Wenn man einmal im Wasser ist, sind die Regeln ganz simpel: Du, dein Brett und die Wellen. Keine Zeit für Kopfkino, Gedanken darüber, ob ich Sexy-Wetlook-Haare habe oder ob mein Arsch geil aussieht in dem wundervollen engen Wetsuit. Denn die nächste Welle wartet schon darauf mich, wenn ich nicht wie ein Irrer paddle, zu verschlingen. Wie herrlich ist es, komplett abschalten zu können, um sich nur auf diese eine einzige Sache zu konzentrieren: Wo ist die Welle? Ist sie gut genug, um mich zu tragen? Und schon paddelst du los.

Ich war eine Woche in Portugal und habe im Surfcamp „the Algarve“ in Luz an der Süd- und Westküste surfen gelernt. Es war göttlich und ich bin süchtig geworden, wenn es so etwas wie „surfsüchtig“ gibt.

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Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich noch Mal so etwas klischeehaftes sagen würde, aber ich werde es jetzt tun: „Surfing is a way of life man!“ Keine Ahnung wo es her kommt, aber es wurde mir bestimmt mal irgendwo ins Ohr geflüstert und es ist so wahr. Das weiß man jedoch erst, wenn man das erste Mal selber auf dem Brett steht. Surfen ist nun mal das Beste, was man tun kann. „Leider geil“, wie Deichkind sagen würde. Von Luz aus haben wir mit dem Surfcamp für unsere Surfing-the-Algarve-Mission zwei sehr schöne Strände besucht: Bordeira an der Wesküste und Zavial an der Südküste – traumhaft! In Portugal an der Algarve gibt es wunderschöne Felsen in rot-ocker-weiß, die in den Strand überlaufen und sich dann in ein blaues Meer verwandeln. Mehr Mutter Natur geht wohl nicht. Sie tut einfach immer, worauf SIE Bock hat. Auch wenn das heißt, dass dir der Wind den kompletten Strand in die Augen weht. Mutter Natur, ich liebe deine Scheiß-Egal-Haltung. Und später, wenn ich groß bin, möchte ich genauso werden wie du! Nur mit ein bisschen mehr Empathie vielleicht.

So krass, wie verbunden ich mich nach zwei Tagen Gemüsediät, Nikotin- und Alkoholentzug und Surfen an der Algarve mit Surfhelden wie Kelly Slater und Philip Edwards gefühlt habe. Totaler Quatsch natürlich und total lächerlich. Nur, es war wirklich so! Ich konnte auf einmal all diese Surfzitate so gut nachvollziehen.: „Surfin is like the mafia. Once you’re in – your in. There’s no getting out“ (Kelly Slater) Oder wie mein Surflehrer, der mir immer wieder, während ich mich fast zu Tode paddelte, voller Surf-Leidenschaft hinterher schrie: „YOU HAVE TO PADDLE JARD! No paddle, no surf!

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 Surfen an der Algarve

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So einfach war das. Genau: Diese Einfachheit vom Surfen an der Algarve gab mir das beste Gefühl der Welt. Nach diesem Zitatensee mache ich etwas ganz Verrücktes und drücke meine Gefühle selbst in einem profunden Surfzitat aus: „Surfen ist ein spirituelles Erlebnis, nirgendwo bekommt man den Kopf so frei, wie da draußen, auf dem großen, weiten, geheimnisvollen Ozean.

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Die Surflehrer erzählten mir, dass sie oft neidisch auf die eigenen Schüler sind. Egal, ob man da tausend Mal scheitert beim Aufstehen. Darum geht es nicht. „Es geht darum, dass unsere Schüler Spaß haben und die eine nach der anderen Welle reiten, während wir, Lehrer, nur am Rande zuschauen dürfen„. Doch das Surfen einfach ist, hat niemand behauptet. Mein Surfinstructor hat einmal erlebt, dass ein Schüler während seines Versuches sein Board in die Ecke geschmissen hat, weil er es beim ersten Mal nicht hinbekam auf dem Board zu stehen, oder eine Schülerin, die gleich anfing zu weinen. Die Anstrengung lohnt sich! Einfach von diesen Wellen mitgenommen werden, die direkte Konfrontation mit der Natur spüren, war schon das prächtigste Geschenk seit langem und hätte mir auch ohne Aufstehen gereicht!

Man muss noch nicht einmal surfen an der Algarve, um dieses Gefühl der Leichtigkeit zu bekommen. Denn, wenn man sich in the Luz Surfvillage aufhält, so wie wir, kann nichts mehr schief gehen. Das Surfvillage ist super. Nicht, weil der so mega-luxuriös ist, nein, weil alles dort so liebevoll gemacht ist. Man genießt den besten, ozeanischen Ausblick ever in den Appartments und wird von den Betreibern wie  ein Teil von der großen Familie willkommen geheißen. Alle hier sind so herzlich und hilfsbereit, dass man es kaum glauben kann. Wenn es auch nur ein winziges Problem gibt, sind sie sofort für dich da (Zum Beispiel: Wenn aus Versehen deine ganze Shampoo-Flasche über deinem Ladegerät ausgelaufen ist). Jeden Morgen wird für dich Frühstück gemacht, welches man direkt am Pool essen kann. So gut! Drei Tage nur Obst, Yoghurt, Gemüse, Fisch und überhaupt kein Nikotin. Balsam für die Seele! TOP!

