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Lilies Diary | 13. November 2017

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7 Kommentare

Trinkgeld geben im Ausland – Wie geht’s?

Anne
  • am 18. September 2014

“Geben wir Trinkgeld?”, fragt mich meine Freundin, als wir in einem kleinen unscheinbaren Restaurant auf Bali sitzen. Unsere Rechnung beträgt umgerechnet nicht mehr als 10 Euro und trotzdem überlegen wir drei Mal, bis wir uns für eine kleine Summe Trinkgeld entscheiden, die wir bescheiden auf dem Tisch liegen lassen, bevor wir Reißaus nehmen. Trinkgeld geben, gerade im Ausland, ist immer noch eine Sache für sich. Oft hemmt einen der eigene Geiz an dem extra Euro, der schon ein kleines Lächeln auf das Gesicht der Kellnerin oder des Kellners, des Pagen, des Taxifahrers oder der vielen anderen Angestellten zaubern würde oder das Unwissen, was angemessen wäre.

Ich habe mich einmal schlau gemacht, wie das mit dem Trinkgeld geben im Ausland aussieht. Wo gibt man Trinkgeld, wie viel und wo gibt man gar kein Trinkgeld?

Trinkgeld-im-Ausland

Ein paar Grundregeln gibt es, die in den meisten Ländern gelten. Aufgerundete Rechnungen sind immer gut, solange es sich nicht um Cent-Beträge handelt, Trinkgeld macht sich immer am besten bar und wenn der Service schlecht war, dann gibt es auch kein Trinkgeld. Für alle anderen Fälle haben wir hier ein paar Tipps zum Trinkgeld geben im Ausland.

Trinkgeld geben im Ausland: Mittelmeerländer

Hier geht es schon los mit den Unterschieden zu Deutschland. Generell freuen sich Frankreich und Spanien über ca. 10-15% Trinkgeld. Dennoch: hier wird die Rechnung nicht etwa aufgerundet oder das Trinkgeld bereits bei der Bezahlung gegeben, sondern lediglich der Trinkgeldbetrag auf dem Tisch liegen gelassen, nachdem bezahlt wird. In Frankreich heißt Trinkgeld übrigens „Le pourboire“!

In Italien ist das Trinkgeld nicht allzu bekannt. Hier kommt es häufig zu einem kleinen Betrag für Brot und Oliven, dem „coperto“. Wer aber trotzdem sehr zufrieden war, der kann natürlich einen Betrag auf dem Tisch liegen lassen.

In Griechenland und der Türkei darf auch gerne aufgerundet werden. Wer hier mit Kreditkarte zahlt, der soll das Trinkgeld am besten bar bezahlen, sicher ist sicher.

Trinkgeld geben im Ausland: Großbritannien und Irland

Auch hier gilt: Schaut euch die Rechnung genau an, denn manchmal ist die „service charge“ bereits im Betrag enthalten. Sonst gelten auch hier 15% als angemessen. Barkeeper freuen sich übrigens auch sehr über einen Drink!

Trinkgeld geben im Ausland: Skandinavien

Trinkgeld geben ist in Skandinavien eher untypisch. Schweden stellt da ein kleine Ausnahme dar und ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass auch die Dänen nach dem ein oder anderen Bier gerne Trinkgeld geben. Das meist aber nur, wenn der Service überragend war und das ist er in Skandinavien eigentlich immer, was das Trinkgeld geben eindeutig schwieriger macht, denn so muss man quasi immer Trinkgeld geben, oder? Also man merke sich: die Preise in Skandinavien sind schon so hoch und die Gehälter, auch für Service-Angestellte, noch höher, dass man ohne ein schlechtes Gewissen gut auf das Trinkgeld verzichten kann.

Trinkgeld geben im Ausland: Österreich & Schweiz

Unsere lieben Nachbarn: Österreich gibt sich mit aufgerundeten Rechnungen und ein bisschen Bargeld auf dem Tisch zufrieden, dem „Schmattes“ oder „Schmatt“. Die Schweizer dagegen haben die Service Tax direkt mit im Endbetrag auf der Rechnung inbegriffen. Achtung also bei der Bezahlung, damit es nicht zum doppelten Trinkgeld kommt!

