Sind Hunde die besseren Menschen? Ich denke oft über diese Frage nach. Seit über vier Jahren ist der kleine Boris mit seinem großen Herz und seinem harten Dickkopf ein Teil meines Lebens und fast täglich bringt er mir etwas Neues bei. Geduld, Ehrgeiz, Treue und was wahre Freundschaft bedeutet. Von Hunden kann man so viel lernen. Was alles, könnt ihr jetzt lesen.

Christine Neder und Boris

Was wir von Hunden lernen können – So viel Ehrlichkeit gibt es kaum

Wovon wir Menschen uns ein großes, wenn nicht sogar riesengroßes Stück abschneiden können, ist die Ehrlichkeit, die in Tieren steckt. Das beobachte ich bei Boris fast täglich. Er ist ein absolut offener und neugieriger Hund, der alle anderen Hunde beschnüffeln und begrüßen möchte. Doch wenn er einen mal nicht mag, dann zeigt er das. Dann kommt ein leises Knurren aus seinem Maul und er dreht sich weg. Ich liebe ihn dafür.

Habt ihr schon mal beobachtet, dass sich zwei Menschen treffen, kurz kennenlernen und der eine dann zum anderen sagt: „Sorry, irgendwie bist du mir nicht sympathisch. Wir sollten das lassen mit dem Kennenlernen.“ Ich nicht. Dabei wäre es das Beste auf der Welt, weil jeder sofort wüsste, woran er ist, denn bekanntlich entscheiden die ersten drei Sekunden, ob man jemanden „gut riechen“ kann.

Und mal ganz ehrlich, die Situation, dass wir jemanden unsympathisch finden, hatten wir alle schon oft. Nur nennen wir das Kind nicht beim Namen, sondern betreiben weiterhin höflich Smalltalk mit dem Wunsch, endlich verschwinden zu können und zum Schluss kommt dann der Satz „Wir können ja mal Kaffee trinken gehen“. Äh … nein.

Boris

Was wir von Hunden lernen können – Hunde halten zusammen

Fünfzehn Hunde auf einem Haufen. Wo sieht man das schon mal? Ich sehe es jedes Mal, wenn ich mit meiner Dogwalkerin Bea unterwegs bin. Zu ihr kommt Boris, wenn ich beruflich bedingt weg bin oder ihm einfach etwas Gutes tun möchte, denn er liebt sein Rudel. Auch ich finde es super spannend, ganz still und leise mitzulaufen und ein ganzes Hunderudel zu beobachten. Erst dann wird mir immer wieder klar, was für tolle Tiere das sind.

Tolle Tiere, die zusammenhalten und bei denen es keinen Neid und keine Missgunst gibt. Da rauft man sich in einer Minute und in der anderen ist alles schon wieder gut, ohne dass jemand nachtragend wäre und den anderen hängen lässt. Manchmal riskieren Hund sogar ihr Leben füreinander.

Das schönste Beispiel sind Boris und sein Kumpel Ares. Als Boris vor ein paar Jahren von einem Wildschwein angegriffen wurde, hat Ares sich auf das Tier gestürzt und es vertrieben. Da er einen Maulkorb trug, hätte er selbst ganz böse verletzt werden und sich nicht richtig wehren können. Aber er hat es einfach getan und seinem Freund Boris geholfen. Wenn ich an den Moment zurückdenke, als sie sich nach dem Unfall wieder getroffen haben, aufeinander zugelaufen sind und sich gefreut haben, kommen mir immer noch Tränen. Das ist nicht nur Zusammenhalt, sondern auch absolute Loyalität und echte Freundschaft oben drauf.

Bettelnde-Hunde

Was wir von Hunden lernen können – Freunde fürs Leben

Ich wüsste nicht, was ich tun müsste, damit wir keine Freunde mehr sind. Boris und ich – wir gehören zusammen. Für immer. Und wir sind Freunde fürs Leben. Es gibt kaum einen Menschen, dem ich so vertraue wie Boris. Und es gibt kaum einen Menschen, der so bedingungslos da ist wie ein Hund. Wir haben schon viele Krisen zusammen gemeistert. Zwei Wochen saß ich an seinem Körbchen und habe ihn gesund gestreichelt. 2.000 Mal hat Boris mich aus meinen bösen Gedanken gezogen, weil er fressen wollte oder spielen – oder einfach, weil er wusste, er muss mich jetzt ablenken, damit ich wieder gute Laune bekomme.

