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Lilies Diary | 19. September 2017

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Wandern in Portugal – unser erster Ausflug zum geheimen See

Christine
CHRISTINE, WAS SEHEN WIR AUF DEINEM FOTO DES TAGES

Da laufen wir durch die trockene Landschaft von Portugal, die teilweise mit ihren Eukalyptusbäumen und roten Steinhängen an Australien erinnert und plötzlich liegt er vor uns. Kaum einer kennt ihn, den geheimen Stausee in der Nähe von Bordeira. Auch Christine, die mit uns die Wanderung macht, und Expertin für wandern in Portugal ist, hat ihn zufällig entdeckt und immer wenn sie Einheimischen davon erzählt, schaue sie Christine mit großen Augen an. „Was wir haben einen See?“ Ja! Und er ist wunderbar erfrischend, aber nicht so kalt wie das Meer und meistens hat man ihn ganz für sich alleine. Wirklich zauberhaft wunderbar.

wandern in Portugal

Christine, unsere Wanderführerin, ist von 10 Jahren wegen der Liebe nach Portugal gezogen und betreibt mit ihrem Mann Anton das Unternehmen „Sandytoes Algave“. Sie bieten Jeep-Touren durch die Landschaft an, für jeden Geschmack, jedes Alter und jede Interessengruppe, im Herbst und Winter Off Road Motorrad-Fahrten, geführte Strecken mit dem Rad oder Wanderungen von zwei bis sechs Stunden. Wir haben die vier Stunden Wanderung gemacht in deren Beschreibung schon stand, dass wir unbedingt einen Badeanzug für den geheimen See mitbringen sollen. Und das ist auch mein Foto der Woche vom wandern in Portugal.

Olimar-Portugal-Experte

WAS HAST DU HEUTE GELERNT BEIM WANDERN IN PORTUGAL?

Auf dieser Wanderung habe ich so viel gelernt. Über die Flora und Faune von Portugal, aber auch das Leben in diesem Land. Christine ist Deutsche. Sie sagt eigentlich nicht, dass sie ausgewandert, sondern einfach ihrer Liebe hinterher gereist ist. Ihren Mann Anton hat sie im Flugzeug kennengelernt. Auf einen Langstreckenflug mit ziemlich vielen Turbolenzen, auf dem er acht Stunden ihre Hand gehalten hat. Einer damals völlig Fremden, die mittlerweile die Mutter seiner zwei Kinder ist. Ich liebe Liebesgeschichten und diese ist wirklich besonders. In Portugal haben sie all ihr Geld in ein altes Bauernhaus gesteckt, das sie renoviert haben und von hier aus ihre Touren anbieten.

Wanderung-in-Portugal

Immer wieder erzählt Christine aber auch interessante Geschichten zur Landschaft. Ich hatte ja schon geschrieben, dass man überall Eukalyptusbäume in Portugal sieht. Die Pflanze wurde eigentlich nach Portugal gebracht um die Sumpfgebiete „auszutrocknen“. Es ist bekannt, dass Eukalyptus viel Wasser saugt. Es war aber den Menschen nicht bewusst, dass Eukalyptus so viel Wasser saugt, dass die Bauern nun kein Wasser mehr für ihre Felder haben und die Pflanze unglaublich gut brennt. In trockenen und heißen Sommern ist das sehr gefährlich. Könnt ihr euch an den schlimmen Waldbrand im Norden von Portugal erinnern? Das waren alles Eukalyptuspflanzen. Mittlerweile soll es eine Initiative geben, welche die Bäume fällt und entwurzelt, damit sie sich nicht weiter ausbreiten. Schön anzuschauen sind sie schon. Der Eukalyptusbaum ist auch der einzige Baum dessen Blätterform in jungen Jahren rund und später spitz und sichelartig wird. Mittlerweile verwendet man den Eukalyptusbaum nur noch um daraus Papier herzustellen.

Ein zweiter Baum, der uns beim wandern in Portugal ins Auge fällt ist der Korkbaum. In Portugal wird 60 bis 70% des Welthandels an Kork exportiert. Leider wird der Kork nicht in Portugal verarbeitet, sondern nur „geerntet“. Erfahrene Bauern schneiden dem Baum ein Stück Rinde ab. Immer nur so viel, dass er überlebt und in 10 Jahren wieder geschält werden kann. Mir ist schon am ersten Tag in Portugal aufgefallen, wie viele Souvenirs es aus Kork hier gibt. Auf jeden Fall faszinierend.