Trinkgeld geben im Ausland: Nordafrika

Bakschisch, so heißt Trinkgeld in den nordafrikanischen Ländern. Übersetzt heißt das Gabe oder Geschenk und das wird hier sehr gerne gesehen. Wie viel genau das sein muss, das kann niemand sagen, wobei 10% als sehr angemessen scheinen. Wichtig ist, dass es vorhanden ist, denn auch kleine Summen zeigen, dass Touristen in Ägypten, Tunesien oder Marokko mit dem Service der Einheimischen, die häufig sehr wenig verdienen, zufrieden sind. Übrigens: wer hier das Trinkgeld mit der Kredit- bzw. Geldkarte zahlen möchte, der zahlt dem Restaurantbesitzer und nicht dem Kellner einen Obolus. Also: 10% bar auf den Tisch oder in die (rechte) Hand des Kellners und alles ist im Lot. Das Übergeben von Geld und anderen Gaben mit der linken Hand wird hier nämlich generell als unhöflich angesehen, da diese für andere (intime) Zwecke verwendet wird…

Trinkgeld geben im Ausland: Japan & China

Bloß nicht! Hier wird Trinkgeld geben tatsächlich als eine wahre Beleidigung angesehen. Also: Portemonnaie zulassen nachdem die Rechnung bezahlt wurde und auch keine Beträge aufrunden. Kein Trinkgeld zu geben ist in Japan und China völlig normal! Allerdings, die Angestellten in Chinas Touristenzentren haben das Konzept des Trinkgelds so langsam erkannt und lehnen sicher kein Trinkgeld ab.

Trinkgeld geben im Ausland: Südostasien

Auch hier das Trinkgeld kein Muss. Dennoch, mit den Massen an Touristen, die jedes Jahr nach Südostasien strömen, haben sich auch die Einstellungen der Einheimischen gegenüber dem Trinkgeld geändert. Seien wir doch mal ehrlich, wenn ein Essen und damit meine ich einen vollgestopften Teller, 3 Euro kostet, dann tut der extra Euro an Trinkgeld doch auch nicht weh, oder? In Indien wird übrigens die Service Tax zum Teil direkt mit auf die Rechnung geschrieben

Trinkgeld geben im Ausland: Australien & Neuseeland

Bis vor kurzem war das Trinkgeld etwas eher untypisches in Australien und Neuseeland, aber auch hier hat sich das Verhältnis zum extra Penny ein wenig geändert. Besonders in den Restaurants der oberen Klasse wird häufig davon ausgegangen, dass hohe Rechnungen  mit einem kleinen Obolus geschmückt werden.

Trinkgeld geben im Ausland: USA & Kanada

Es ist überall bekannt: Servicekräfte verdienen förmlich einen Hungerlohn in den USA und in Kanada. Nicht umsonst wird hier das Trinkgeld, die Service Tax, direkt mit auf die Rechnung gepackt und das ist auch gut so. 15-20% werden hier zum Teil verlangt und kommen so den völlig unterbezahlten Angestellten zugute.

Trinkgeld geben im Ausland: Lateinamerika 

Die Lateinamerikaner sehen das mit dem Trinkgeld geben genauso wie wir: kleine Beträge als Zeichen der Zufriedenheit oder aber aufgerundete Rechnungsbeträge, das geht beides und ist beides sehr angesehen.

Ich hoffe ihr seid jetzt nicht mehr so ratlos. Viel Spaß auf der Reise. Habt ihr noch Erfahrungen mit Trinkgeld gemacht? Dann hinterlasst ein Kommentar.

Kommentare

  1. Simi

    Zur Schweiz: Es heisst, das Trinkgeld sei bei uns drinn. Jedoch fällt dies den Restaurantbetreibern zu. Das Personal hat nicht wirklich was davon und ist für schweizer Verhältnisse ebenfalls unterbezahlt. Daher runden wir auch in der Schweiz gern die Beträge auf, bei Getränken zwischen 20-50 Rappen, beim Essen auch gerne mal um 2-5 Franken. Das Servicepersonal dankt :)

  2. Sven

    Hallo Anne,
    ich vermisse in der Aufstellung unsere Nachbarländer ausser Schweiz und Österreich. Könntest du da auch bitte noch hilfreich sein?

  3. In der Schweiz ist der Servicebetrag inklusive, aber zur guten Sitte gehört eigentlich 5-10% solange der Betrag nicht sehr hoch ist.

  4. Sara

    Auch die Schweizer freuen sich übrigens über einen aufgerundeten Endbetrag als „Honorar“ für die freundliche, zuvorkommende Bedinung! ;)

    • Christine

      Die Schweizer sind teuer genug ;)

      • Martin Aston

        Da kann der Service ja nichts dafür. Er muss schliesslich auch in einem teuren Land leben…

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