Ganz ehrlich, der kleine Boris hat mich gerettet und mir wieder so viel Lebensqualität gegeben. Ich glaube, ohne ihn wäre ich in meiner Arbeit erstickt. Ich war ein Workaholic und obendrauf auch noch Perfektionist. Ich kannte keine Pausen und auch keinen Schluss. Seit Boris da ist, ist das anders. Ich muss mich um ein Lebewesen kümmern. Ich bin für ihn verantwortlich und ich tue alles, damit es ihm gut geht. Ich habe gelernt, regelmäßige Pausen zu machen, um mit ihm Gassi zu gehen, sein Essen zuzubereiten oder eine Runde zu kuscheln. Boris hat mich rausgeholt aus dieser Arbeitsspirale, die mich immer weiter in sich hinein zog. Ich liebe was ich tue, aber trotzdem braucht jeder Mensch Pausen. Das hat mir Boris beigebracht.

Dass die Freundschaft zwischen Tieren und Menschen verbindet, findet auch Fressnapf und startet heute zum Welttierschutztag ihre jährliche Kundenspendenaktion „Freundschaft verbindet“. Eigentlich ist das Motto: Zusammen sind wir stark und jeder kleine Beitrag macht aus der Summe einen großen Betrag. Bis Ende November könnt ihr europaweit in 1.500 Fressnapf Märkten sowie im Onlineshop ein Pfotenarmband für zwei Euro kaufen. 1,50 Euro davon fließen zu 80 % an den Deutschen Tierschutzbund und zu 20 % in lokale Tierschutzprojekte, die die Marktmitarbeiter vorgeschlagen haben oder bereits lange unterstützen.  Letztes Jahr sind bei der Aktion europaweit 760.000 Euro gespendet worden, allein in Deutschland waren es 370.000 Euro

Fressnapf-Armband

Aber auch unabhängig von der Kundenspendenaktion könnt ihr euch das ganze Jahr über aktiv für den Tierschutz einsetzten. Es gibt sooo viele Möglichkeiten. Die Website tierisch-engagiert.de gibt viel Inspiration. Ich habe damals Spenden für die SOS Hundehilfe Prignitz gesammelt, von denen sie ein viel größeres Auslaufgebiet bauen konnten. Dieses Jahr möchte ich mich auch wieder für sie einsetzten.

Fressnapf-Spendenaktion

Und so sieht das Armband aus! :)

Armband-Fressnapg

Was wir von Hunden lernen können: Verzeihen können – eine der schwierigsten Eigenschaften

Verzeihen – bin ich darin gut? Ich weiß es nicht. Ich streite mich nicht gerne. Wenn mich etwas aufregt, sage ich das aber schon. Manchmal vielleicht auch etwas lauter. Aber ich bin nicht nachtragend, sondern will einfach meinen Standpunkt äußern. Aber wenn ich mal verletzt wurde, dann kann ich sehr nachtragend sein und schwer verzeihen.

Hunde kennen das nicht. Klar gibt es Situationen im Rudel, da haben zwei Hunde mal eine Auseinandersetzung mit Bellen und Zähnefletschen, aber dann ist nach zehn Minuten auch alles wieder gut und man kann weiter miteinander spielen. Es ist tatsächlich nicht nur bei Hunden faszinierend, wie schnell sie sich gegenseitig verzeihen, sondern auch in der Beziehung zwischen Mensch und Hund. Egal, was Boris anstellt und egal, wie sehr ich ihn geschimpft habe, wenn er mich nach zehn Minuten mit seinen treuen, braunen Kulleraugen anschaut, ist alles wieder gut. Wirklich alles.

