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Lilies Diary | 24. Mai 2017

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14 Kommentare

Kann man Schönheit hören?

Christine

Lieber Paul,
ich schreibe dir diesen Brief von einem Ort, an dessen Existenz ich nie geglaubt habe. Ich dachte zumindest nicht, dass ich ihn irgendwann erreichen werde. Ich bin zwar getauft, aber ansonsten ein schlechter Christ. Wie du weißt, bin ich vor drei Tagen angekommen, mit dem Flugzeug, und du kannst dir nicht vorstellen, obwohl ich weiß, welch blühende Fantasie du hast, wie die Gefühle mit mir durchgegangen sind. Wie zwei wilde Pferde. Ich war noch nie so überwältigt.

Christine-Neder-Sychellen

Mein Herz, das raste mit den Wellen um die Wette und ich kann dir versichern, es ist als erstes durch die Zielgerade. Ich habe es noch nie zuvor so heftig pochen hören, in meinem Brustkorb. Ich bekam sofort Angst, dass ich blaue Flecke bekomme, von dem heftigen Aufprall dieses Muskels auf meiner zarten Haut. Doch ich kann dich beruhigen, ich habe keine hässlichen Flecken. Meine Haut ist ganz weich und hat die Farbe eines Milchkaffees. Und das Kakaopulver oben drauf, dass sind meine Sommersprossen. Es ist nicht diese hässliche erste Bräune, die ich sonst immer bekomme und die meinen Körper fleckig Rot schimmern lässt. Hier ist einfach alles perfekt, das kannst du dir gar nicht vorstellen. Selbst die Bräune. Aber die ersten Stunden, da raste mein Herz so unglaublich und die Wellen, die haben es noch angespornt, ja richtig aufgewühlt. Es gab so viel zu sehen. So viele wunderschöne Formen der Flora und Faune. Ich stelle mir im Nachhinein vor, wie es gewesen wäre, wenn ich mit verbundenen Augen angekommen wäre. Wenn ich nichts von dieser Schönheit gesehen, wenn ich mich nur auf meine Ohren verlassen hätte. Kann man Schönheit hören? Ich würde jetzt gerne wissen, was du darüber denkst, aber du bist so schrecklich weit weg, im kalten Deutschland. Ob dort jemals der Frühling eintreffen wird? Vielleicht sollten wir doch einmal auswandern, an diesen Ort, von dem ich dachte, es gibt ihn gar nicht. Es würde dir hier gefallen. Wir würden beide mit verbundenen Augen da sitzen, unsere Hand halten und einfach hören. Das lauteste Geräusch sind die Wellen, mit einer Wucht kommen sie in die Bucht geschnellt. Am Anfang, da bin ich richtig zusammen gezuckt, jedes Mal, wenn sich die Wellen gebrochen haben. Das gab einen derartigen Wums. Fast wie ein Bass hört sich das an, der tief in den Körper eindringt und das Zwerchfell vibrieren lässt. Mein Lieblingsgeräusch sind jedoch nicht die Wellen. Am schönsten klingen die Blätter. Wenn die dicken Blätter des Takamaka Baums vom saftigen Grün, in ein rot-braunes Schimmern über gehen und nur noch am seidenen Faden hängen, dann reicht ein kleiner Windstoß, ja sogar der Wums der Welle, um sie vom Stamm zu lösen. Dann fallen sie in einem Klaklaklak zu Boden, auf dem weichen Sand. Dieses Klaklaklak, wenn die Blätter runter fallen, das nimmt jedes Mal ein Stück Schwermut vom Herzen mit. Es dauert ein bisschen, aber irgendwann sind so viele Blätter gefallen, dass all der Schwermut weg ist. Bei dir geht das bestimmt viel schneller, als bei mir.
Wenn man erst die Augen öffnet, dann kommt man gar nicht mehr aus dem Staunen raus. Das endlose Meer, die grauen Granitfelsen, der weiße Strand. Am liebsten schaue ich die Palmblätter an, wenn der Wind sie bewegt. Das sieht aus, als würden sie tanzen. Dabei berühren sie sich sanft und ich stelle mir vor, wie wir beide tanzen. Das tun wir viel zu selten.
Gerade sitze ich auf der Veranda. Es ist früher Abend, die Sonne ist schon hinter den Hügeln verschwunden. Der Himmel ist nur noch leicht violett und blau, bevor er sich schwarz färbt und die Sterne anschaltet. Jetzt sieht man die Formen noch viel schöner. Die fächerartigen Palmen, die spitzen Dächer der Hütten und die langen Stämme der Bäume. Wie ein Scherenschnitt sieht das alles aus und das einzige, was sich bewegt sind die Fledermäuse. Riesengroße Fledermäuse, die auch tagsüber am Himmel fliegen. Auch da bin ich wie bei den Wellen als erstes zusammengezuckt, als ich eine am Himmel entdeckt habe. Natürlich sind das keine Fledermäuse, sie sehen ihnen nur zum Verwechseln ähnlich. Aber wenn man das nicht weiß, dann denkt man das sind Fledermäuse. In Wahrheit sind es aber Flughunde und aus denen wird Flughunderagout gemacht. Das würde dir sicher schmecken. Du isst ja gerne allerhand skurrile Sachen. Doch mir zerreist es das Herz, wenn ich daran denke, wie diese wunderschönen filigranen Flieger im Kochtopf landen. Wir sind schon sehr unterschiedlich, aber dieser Ort, der würde dir genauso gefallen wie mir. Von der Veranda aus hat man den perfekten Blick auf die ganze Bucht, doch jetzt ist schon alles dunkel und ich fühle mich wirklich so, als säße ich mit verbundenen Augen da. Ich höre nur noch die Wellen. Doch die Wellen, die Wellen fühlen sich nach drei Tagen ganz anders an. Die lassen nach drei Tagen an diesem Ort mein Herz nicht mehr rasen. Die streicheln es einmal sanft, wenn sie in der Bucht einlaufen und küssen es zum Abschied. Jedes Mal wenn sie kommen, atme ich tief ein und wenn sie wieder im großen Ozean verschwinden, atme ich aus. Das geht ganz automatisch. Ich glaube, dass bringt dieser Ort einfach mit sich. Ich passe mich an. Ich atme mit den Wellen, ich blinzelt mit den herabfallenden Blättern und ich liebe. Viel stärker als vorher. Das Leben und die Liebe und dich. Ich hoffe, wir können irgendwann gemeinsam hier sein, im Paradies, obwohl du nicht einmal getauft bist. Ich kann die Schönheit hören und sehen und fühlen, aber ich kann sie einfach nicht in Worte fassen. Aber eines Tages, da sitzen wir gemeinsam hier. Wenn man etwas besonders gut kann im Paradies, dann träumen.

