ich ziehe es vor, einfach durch die Gegend zu laufen und mich überraschen zu lassen. Und das funktioniert hier bestens. So treffe ich beispielsweise immer wieder auf Streetart-Kunstwerke.

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Baustellen werden einfach mit Streetart verschönert

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Ich liebe zudem Fotografie und flaniere gerne durch die dementsprechenden Galerien. Auch hier hat die Stadt einiges zu bieten. Am besten gefallen haben mir Lumas (kannte ich sogar schon aus Hamburg) und das Kunstwarenhaus – beide sind zudem durchaus bezahlbar. Außerdem hat Zürich tolle Programmkinos im Angebot. Zum Beispiel das Arthouse, mit sage und schreibe 5 verschiedenen Kinos in der Stadt hat, größtenteils super zentral gelegen.

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Wie wahr, was Picasso damals sagte

Schweiz-Zürich-Lumas

Fotogalerie Lumas

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Über das aktuelle kulturelle Programm Zürichs könnt ihr euch unter anderem auf Zürich.com informieren. Denn je nach Saison gibt es natürlich immer wieder neue Angebote, wie tolle Festivals.

7 Gründe die Schweiz zu lieben: Die netten Menschen

Grundlos unfreundliche Menschen kann ich nicht ausstehen. Meiner Meinung nach sollte man jedem Menschen erst einmal freundlich begegnen, denn oft bekommt man ja das zurück transportiert, was man ausstrahlt. Klappt des Öfteren, aber natürlich nicht immer. In der Schweiz muss ich mir diesbezüglich gar keine Gedanken machen. Jeder, den ich hier treffe, ist nett zu mir. Kassierer im Supermarkt lächeln mich an, Menschen auf der Straße ebenso und es ergeben sich zahlreiche Situationen, in denen ich mit wildfremden Menschen ins Plaudern komme. Im Zug nach Sankt Moritz unterhält sich ein älteres Paar mit mir, fragt wohin ich reise und erzählt mir dann von seinem Heimatort. Der Kellner im Café beginnt eine freundliche Unterhaltung mit mir, die Rezeptionistin im Romantikhotel Europe nimmt sich fast eine halbe Stunde Zeit, um mich mit zahlreichen Tipps zu versorgen und vieles mehr.

Eine Begegnung dieser Art ist besonders bei mir hängengeblieben: Ich sitze in der Sonne auf einer Bank mitten in den Gassen Zürichs. Da kommt ein weißhaariger, sehr adrett gekleideter alter Mann mit Stock und fragt, ob er sich neben mich setzen dürfe. Zunächst gucken wir beide auf den Brunnen vor uns, doch nach einer Weile kommen wir ins Gespräch. Er erzählt mir, dass er jeden Tag hier sitzt, dass er vor vielen Jahrzehnten nach Zürich ausgewandert ist und nirgendwo anders wohnen möchte. Seine Wohnung liegt direkt um die Ecke und dort hat er auch ein Atelier, in dem er malt. Immer dann wenn er Lust hat. Aber am liebsten säße er auf dieser Bank. Während er das sagt, wirkt er sehr glücklich. Und ich bin es auch.

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7 Gründe die Schweiz zu lieben: Die Landschaft

Wenn man sagt, dass die Landschaft in der Schweiz spektakulär ist, so ist das sicherlich keine Übertreibung. Die Berge sind imposant und anmutig. Allein 48 Viertausender hat die Schweiz vorzuweisen. Früher haben mich Berglandschaften oft eher eingeschüchtert und bewirkt, dass ich mich klein gefühlt habe. Bei meinem jetzigen Besuch strahlen sie eher etwas Beschützendes und Beruhigendes auf mich aus. Doch das eigentliche Highlight sind für mich die Seen. Noch nirgends habe ich so schöne Seen gesehen wie hier in der Schweiz. Vor allem die Farben sind es, die mich zutiefst begeistern – von tiefblau über türkis-grün. Ob es nun der Silvaplanasee bei St. Moritz oder der Zürichsee ist. Es gibt wohl kaum etwas Schöneres oder Entspannenderes als dort zu sitzen und auf das Wasser zu schauen…

Engadin-Landschaft

Sagenhaft schön – der Silvaplanasee

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Am Zürichsee den Tag ausklingen lassen

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7 Gründe die Schweiz zu lieben: Die Unterschiede innerhalb des Landes

