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Lilies Diary | 09. November 2017

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34 Kommentare

Selbstständig werden – Raus aus dem Hamsterrad

Christine

Die Tage zwischen den Jahren sollen ja angeblich besinnlich sein. Man blickt zurück auf sein Jahr, vielleicht zieht der ein oder andere ein Resümee und macht hoffentlich ganz viele Pläne für das neue Jahr! Was ich dieses Jahr ganz besonders schön fand, die viele Post, die ich von euch, liebe Leser, bekommen habe! Manchmal bin ich gar nicht mehr hinterher gekommen und es hat einige Tage, manchmal auch Wochen gedauert, bis ich geantwortet habe, doch ihr müsst mir glauben, ich habe mir ganz viel Mühe gegeben und hoffentlich niemanden vergessen. Ich habe auch eine neue Youtube-Rubrik gegründet, in der ich alle eure Fragen einmal im Monat beantworten werde.

Chrstine-Neder-Octago-Peninsula

Doch manche Mails haben einfach Themen, die ich nicht so nebenbei in einem Video behandeln kann. Zum Beispiel die Frage, wie man raus aus dem Hamsterrad des Alltags kommt und sich selbstständig macht. Ich weiß, ich hatte viel Glück, dass ich so ein Leben führen darf, wie ich es gerade tue. Ich bin frei, kann mir meine Zeit einteilen, habe keine egozentrischen Chefs oder nervigen Mitarbeiter, alles Faktoren, die vielen das Leben zur Hölle machen. Ich möchte euch jetzt nicht sagen, schmeißt alles hin und werdet Blogger oder geht auf Weltreise. Ich möchte euch ein paar Tipps geben, wie ihr vielleicht ein bisschen mehr Freude und Freiheit in euer Leben bekommt, glücklicher werdet und in kleinen Schritten ans Ziel kommt – selbstständig werden.
Selbstständig werden: Bin ich glücklich?

Ganz ehrlich, wie oft stellt ihr euch die Frage? Nur einmal im Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr? Das ist zu wenig! Ich stelle sie mir jeden Morgen, wenn ich die Augen aufmache. Dann blinzle ich kurz, schaue an die Decke und frage mich: Bist du glücklich, Christine? Wenn die Antwort ja ist, na dann herzlichen Glückwunsch, raus aus dem Bett und der Tag kann beginnen. Wenn sie nein lautet, dann liegen bleiben, einmal tief einatmen und in sich hinein hören. Ja, auch ich habe Tage, an denen ich die Frage verneine und dann frage ich mich weiter: Warum bin ich nicht glücklich? Was macht mir schlechte Laune? Was stört mich? Worauf habe ich keine Lust heute? Manchmal sind es nur einzelne Termine, auf die ich keine Lust habe, doch manchmal habe ich auch Phasen, in denen ich tagelang schlechte Laune habe. Zum Beispiel als ich von den Malediven kam. Schuld daran war ein ordentlicher Vitamin D Mangel, die Erkenntnis, dass ein Mensch in meinem Umfeld mir nicht gut tut und die Einsicht, dass ich zu viel arbeite. Der erste Weg raus aus dem Hamsterrad ist die Erkenntnis. Man muss wissen, was einen stört, sonst kann man es nicht ändern.