Diese wenigen Tage, die ich surfen durfte, haben mir, sowohl emotional als auch physisch,  die Augen geöffnet für all das Wunderschöne in der Welt! Und das alles, obwohl ich das Surfen noch nicht Mal richtig drauf habe, wie ihr auf den Bildern schon sehen konntet. Haha. Aber auch hierzu wieder ein passendes Zitat: „The best surfer out there is the one having the most fun“ (Phil Edwards)

Wart ihr schon mal surfen? Vielleicht sogar Surfen an der Algarve? Hattet ihr auch solche extremen euphorischen Gefühle? Oder spinn ich etwa?

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 Ausblick Luz-Surfvillage

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Bordeira-surfing

Surfteam!

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Bordeira-Strand, Westküste

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Me, myself and I fishing

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Zavial-Strand, Südküste

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Bordeira-surfteam

Surfen an der Algarve. Verpasst es nicht!!!

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Mit vielen Dank für die Unterstützung an The Luz Surf Village und air berlin

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17 Kommentare

  1. Aloha Christine, Ich kann Dich zu dem Surfkurs nur beglückwünschen und kann Deine Feelings genau nachvollziehen. Es war Mitte der 90er als ich mit meinen Eltern auf Fuerteventura einen Surfkurs machte (übrigens mit einem gewissen Mario Barth in der Gruppe ) Mich hat es auch gleich gepackt & ich war dann noch 2 Mal mit meinen Eltern dort, habe dann in Deutschland mein geregeltes Leben hinter mir gelassen und bin nach Fuerte gezogen. Dort war ich dann 6 Jahre, was ein Leben!  Ich denke Du kannst jetzt etwas mitfühlen!! Bleib dran und geh dem weiter nach, bei mir hat es mein Leben im Positiven verändert! Wäre cool Dich mal auf ner Welle zu treffen, die Welt ist ja klein!! Mahalo

    1. Ich war nicht, sondern meine Co-Bloggerin Jard. Sie steht ja als Autorin drin ;) Aber geile Geschichte mit Mario Barth einen Surfkurs zu machen :D Aber ich will auch bald mal gehen!

  2. Toller Artikle !
    Ich plane schon lange endlich mal loszulegen und in ein Surfcamp zu fahren.
    Nicht zuletzt wegen Freunden, welche genau die selbe Euphorie immer wieder beschreiben, wenn sie mit Ihren Board aus dem Urlaub zurückkommen.
    LG :))

  3. Schöner Artikel. Ich kann es nur bestätigen. Ich selber bin Windsurfer. Wer einmal auf einem Brett steht und die Naturgewalten erlebt, der will nie wieder was anderes machen.
    LG

  4. Hey Jard,
    ich bekomme durch deinen Artikel gerade wunderschöne Flashbacks!
    Erst einmal vielen Dank dafür :)
    Ich kann diese Magie die du gespürt hast und hoffentlich noch in deinem Herzen trägst, absolut nachvollziehen. Ich stand im letzten Jahr in Frankreich, dass erste mal auf dem Brett und bin im Fieber. Das Surffieber hat mich zu 100% erwischt und lässt mich nicht mehr los. Und ich freue mich, dass es einen weiteren Menschen erwischt hat :)
    Diese neue Leideschaft treibt mich im nächsten Jahr auch mit einem One-Way-Ticket nach Australien! Vielleicht trifft man sich ja mal in den Wellen :)

  5. Hey Christine! Richtig schöner Artikel!!!!

    Hang Loose ist immer gut und die Algarve ein Traum!

    Eine Frage habe ich: Du bist doch Brillen- / Kontaktlinsenträgerin, oder??? Wie hast du das gehandhabt? Ich würde so gerne surfen, aber bei – 8 DIoptren ist das ohne Sehhilfe uncool. Und mit Schwimmbrille stelle ich mir eine Begegnung mit einer (Herzzer-) reißenden Welle auch unlustig vor ;-)

    Mahalo!

  6. Danke für den schönen Bericht! Surfen an der Algarve – wollte ich auch schon immer, weil die Algarve einfach mein Traumziel ist! Du hast dir auch wirklich tolle Strände ausgesucht. Die Praia da Bordeira ist mein absoluter Lieblingsstrand. Den muss man einfach mal gesehen haben. Ich hoffe, dass ich bei meinem nächsten Algarve-Besuch auch zum Surfen kommen werde…

  7. ….deshalb damals auch mein Kommentar, warum ich kein „normales“ Leben lebe! :-) Der Mario war damals schon so drauf! :-) Wird aller höchste Zeit für Dich das mal zu versuchen! Grade wenn man wie Du so viel unterwegs ist :-)

  8. Hi Christine!
    schöner Beitrag und wie du schon sagst „leider geil“ :D einmal auf dem Brett ist man in der Sucht gefangen! Aber ist das schlimm? Ich denke nicht :) es gibt einfach nichts schöneres! ich verbinde surfen einfach mit Zufriedenheit und Freiheit! Du schreibst lediglich über das Wellenreiten, hast du den Kiter auch gesehen? Würde mich interessieren wo dort so die „Geheimspots“ sind :) Konntest du darüber auch etwas in Erfahrung bringen? beste Grüße, Max

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