Deine Christine

Es folgt eine Fotostrecke vom wunderschönen und unglaublichen Banyan Tree Seychellen Resort. Der beste Ort und Liebesbriefe zu schreiben.

Ausblick-Banyan-Tree-Seychellen

Christine-Neder-Banyan-Tree-Seychelles

Seychellen-Traumstrand

Seychellen-Spa

Seychellen-Blumen

Himmel-Sonnenaufgang-Seychellen

Banyan-Tree-Sonnenuntergang-Seychellen

Ganitfelsen-Seychellen-Mahe

Frühstück-Banyan-Tree

Banyan-Tree-Seychellen-Frühstück

 

Banyan-Tree-Zimmer

Banyan-Tree-Zimmer-Seychellen-Christine-Neder

Banyan-Tree-Seychelles

Banyan-Tree-Seychelles-Spa

Banyan-Tree-Villa

Christine-Neder-Traumstrand-Seychellen

Banyan-Tree-Seychelles-Infinitypool

Banyan-Tree-Seychelles-Veranda

Banyan-Tree-Seychelles-Eingangshalle

Banyan-Tree-Seychellen-Strand

Banyan-Tree-Seychellen-Speisesaal

Banyan-Tree-Seychellen-resort

Banyan-Tree-Seychellen-Ausblick

Banyan-Tree-Pool

Badezimmer-Banyan-Tree-Seychelles

Spa-Banyan-Tree-Seychellen

Strand-Seychellen

Mit freundlichen Unterstützung von Banyan Tree Seychelles, KPRN Network und Ethiopian Airlines

 

Kommentare

  1. Max

    …ich sach doch: schreiben kannst Du besser!!

  2. Nach den ganzen tollen Bilder und Texten verspüre ich einen leichten Drang auch mal dorthin zu reisen :)

    • Christine

      JAAAA es ist sooooo geil! :)

  3. Traumhaft schöne Bilder!!!! wow da fehlen einem wirklich die Worte :D
    Warst du auch die Unterwasserwelt bewundern?? Im Indischen Ozean ist das nämlich ein MUSS ;)
    Du solltest zum Vergleich, in einen Luxusanlage von Maurititus gehen. Was meinst du? Warst du auch schon mal Dort?

    Sonnige Grüße!!

    • Christine

      Ich würde so, so gerne auch nach Mauritius!!!! Ich habe einmal kurz mit einer Tauchbrille runter geschaut und das war schon klasse :)

  4. Da kann man ja nur neidisch werden bei dem blauen Wasser! Afrika hat wirklich wundervolle Seiten!Es eignet sich übrigens auch wunderbar für einen Freiwilligendienst im Ausland, zB für die Übergangszeit zwischen Abitur und Studium oder Ausbidlung oder auch für ältere Leute, die gerne so etwas wundervolles und sinnvolles machen möchten !
    Viele Grüße!

  5. Wow. Mehr kann man dazu eigentlich gar nicht mehr sagen. Die Bilder sind echt atemberaubend und ich habe sofort das Bedürfnis, sofort dort hin zu reisen! Ich kann gar nicht genug bekommen. :)

  6. Tolle Bilder und schöner Bericht.
    Danke :))

  7. Ekki

    als ich dies las habe ich geweint vor Schmerz und Sehnsucht. War ich doch so oft genau dort und habe mindestens das gleiche gefühlt. Noch immer treibt mir die Sehnsucht nach diesem Ort, an dem ich fast nicht mehr zu toppende Glücksgefühle hatte die Tränen in die Augen. Ich habe fast Angst, eines Tages wieder dort zu sein, dort, wo die Steine sehr wohl von Liebe wissen…….

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