Selbstständig werden: Der alte Job

Es ist leider wirklich so, dass die meisten unglücklich in ihrem Beruf sind, dass es jeden Tag eine Qual für sie ist, aufzustehen und den Weg ins Büro anzutreten. Auch ich habe solche Zeiten gehabt. Und ich war wahrscheinlich, wie die meisten von euch, auch zu feige das Ganze zu beenden. Ich wurde glücklicherweise zu meinem Glück gezwungen aber gleichzeitig ins kalte Wasser geschmissen. Meine erste Festanstellung in einem Start up wurde mir nach drei Monaten gekündigt, weil „ich zu viel Christine Neder war“. Ich habe den Satz bis heute nicht so richtig begriffen. Wahrscheinlich weil ich gerade das 90 Nächte Buch geschrieben habe und meinen Blog nebenbei hatte. Ich hatte jedoch das Glück, dass ich schon lange ein neues Projekt im Kopf hatte „40 Festivals in 40 Wochen“ und noch frei für das Start up weiter arbeiten konnte. Alle, die früh aufwachen und merken, dass da ein Widerstand ist aufzustehen und sich auf den Weg zur Arbeit zu machen, denen empfehle ich auch da mal genau in Worte zu fassen, was sie stört. Ist es der Chef? Sind es die Arbeitskollegen oder ist es die Arbeit an sich? Will man etwas ganz Neues, anderes machen?

Selbstständig werden: Neue Wege gehen

Ja, man will etwas ganz anderes machen und jetzt? In der Ruhe liegt die Kraft. Ich würde jedem empfehlen seine Leidenschaft erst einmal ein paar Monate als Hobby auszuleben um zu überprüfen, ob es wirklich was für euch ist und die Begeisterung auch länger anhält. Ich möchte euch nichts unterstellen, aber auch ich habe manchmal Phasen in denen ich denke, ich will jetzt unbedingt noch mal was ganz anderes machen, doch in ein paar Wochen ist dann die Begeisterung wieder weg und es war nur ein Floh im Kopf. Viele von euch haben vielleicht auch den Wunsch Blogger zu werden. Dann bitte fangt es an, weil ihr eine Leidenschaft habt, mit der ihr euch jeden Tag beschäftigen wollt aber nicht, weil ihr damit euer Geld verdienen wollt. Ich weiß, dass ist gerade Mode geworden, einen Blog anzufangen, um damit Geld verdienen zu wollen. Aber ich finde, dass ist nicht der richtige Weg.

Selbstständig werden: Zeit gewinnen

Ihr wisst, wo der Weg hingehen soll, traut euch aber nicht zu kündigen? Verstehe ich. Auch ich bin eigentlich der größte Sicherheitsfanatiker. Ich weiß nie, was im nächsten Monat auf mein Konto eingeht, welche Jobs kommen und ob Jobs kommen. Eins kann ich euch sagen: Wer Freiheit will, muss mutig sein. Wer Freiheit will, arbeitet am Anfang vielleicht 18 Stunden, anstatt 8. Wer Freiheit will kennt erst einmal keine Freizeit, keinen Feierabend, kein Wochenende. Ich war mutig, aber nicht unvorsichtig. Jedem, der sich selbständig machen will, dem empfehle ich sich als erstes einen finanziellen Puffer anzulegen. Vielleicht könnt ihr auch erst einmal von einer fünf Tagewoche auf eine vier Tagewoche wechseln um mehr Zeit für euer Projekt zu haben, aber auch noch ein regelmäßiges Einkommen. Ihr solltet euch auch unbedingt informieren, welche und ob es eventuell Fördergelder gibt, die ihr in Anspruch nehmen könnt. Ich habe es nie gebraucht, aber ich hatte auch immer die Gewissheit, dass mich meine Eltern auffangen, falls alles schief geht.

Selbstständig werden: Sparsam leben

Wer wenig Geld zum Leben braucht, hat klar einen Vorteil beim experimentierfreudig sein. Ich bin unglaublich sparsam, deswegen konnte ich auch das Jahr in dem ich 40 Festivals in 40 Wochen besucht habe, gut überstehen. Wenn ihr plant euch beruflich zu verändern und vielleicht nicht wisst, wie es sich finanziell entwickelt, versucht eure laufenden Kosten gering zu halten. Zieht vielleicht noch mal um, in eine kleinere Wohnung. Ändert euren Lebensstil und spart so Geld, das ihr erst einmal nicht verdienen müsst.