Korkbaum

WELCHE DREI SACHEN HABEN DICH HEUTE GLÜCKLICH GEMACHT?

Wir hatten eine wunderschöne Mittagspause mitten auf dem Marktplatz von Bordeira mit traditionellem portugiesischen Gebäck, das ich mir wahrscheinlich nie im Laden gekauft hätte, weil es irgendwie langweilig aussieht.

portugisiesches-gebäck

Aber es hat so gut geschmeckt, nach Olive und Zitrone. Bordeira ist auch herzallerliebst und ganz traditionell. Alle Häuser sind hier weiß mit blauen oder gelben Akzenten. Und allgemein ist der Kaffee in Portugal sehr gut. Die Mischung aus italienischen Kaffeemaschinen und brasilianischen Kaffee ist das Geheimrezept.

Bodeira

In Bordeira gibt es auch noch ein Waschhaus. Das hat mich sprachlos gemacht. In einem Raum stehen Waschbecken aus Stein mit Seifen zu denen die Dorfbewohner gehen und ihre Wäsche waschen. Am Rand hingen weiße Herrenunterhosen aus Feinripp neben roten Spitzenhöschen. Es ist ein Ort wo man einerseits umsonst Wasser bekommt und andererseits mit den anderen Dorfbewohnern quatschen kann. Ich finde das so toll, dass es solche Häuser immer noch gibt und sie genutzt werden.

Wäschehaus-Portugal

Waschhaus in Bodeira.

Wäsche

Ehrlich gesagt hat mich der ganze Ausflug sehr, sehr glücklich gemacht. Der Sprung ins kalte Wasser, die immer wechselnde Landschaft zwischen Maisfeldern, Korkwäldern und Flächen voller Getreide an denen man entlang geht. Und die Gesellschaft von Christine mit all ihren Geschichten und der Leidenschaft den Besuchern Portugal auch jenseits des Surfens zu zeigen. Das Land hat so viel zu bieten, was die meisten gar nicht wissen. Ich kann euch eine Tour mit Sandytoes Algarve wirklich nur wärmstens ans Herz legen. Mit uns sind noch zwei andere junge Frauen gewandert, die ihre Reise über Olimar gebucht haben. Olimar ist Spezialist für individuellen Urlaub in Portugal. Neben Pauschalreisen bieten sie auch Rund- und Erlebnisreisen. So kann man mit dem Auto von Lissabon nach Faro fahren, hat den Mietwagen, tolle Unterkünfte, Flug und wenn man möchte auch noch Aktivitäten dabei. Die beiden waren schwer begeistert. Vor allen von den Unterkünften, die man so sicher mit eigener Recherche nicht gefunden hätte. Mehr Infos findet ihr bei OLIMAR auf der Seite. Auch echt gut, wenn ihr wandern in Portugal nicht alleine machen wollt, sondern mit einem Wanderführer.

Wandern-mit-Sandytoes-Algave

Außerdem noch ein Tipp für Wanderer: Der Weitwanderweg Rota Vicentina

Seit 2012 gibt es an der Südwestküste Portugals diesen herrlichen, 350 km langen Weitwanderweg. Der größte Teil des Weges verläuft durch den Naturpark „Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina“. Er führt auf der historischen Route im Landesinneren durch Städtchen, aber es gibt auch Routen direkt am Meer entlang. Wunderschön! Bei Aljezur geht auch ein Stück des Weges an der Küste vorbei und es sieht traumhaft aus!

Sonnenuntergang-Algave

Wenn ihr Fragen zu unserem Sommer am Meer und den 3 Monaten Portugal habt, dann schreibt sie gerne in die Kommentare. Jeden Sonntag drehe ich ein Video, in dem ich alle Fragen beantworte. Außerdem könnt ihr natürlich jeden Abend um 18 Uhr bei YouTube vorbei schauen. Da geht mein täglicher Vlog über das Leben in Portugal online.

Hier die Videos der letzten Tage:

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