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Lilies Diary | 13. Oktober 2017

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Wie wird man eigentlich Instagramer? Goldie Berlin im Interview

Julia Brauer

Traumjob: Instagramer! Doch wie wird man mit seinem Account wirklich erfolgreich? Es heißt, wenn man tut was man liebt, muss man für den Rest seines Lebens keinen einzigen Tag arbeiten. Der Traum von vielen, doch nur wenige schaffen es, diesen tatsächlich zu verwirklichen. Sylvia, alias Goldie Berlin, hat es geschafft. Und nun reist sie um die Welt, macht traumhaft schöne Fotos und teilt diese mit ihrer 256.000 Follower großen Community auf Instagram. Wie sie das geschafft hat, wie sich ihr Leben dadurch verändert hat und welche Schattenseiten ihr Erfolg mit sich bringt, hat sie mir in einem Interview erzählt.

InstagramerFoto: goldie_berlin

Traumjob: Instagramer – Sylvia hat es geschafft

Auch wenn Sylvia schon gar nicht mehr zählen kann, wie oft sie den Leuten erklären muss, womit sie ihre Brötchen verdient, möchte ich natürlich zunächst von ihr wissen, was eine Instagramerin eigentlich ausmacht. Da sie sich auf ihrem Account goldie_berlin auf Reisefotografie spezialisiert hat, macht natürlich das Reisen einen großen Teil ihres Lebens aus. Heute hier, morgen dort, wenn Sylvia von ihren Plänen für die kommenden Wochen erzählt, schlackern fast jedem die Ohren. Aber dass das alles kein Urlaub ist und nichts mit Erholung zu tun hat, kann ich als Reisebloggerin natürlich nachvollziehen.

Traumjob: Instagramer – Was ist das eigentlich?

Im Prinzip ist der Beruf Instagramerin dem der Blogger sehr ähnlich, nur dass Sylvia ihre Reiseerlebnisse nicht hauptsächlich für ihren Blog aufbereitet, sondern eben für Instagram. Das heißt, sie legt den Fokus ihrer Arbeit mehr auf Fotos als auf das geschriebene Wort. Und da ihre Bilder so sehr im Vordergrund stehen, beschäftigt sich Sylvia extrem viel mit Fotografie. Sie schaut sich Youtube-Tutorials an, nimmt an Lehrgängen und Fortbildungen teil, tauscht sich mit anderen Experten aus und übt, übt, übt. Bilder wie dieses kommen schließlich nicht von ungefähr.

InstagramerFoto: goldie_berlin

Traumjob: Instagramer – Worauf kommt es an?

Aber gute Fotos allein sind noch kein Garant für eine Karriere als Instagramerin. Sylvia verrät mir, dass es noch einiges mehr erfordert, um sich eine große und treue Community aufzubauen. Und Community ist das richtige Stichwort. Bei Instagram steht der Austausch untereinander im Vordergrund und ist essentiell, um große Reichweiten zu generieren. Mehrere Stunden täglich hat sie am Anfang mit Liken, Kommentieren und Teilen der Bilder verbracht. Das Wichtigste dabei ist die Kontinuität und die regelmäßige Aktivität auf der Plattform. Ein bisschen Glück und Vitamin B können aber auch nicht schaden.

Traumjob: Instagramer – Die geheime Zutat

Wer mindestens eines von beidem hat, kann „Suggested User“ bei Instagram werden. Also über den offiziellen Account von Instagram als sehenswerter User empfohlen werden. Das ist quasi wie ein goldenes Ticket direkt in den Instagram-Olymp. Trotzdem sollten natürlich die Qualität der Bilder und das persönliche Engagement stimmen, um einen langfristigen Erfolg zu ermöglichen. Wer seine Chancen auf eine Empfehlung durch Instagram steigern möchte, sollte an den wöchentlichen Aufgaben teilnehmen, die entsprechenden Hashtags nutzen und Instameets besuchen.

Traumjob: Instagramer – Was macht ein gutes Bild aus?