Selbstständig werden: Das Umfeld

Ich glaube je älter man wird, desto wählerischer wir man mit seinem Umfeld, denn man merkt, wie wichtig sie für das Wohlbefinden ist. Wenigstens geht es mir so. Ich weiß nicht, ob ich zu anspruchsvoll bin, aber ich wünsche mir schon einige Sachen von Freunden. Aber nichts, was ich nicht auch geben würde. Ich möchte mich auf sie verlassen können auf sie. Ich möchte nicht, dass ich eine Parttime-Freundin bin, die man eben nur anruft, wenn man Probleme hat. Ich möchte nicht das Gefühl bekommen ausgenutzt zu werden, weil man mich für irgendwelche Zwecke benötigt. Ich will einfach nur eine ganz normale Freundschaft, die leider immer schwerer wird. Eine Freundschaft muss man pflegen, man muss sich Zeit nehmen, man muss auch mal Zuhören lernen. Man muss den anderen kennenlernen wollen! Ich kenne Menschen jahrelang und sie wissen nichts von mir, weil sie mich einfach nie was persönliches gefragt haben. Oft habe ich mich in einer Freundschaft nur als seelischer Mülleimer gefühlt und wurde ausgelaugt zurück gelassen, als es dem anderen besser ging. Das will ich nicht mehr und das macht auch nicht glücklich. Was das jetzt mit selbständig werden zu tun hat? Wer eine sichere Basis hat, wer Freunde hat, die zu einem stehen, der kann alles schaffen!

Selbstständig werden: Scheißt auf die anderen

Es ist euer Leben. Ihr habt nur eins und die Zeit geht rasend schnell vorbei. Ihr seid unglücklich? Dann ändert es und hört dabei nicht zu viel auf die anderen, die euch einreden ihr solltet froh sein, dass ihr überhaupt einen Job habt. Was bringt ein Job ohne Freude? Geld. Aber Geld allein macht nicht glücklich. Es sind die Momente, in denen man etwas Eigenes erschafft. In denen man in einer Leidenschaft aufgeht. Ich habe in meinem Leben viele Menschen in meinem näheren Umfeld gehabt, die unzufrieden mit ihrem Job waren. Ja, deren Job sie sogar krank gemacht hat. Richtig krank. Ich glaube, ihnen habe ich zu verdanken, dass ich vieles anders mache. Wenn man so etwas miterlebt, dann denkt man anders. Dann weiß man, was aus einem wird, wenn man einen Job hat, der einen zermürbt. Noch heute frage ich mich bei jedem Projekt: Macht mir das Spaß? Will ich das? Und wenn es nichts für mich ist, dann leuten meistens schon meine inneren Alarmglocken und ich merke, dass ich das Projekt nicht annehmen kann, oder wieder absagen muss. Das wichtigste im Leben ist nicht einen Job zu haben. Das wichtigste ist glücklich zu sein. Und wenn ihr es noch nicht seid – zu werden!

Selbstständig werden: Selbstbewusst sein

Wer selbstständig werden will, muss auch selbstbewusst sein. Ihr müsst hinter eurer Entscheidung und eurer Arbeit stehen. Meistens ist es so, dass wenn man etwas Neues anfängt, die anderen einen erst einmal misstrauisch anschauen. Ich weiß noch ganz genau, wie mich meine Familie und meine Freunde angeschaut haben, als ich ihnen mein Projekt von den „90 Nächten, 90 Betten“ erzählt habe. Ich glaube sie wollten mich am liebsten direkt in die Klapse einweisen. Aber egal, was sie gesagt haben, ich stand hinter meine Idee. Ich habe daran geglaubt und war überzeugt, dass das der richtige Weg ist. Und es war die beste Entscheidung meines Lebens! Ich stehe nicht auf Leute, die jeden Scheiss als Gold verkaufen. Ich bin auch nicht gut darin mich zu „verkaufen“ und am lautesten HIER zu schreien. Ich glaube, ich bin ganz bodenständig geblieben, kritisch mit mir selbst, aber trotzdem davon überzeugt, dass das,was ich mache, gut ist.