Klar, die Schweiz ist ein kleines Land, trotzdem aber wahnsinnig vielfältig. Nur knapp 8 Millionen Einwohner, wohnen in diesem Land mit einer ungefähren Fläche von etwa 40.000 Quadratkilometern, womit das Land weltweit größentechnisch den 133. Platz einnimmt. Und trotzdem gibt es hier gleich vier Amtssprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch. Schon allein das finde ich wahnsinnig spannend. Während ich in Zürich fast nur Schweizerdeutsch höre, das ich manchmal verstehe und manchmal auch nicht, so kommt mir in St. Moritz auch sehr viel Italienisch zu Ohren. Oder ist es teilweise vielleicht sogar Rätoromanisch? Neben der Sprachenvielfalt kommt mir das Land auch sonst sehr abwechslungsreich vor. Während ich mit dem Zug durch die Schweiz fahre, sehe ich, wie sich kontinuierlich die Landschaft verändert. Im Engadin erblicke ich noch extrem hohe Berge, die mächtig und beeindruckend wirken. Je näher ich aber Zürich komme, desto sanfter und flacher wird alles, schon fast eher hügelig.Und natürlich erlebe ich in einer eher kleinen Bergstadt ein ganz anderes Flair als im verhältnismäßig großen Zürich. Ich liebe es, über die unterschiedlichen Facetten dieses Landes nachzudenken und würde sehr gerne in Zukunft noch ganz andere Ecken besuchen. Auf meiner persönlichen Liste stehen unter anderem die Städte Genf (in der französischsprachigen Schweiz) und die Hauptstadt Bern (im deutschsprachigen Teil). Aber vielleicht habt ihr ja noch Tipps für mich?

Engadin-Berggipfel

Berggipfel im Engadin

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Die Storchengasse mitten in Zürich

Schweiz-Zürichsee-Blätter

Hier legen die Fähren ab

Schweiz-Zürichee-Gräser

7 Gründe die Schweiz zu lieben: Das Essen

Beginnen wir hier mal zunächst mit einem kleinen Nachteil: Das Essen in der reichen Schweiz ist natürlich nicht ganz billig. Vor allem in Restaurants. In den Supermärkten kostet es zum Glück nicht viel mehr als in Deutschland. Das ist aber auch schon der einzige Nachteil, denn ansonsten war das Essen dort eine Wonne für mich. Es ist mir kein einziges Mal passiert, dass ich etwas gegessen hätte, was mir nicht ausgesprochen gut geschmeckt hätte. Und eigentlich habe ich im Ausland meist Probleme, da doch alles etwas anders schmeckt als zu Hause und ich mich erstmal umgewöhnen muss. Toll war auch, dass ich absolut keine Probleme hatte vegetarische Gerichte zu finden. Es gab eigentlich auf jeder Speisekarte etwas für mich. Das ist nicht selbstverständlich. Aber vielleicht ist das kein großes Wunder – kommt doch aus der Schweiz das erste vegetarische Restaurant weltweit, das Hiltl, über das auch Christine schon einmal geschrieben hat in ihrem Zürich-Artikel. Hier war ich natürlich auch und hin und weg von der Auswahl und dem Geschmack.

Auch sehr gut gegessen habe ich im Quai 61, das direkt am Ufer des Zürichsee liegt und eine wunderschöne Aussicht über den See bietet. Der Mittagstisch ist übrigens für Züricher Verhältnisse wirklich preiswert.

Im Engdin hatte es mir besonders das Thailando in Silvaplana angetan. Thailändisches Essen im Ambiente der Schweiz – eine gewagte, aber gelungene Mischung.

Für mich war mein Schweizaufenthalt jedenfalls durch und durch ein kulinarisches Highlight.

Schweiz-Zürich-Hiltl

Romantik, auch für Singles

Mehr Romantik als in der Schweiz geht ja kaum. Die Landschaft, die historische Kulisse Zürichs, Seilbahnfahrten auf den Berg, am See sitzen, usw. Da schlägt doch fast jedes Pärchenherz höher. Und das des Singles blutet? Nein, in meinem Fall nicht. Ehrlich gesagt kann ich solche Momente und Stimmungen alleine oft am meisten genießen und aufnehmen. Vielleicht bin ich da etwas anders gepolt als viele andere Menschen, aber ich fühle mich an den romantischsten Orten dieser Welt (auch) allein total geborgen. Warum braucht es einen zweiten Menschen um Schönheit zu teilen? Das habe ich nie so ganz verstanden, denn ich bin es doch auch allein wert schöne Momente zu genießen, oder nicht?! Somit passt es eigentlich geradezu perfekt, dass ich in Zürich im Romantikhotel Europe wohne, welches direkt am Zürichsee und bei der Oper liegt, was in der Tat eine ausgesprochen romantische Lage ist. Auch das Interieur passt perfekt zum Thema. Tolle Bilder in Goldrahmen zieren die Gänge und mein Zimmer ist mit schönen alten Möbeln ausgestattet. Als ich es betrete ist mir sofort klar, dass ich hier schöne romantische Tage verbringen werde – mit mir allein. Was natürlich keinesfalls heißen soll, dass ein Aufenthalt zu zweit in diesem Hotel sowie in der Schweiz generell nicht genauso toll ist.