Jetzt will ich aber wissen, was ein gutes Bild eigentlich ausmacht. Sylvia erzählt mir, dass es einige Motive gibt, die immer gut ankommen. Das Spiel mit Perspektiven, vor allem im Zusammenhang mit Brücken ist ein wahrer Likemagnet. Die richtige Bildaufteilung (Stichwort Goldener Schnitt) ist hierbei das A und O. Sonnenunter- und -aufgänge sowie das Spiel mit Farben sind auch stets beliebte Motive sowie die Natur mit ihren Bergen, Bäumen, Meeren und Stränden. Alle Bereiche des Bildes sollten gut erkennbar und scharf sein. Dabei kommt es auch auf ein gutes visuelles Gesamtbild an und der Feed sollte einen einheitlichen Bildstil vorweisen. Sylvia investiert teilweise richtig viel Zeit in ihre einzelnen Bilder. Vorbereitung (Standortwahl, Ausleuchtung, Ausrichtung, …), Aufnahme und Nachbearbeitung sind aufwendig und wollen geübt sein. Mittlerweile ist Sylvia aber ein richtiger Profi und spart durch ihr geübtes Auge viel Zeit im Vergleich zu den Anfängen.

InstagramerFoto: goldie_berlin

Traumjob: Instagramer – Von nix kommt nix

Es gibt also viel zu beachten und soviel ist klar: Für Sylvia hat sich nicht nur die Art des Reisens verändert, sondern ihr ganzes Leben. Bis 2012 hat sie bei einem großen Verlag gearbeitet, Instagram war nur ein Hobby. Sie hat jedoch die Entwicklung von Print zu Digital und anschließend zu Social Media immer aufmerksam beobachtet und ist mit Glück und Verstand zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf den Zug aufgesprungen. Eine Strategie oder einen Plan hatte sie damals nicht, noch konnte sie ja auch nicht ahnen, was da auf sie zukommen würde. Als sich nach ca. 2 Jahren jedoch langsam abzeichnete, in welche Richtung sich das ganze entwickelt, hat sie sich auf das Thema Reisen spezialisiert und bei 40.000 Followern schließlich alles auf eine Karte gesetzt und ihren Job gekündigt. Von da an war Instagram ihr Job und ihr Leben. Und das ist tatsächlich so krass gemeint, wie es sich anhört. Mehr als sieben Stunden täglich ist sie in der Community aktiv, kommentiert, liked und trifft sich mit anderen Leuten aus der Szene.

Traumjob: Instagramer – Alles hat seinen Preis

Auch heute trifft sie sich hauptsächlich mit anderen Instagramern. Ihre Freunde von früher können kaum verstehen, was sie da tut. Vor allem, dass sie nun so viel unterwegs ist und eigentlich kaum Zeit für ihre Freunde hat. Leute, die selbst in dem Bereich tätig sind, teilen diese „Probleme“ meist. Aber Sylvia ist nicht all zu traurig über diesen Zustand. Sie hat es sich so ausgesucht, sagt sie. „Das ist jetzt mein Leben und es gibt nichts anderes. Fotografie ist mein Leben und das Reisen gehört jetzt eben auch dazu.“

Traumjob: Instagramer – Es gibt immer was zu tun!

Auf ihren Reisen muss sich Sylvia oft zwingen, auch mal die Kamera auszuschalten und eine kleine Pause einzulegen. Alles dreht sich um das perfekte Bild. Wenn Arbeit und Leidenschaft sich decken, ist es schwer, zur Ruhe zu kommen. Aber Sylvia hat eine Menge Energie und Ehrgeiz und liebt es, stets Vollgas zu geben. Sie lebt ihren Traum. Jeden Tag. Und doch ist es Arbeit, als Instagramerin Geld zu verdienen. Aber sind wir mal ehrlich, wenn das Büro so aussieht, fällt das frühe Aufstehen doch schon wesentlich weniger schwer.

InstagramerFoto: goldie_berlin

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