Das waren meine Tipps. Ich hoffe ich konnte euch helfen, inspirieren, anregen und vielleicht auch ein bisschen die Augen öffnen. Selbstständig sein ist für mich das aller beste. Doch es ist nicht für jeden ideal. Wenn ihr noch mehr Fragen habt, hinterlasst ein Kommentar! Zum Schluss möchte ich euch noch eine Sache mit auf den Weg geben. Menschen sind oft unglücklich in ihrem Beruf wegen Kunden. Kunden, die sie anschreien, unfair und gemein sind. Diese Kunden könntet auch ihr sein. Also denkt doch das nächste Mal ein bisschen nach, wenn ihr an einer Hotline seid oder an der Kasse steht, ob ihr wirklich so grummelig sein müsst, oder lieber ein Lächeln schenkt. Das kann manchmal so viel Wert sein.

Selbstständig-werden

Kommentare

  1. Was für ein schöner Text, liebe Christine! Ich gratulier dir ganz herzlich, dass du dir deinen Traum erfüllen konntest :) Das können sicher nicht viele von sich behaupten. Auch die konstante Reflexion, wie es einem in der Situation geht, ist sehr wichtig – wirklich Hut ab, dass du dir dafür die Zeit nimmst. Ich vergesse das oft im Alltag.
    Alles Gute für 2015!
    Ela

    • Christine

      Es gibt auch Tag, wo ich es vergesse ;)

  2. Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel mit den aufmunternden Tipps! Auch wenn ich noch nicht weiss, ob die Selbständigkeit je mal was für mich sein wird, macht dein Artikel auf jeden Fall Mut, sich mal genauer damit auseinanderzusetzen.
    Herzlich, Manuela

    • Christine

      Danke! Es ist auch nicht für jeden was!!!

  3. Wahre Worte, Christine. Bin seit gut 3 jähren kompromisslos glücklich. Das hat viel mit selbstbestimmtheit zu tun. Ein solider Background aus Familie, Freunden, Gesundheit und Ausbildung/Erfahrung hilft, sich auch ohne Geld sicher zu fühlen und Dinge zu Wagen. Außerdem sollte man im jetzt leben. Just do it :-)

  4. Sehr, sehr schön geschrieben! Vor allem die Sache mit dem Glücklich sein, halte ich für das Allerwichtigste und wenn man dazu noch lächelnd durchs Leben läuft, fällt einem manches erstaunlich leicht.

    Viele Grüße, Ally

  5. Hi Christine!
    Ich finde das ist dein bester Beitrag (bis jetzt)! Ich finde es sooo motivierend. :-)
    Geld spielt meiner Meinung auch keine große Rolle, wenn man nicht das machen kann was man möchte. Ich bin selbst Bloggerin (www.my-lifestyle-blog.com) und selbstständig sein ist für mich Freiheit, aber auch gleichzeitig eine große Verantwortung. Was ich oft nicht verstehen kann, ist dass viele Unternehmer meinen sie müssten mit ihren teuren Autos und Statussymbolen protzen und es sich aber eigentlich nicht leisten können!
    Liebe Grüße
    Nicole

  6. Ein sehr schöner, persönlicher Artikel. Vielen Dank dafür. Ich finde es sehr sympathisch, dass du nicht schreibst „So müsst ihr es machen.“, sondern es aus deiner Sicht schilderst.
    Ich wurde oft gefragt, ob ich mich mit dem Bloggen selbständig machen möchte. Daran gedacht hatte ich zwischenzeitlich. Irgendwann habe ich mich an einem Workshop „Bloggen als Business“ teilgenommen. Der Workshop war sehr gut. Dennoch stand für mich im Ergebnis fest, dass das Bloggen Hobby bleiben wird. Ich mag meinen Beruf viel zu sehr, um ihn aufzugeben.
    Aber ich kann zumindest als meine persönlichen Tipp weitergeben, dass es sich lohnt, an Netzwerktreffen bzw. Workshops zum Thema Selbständigkeit teilzunehmen, als ewig diesen Gedanken im Kopf zu haben und zu keiner Entscheidung zu kommen.

