Es gibt Reisen, da ist man nicht nur in einem anderen Land, sondern auch in einer anderen Welt. Nur zwei Flugstunden von Berlin entfernt, aber trotzdem wie im Märchen – Innsbruck. Der Wochenendtrip ging nach Tirol, in die Stadt mit dem unglaublichsten Panorama.
Auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt, der 15 Minuten gedauert hat und keine 50 Minuten wie eingeplant, hatte man das volle Bergpanorama. Ja, ich konnte gar nicht mehr aufhören nach oben zu schauen und die kleinen Hütten am Berghang zu zählen. Als wir mir dem Bus die Innenstadt erreichten, wurde ich jedoch von den Hütten abgelenkt und hatte ein kleines Déjà Vu. Ein Fluß, der durch die Stadt fließt und farbenfrohe Häuser in Pastellfarben. Das hatte ich doch erst in Kopenhagen und jetzt wieder hier in Innsbruck. Verrückt. Aber es hatte den gleichen Effekt wie in Kopenhagen. Ich bekam gute Laune, hab mich gefreut und wie eine Bekloppte und die ganze Zeit Fotos gemacht. Völlig ausgeflippt bin ich jedoch erst, als wir durch die Altstadt gelaufen sind. Es war so schön und so idyllisch. Ein bisschen wie bei Heidi und Sissi zusammen. Türkise Stuckwände, rosa Kirchen, Menschen in Dirndl und Lederhosen. Tiroler Knödel und Apfelstrudel und diese kleinen Läden, über dessen Eingangstür an der Wand „Bäckerei“ und „Schusterei“ steht, in einer Schrift, die schon über 50 Jahre alt ist. Ich habe lange darüber nachgedacht, was die Idylle ausmacht. Warum man so völlig durchdreht, wenn man durch die kleinen verwinkelten Gassen geht und ein Bergpanorama hat. Wenn man sich vorstellen kann, wie Sissi hier ein Stück Sachertorte gegessen hat und dann vom Franz mit der Kutsche abgeholt wurde. Ich denke, es ist einerseits die Abwesenheit von leuchtenden Neonschildern, die das Bilder der hektischen Großstadt prägen und andererseits der Kontrast. Der Kontrast, der einen in den Glauben versetzt, dass man in einer heilen Welt ist. Wo es so schöne bunte Häuser gibt, da kann es keine Sorgen und Probleme geben. Da ist die Welt noch in Ordnung. Natürlich Schwachsinn aber ein kleiner psychischer Trick, der dem Gehirn eine wundervolle sorgenfreie Auszeit gönnt und ich habe wirklick ernsthaft darüber nachgedacht auszuwandern, nach Innsbruck. In eine 120 000 Einwohner Stadt, die mich in einen 48 Stunden Dauereuphoriezustand versetzt hat, was die meisten in der Großstadt nur nachts um vier, nach einer Dosies irgendwelchen chemischen Drogen spüren.
Aber trotzdem würde ich gerne einmal wissen, ob es eine wissenschaftliche Glücksstudie gibt und die Innsbrucker mit ihrem Bergpanorama wirklich glücklicher sind, als die Berliner. Wenn irgendwer irgendwas darüber weiß, bitte meldet euch. Dann zieh ich vielleicht wirklich um, nach Innsbruck in die andere Welt. ;)

Die Ankunft in Innsbruck.

Die Innenstadt von Innsbruck, ein Farbenmeer!
 
Hausfassaden in Innsbruck: fein verziert…
 
 
 
… und alt rustikal.
 
 
 
Wandschriften

1630


Hütten in der Stadt.

Die Kuckucksuhr!

Und nachts lag ich dann plötzlich unter Palmen. Wie es dazu kam – morgen. Es war wieder ein kleiner Fremschlafakt ;)

3 Kommentare

  1. naja… das ist nicht bei jedem menschen so mit der guten laune. ich als österreicherin mag mich bei jeder einfahr in innsbruck verstecken und besser nicht aussteigen, weil ich panik bekomme vor lauter vorgegaukelter idylle… :)

  2. innsbruck innsbRockt! vorgespielte idylle gibts nicht, nur authentisches! Die Stadt is genial, des merk i wenn i immer wieder zurückkomme aus anderen großartigen städten. Aber es gibt immer eine Kehrseite der medialle, jedoch nicht für touristen! ;-)

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