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Das Romantikhotel Europe

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Weiterer Hoteltipp für Zürich: Hotel zum Storchen – besticht durch seine einmalige Lage direkt an der Limmat. Die meisten Zimmer haben sogar Seeblick!

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Hotel zum Storchen – perfekte Lage direkt an der Limmat

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Blick aus dem Storchen

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Diese Asiatinnen scheinen die Schweiz auch zu lieben

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Der See als Freibad

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Vielen Dank an Zürich Tourismus und das Romantikhotel Europe für die freundliche Unterstützung dieser Reise.

Text & Fotos: Katharina Perlbach

18 Kommentare

  1. Ich habe es bisher ganze dreimal in die Schweiz geschafft und fand sie jedes Mal wunderschön :) Ich würde jedem empfehlen, dort mal Urlaub zu machen. Aber das muss ich nach den tollen Bildern und dem schönen Beitrag gar nicht mehr selbst machen, sondern kann den Post einfach weiterschicken :)
    Liebe Grüße, Anni

  2. Die Schweiz ist wirklich nen Traum, leider ist sie durch die Entwicklung der CHF dieses Jahr noch teurer geworden. Neben Bern, was wirklich ein Traum ist. Solltest du unbedingt nach Interlaken und dort mit Hanggliding Interlaken Tandemfliegen – guck dir einfach die Videos auf Youtube an ;-)

  3. Hallo. Ich lese immer gerne Artikel über mein Heimatland, weil ich es spannend finde, wie Ausländer unser kleines Ländchen wahrnehmen. Es freut mich natürlich besonders, wenn’s auch gefällt :)
    Eine kleine Korrektur möchte ich aber schon noch anbringen: Zürich ist nicht die Hauptstadt der Schweiz —auch wenn das die Zürcher und dein Sponsor Zürich Tourismus vielleicht anders sehen — sondern das beschauliche Bern.

  4. Sehr schöner bericht über die hauptstadt! Auch wenn zürich oft als hauptstadt der schweiz betiltet wird ist es immer noch die wunderschöne hauptstadt bern!;)

  5. Was man unbedingt probieren muss, wenn man in der Schweiz und gerade in Zürich ist, Ist das „Züri Gschnätzlets“ wie es auf Schweizerdeutsch heisst. Diese Spezialität aus Zürich finde ich besonders lecker. Rösti mit Fleischstücken und Sauce. Einfach aber ein wahrer Genuss!
    Die Stadt Luzern in der Mitte der Schweiz ist auch ein Tipp. Sie hat den idealen Standpunkt für Ausflüge in die ganze Schweiz, hat mit dem See, der Altstadt und den Bergen aber auch ziemlich was zu bieten. :)

  6. Hallo, sehr schöner Bericht über Zürich, danke dafür! Aber mal ernsthaft: Du bist Dir schon bewusst, dass unsere Hauptstadt nicht Zürich, sondern Bern ist, oder???

    Liebe Grüsse
    Carmen

    1. Liebe Carmen, darauf haben mich nun schon einige (zu Recht) hingewiesen und ich habe es natürlich direkt geändert. Sorry für die kleine Verwechslung. Schön, dass dir der Artikel trotzdem gefällt!

  7. Hallo Katharina
    Finde deinen Artikel sehr faszinierend. =) Ich komme aus der Schweiz und finde Zürich auch sehr schön. Jedoch finde ich es schade, dass wir Schweizer die tollen Angebote, Sehenswürdigkeiten, etc. als selbstverständlich und als normal ansehen. Was wir ja eigentlich nicht sollten. Falls du wieder mal in die Schweiz kommst, würde ich dir den Blausee( https://www.youtube.com/watch?v=TPjZrazBhm8 ) oder der Lag la Cauma ( https://www.youtube.com/watch?v=nJoSv-ox9dA ) empfehlen im Sommer. Vor allem der Lag la Causa ist ein sehr schöner See und es ist soo herrlich dort drin zu Baden :D Toller Post übrigens und ich hoffe du besuchst die Schweiz wieder einmal =)

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