    Liebe Grüße, Sophie!

  7. Liebe Christine, du weißt ja inzwischen eh schon, dass ich deinen Blog von Anfang an lese und dich sehr für das bewundere! Mir fehlt noch das letzte bisschen Mut, aber ich bin zuversichtlich :)

    LG aus Wien!

  8. Danke für den Beitrag – ich hatte ja schon darauf gehofft, daß Du die Reihe „Geld verdienen mit dem Bloggen“ fortsetzt, aber der Beitrag ist jetzt noch viel besser! Nächsten März bin ich drei jahre selbstständig, wobei ich eigentlich erst dieses jahr wirklich zählen kann, ich dachte zwar, ich sei gut vorbereitet, aber denkste – sich selbst zu vermarkten ist dann doch etwas anderes, als andere oder die Produkte anderer.
    Trotzdem macht es mich jetzt einfach glücklich!

    Im Alltag sparsamer leben ist allerdings (mal wieder) der große Vorsatz, neben einigen anderen – im Alltag sparsamer sein und dafür dann mher reisen können – das ist eines der Ziele!

    Und ich freue mich schon sehr auf Deine (und Boris) Abenteuer 2015!

    • Christine

      Zum Thema sparsam leben will ich auch noch was machen :)

      • Super! Im Grunde weiß ich ja wie´s geht, aber so einen kleinen Tritt in den Hintern oder schöner gesagt: ein bißchen Inspiration kann man immer gebrauchen!

  9. Bin auf FB über Deinen Post „gestolpert“. Danke für die offenen Worte und vor allem den Hinweis, das man mit einem Blog eben nicht von heute auf morgen Geld verdient. Das vergessen viele immer wieder.

    Liebe Grüße

    Britt

  10. Dein Beitrag und auch die Kommentare lesen sich so gut und sind so fantastisch motivierend – einfach schön! :-) Danke dafür!

    Aber noch etwas anderes, was mich traurig stimmt bezogen auf deinen letzten Absatz: Heute war ich auch ein Kunde und habe zum wiederholten Male nicht das bekommen, was ich wollte. Da kam mir der Gedanke, dass andere nur aus der Haut fahren müssen und das bekommen, was sie wollen. Wirklich traurig, dass die Welt oft so funktioniert. Ich kann es einfach nicht, auszurasten. Aber warum auch!? Man macht den anderen Menschen und auch sich zu viel Stress und die Gesundheit kaputt. Und schlimmer noch ist es bei der eigenen Arbeit, wenn einem vorgeworfen wird, man sei „zu lieb“. Mit der „zu lieben“ Art bin ich aber komischerweise schon sehr weit gekommen. Damit bekommt mich keiner mehr klein!
    Ich könnte jetzt noch ewig weiter philosophieren, aber lasse das an dieser Stelle mal sonst platzt das Kommentarfeld noch .. :-)

    Dir und allen anderen wünsche ich einen guten Rutsch und tolle, neue Wege im Jahr 2015! :-)

    Liebe Grüße
    Janett

    • Christine

      Liebe Janett, vielleicht hast du nicht den „Gegenstand“ bekommen, den du wolltest, aber du hast deinen Weg gefunden friedlich und nett durchs Leben zu gehen. Ich bin auch nicht der Aufreger und Rumschreier und komm damit auch sehr gut zurecht. Ich bin einfach zu emphatisch und denke mir immer, wie würde es dem anderen gehen, wenn ich ihn jetzt anschreie… Alles richtig gemacht. Glaub mir ;)

  11. Diana

    Hallo Christine!
    Dein Beitrag spricht mir aus der Seele! Nur bin ich grad erst aus dem Hamsterrad raus gesprungen und schaue mich um. Ob es die Selbstständigkeit werden soll, weiß ich noch nicht. Auch wenn dein Beitrag Mut dazu macht. Aber mir geht es sehr viel besser damit, zu wissen, nicht mehr in die Zwänge des alten Jobs zu müssen.
    Alles Gute und viel Erfolg für 2015.