Boris und Christine Neder

Was wir von Hunden lernen können – Die Zeit vergessen

Die Leine schnappen und raus in die Natur. Eine der schönsten Zeiten mit Boris hatte ich in unserem Sommer am Meer. Natürlich haben wir die 3.000 Kilometer lange Autofahrt auf uns genommen, um Boris mitzunehmen … und auf dieser Reise hat er mir etwa ganz Besonderes beigebracht – die Zeit zu vergessen. Stundenlang am Strand spazieren zu gehen, jeden Abend auf den Klippen sitzen und den Sonnenuntergang anschauen und den Moment, so wie er kommt und ist, zu genießen.

Christine Neder und Boris in Portugal

Was wir von Hunden lernen können – Der unverbesserlicher Optimismus eines Hundes

Ich glaube kaum, dass ein Hund sich ab und zu denkt „Das schaffe ich nicht“. Im Gegenteil. Es gibt Nichts, von dem er denkt, dass er es nicht schaffen könnte. Das musste ich erst neulich im Englischen Garten in München mit einem Schmunzeln beobachten. Als ein Eichhörnchen unseren Weg kreuzte, sah ich Boris nur noch von hinten. Zum Glück ist er nicht der athletischste Hund, sodass ich mir auf keinen Fall Sorgen machen muss, dass er jemals irgendetwas fängt. Nach fünf Metern ist das Eichhörnchen auf einen Baum geklettert und der kleine Boris? Der stand voller Überzeugung unter dem Baum und dachte, dass er fliegen kann. Oder klettern? Oder beides? Ich musste so lachen, als ich ihn da stehen und hüpfen sah – voller Überzeugung, dass er das Tier, welches zehn Meter über ihm auf einem Ast sitzt, fangen kann. Das nenne ich Optimismus und der kann ganz schön ansteckend sein.

Christine Neder und Boris Surfbrett

Und ich liebe ihn. Von Kopf bis Fuß mit all seinen Haaren, die in jeder Ritze unserer Wohnung stecken, mit seiner Mission, alles auf diesem Planeten einmal anzupinkeln, um mir dadurch irgendwann mit der Leine den Arm auszukugeln. Wenn es ganz peinlich werden soll, dann kackt er auch mal in die U-Bahn oder an den Bürotisch.

Wir haben gute Tage und wir haben schlechte Tage. Aber egal, welcher gerade ist – Hauptsache ist, wir haben uns. Ganz oft frage ich mich, ob ich Boris genauso viel zurückgeben kann, wie er mir jeden Tag gibt. Beibringen kann ich ihm auf jeden Fall auch viel. Viel Schwachsinn wie „Schäm dich“, „Toter Mann“ und „Kuckuck“.

Christine Neder und Boris

Dieser Post ist in Kooperation mit Fressnapf entstanden.

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8 Kommentare

  1. Das hast du ganz ganz wundervoll geschrieben!
    Ich habe auch 2 von der Sorte zuhause und kann fast alles zu 100% unterschreiben.
    Ausnahme: Nachtragend sein – das sind meine 2 nämlich (aber es sind auch Windhunde, da steckt einiges an Katze mit drinn ;-)).

    Ganz liebe Grüße
    Ines

  2. Ich habe auch zwei kleine Strolche, die ich so unglaublich sehr liebe. Ich glaube manchmal mehr als meine eigene Familie. Eben einfach weil sie mir ihre bedingungslose Liebe schenken, egal wie ich gerade aussehe oder ob ich schlechte Laune habe. Sie sind mein Ruhepol und bringen mich nach einem stressigen Tag wieder runter. Es gibt nichts besseres als ihr unbändige Freude, wenn sie mich sehen (auch wenn ich nur fünf Minuten weg war). Deshalb zu all deinen genannten Punkten: ja, ja, ja! Ich stimme dir zu 100% zu!

  3. Wow, ich musste den ganzen Artikel lang mit dem Kopf nicken. Ich kann da mit dir in absolut jedem Punkt übereinstimmen. Ein Hund ist etwas ganz Besonderes und ein großes Geschenk. Die Beziehung zwischen Hund und Mensch kann man eigentlich nicht in Worte fassen. Schön, dass du es geschafft hast :-)
    Viele Grüße
    Christina

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