    • Christine

      Dann hoffe ich, dass du deinen Weg findest. Man kann auch eine wunderbare erfüllte Festanstellung haben.

  12. Lisa

    Hallo Christine,
    ich bin gerade in den letzten Zügen meines Ingenieursstudiums und werde in circa einem Jahr in die Arbeitswelt geschmissen. Ungefähr am Ende meines Bachelors habe auch ich angefangen, mir die Frage zu stellen, ob ich glücklich bin mit dem, was ich tue, und mit den Perspektiven, die ich habe. Das Ergebnis war „Nein“. Dann bin ich rausgesprungen aus meinem Hamsterrad, in eine andere Stadt gezogen, habe mein Umfeld verändert und gemerkt, wie gut mir das tat. Meinen Masterstudiengang nutze ich nun zur Findung einer beruflichen Zukunft, denn dass diese nicht in einem festgefahrenen Unternehmen stattfinden wird, ist mir schon lange klar. In diversen Praktika habe ich gemerkt, dass diese Art der (Zu-)Arbeit mich nicht langfristig erfüllt und ich möchte keinen Job, bei dem es mich jeden Morgen vor dem Aufstehen graut.
    Zunächst dachte ich, es wäre meine jugendliche Naivität, aber je mehr man anfängt sich umzuschauen, umso mehr gleichartige Unzufriedenheit entdeckt man um sich rum.
    Mir kommt es oft so vor, als wären viele zu eingefahren und ängstlich, um sich aus dieser Situation zu befreien und ernsthaft über Alternativen nachzudenken. Und was meine Altersklasse betrifft, denke ich oft, dass sie einen vorgeschriebenen Pfad gehen und niemand über den Tellerrand hinausschaut. Als würden sie alle schlafen und sich unbedacht mit ihrer teilweise trostlosen Situation abfinden, frei nach dem Motto „Das ist halt so“.

    Mein „Erwachen“ hat mich zwar vor viele ungelöste Fragen gestellt, aber ich bin mir sicher, dass ich auf dem richtigen Weg bin, um letztendlich etwas zu finden, dass meinen Alltag nicht nur ausfüllt, sondern auch erfüllt. Dein Blogeintrag hat mich dazu mal wieder bestärkt und mit jedem Wort ist mein Entschluss gefestigt worden, all den gerunzelten Stirnen und missmutig verzogenen Mundwinkeln (denn als Ingenieurin hat man doch so gute Berufschancen!) zu trotzen.
    Ich danke dir für diese Worte, die mir direkt aus der Seele sprechen und mir das Gefühl geben, kein wahnsinniger Ausreißer mit einer verkehrten Sicht auf die Welt, in der ein sicherer, geldbringender Job alles ist, zu sein.

    Ganz liebe Grüße
    Lisa

    • Christine

      Danke für deine Worte!

  13. moin Christine, zum Thema sparsam leben solltest du unbedingt mal den Berliner Archtikten Van Bo Le Mentzel treffen. Ihn findest du auch bei Facebook. Er hat u.a. die Hartz IV Moebel ,,erfunden“ und Karma Chucks produzieren lassen. Guter Typ mit einem riesigen Netzwerk. p.s.: dein Wunsch in Sachen Tatort Leiche sollte 2015 in Erfuellung gehen. Wenn der noch aktuell ist! Viele Gruesse, Konstantin, ex-Beckmann Redakteur

  14. Genau der richtige Text zur richtigen Zeit, vielen lieben Dank dafuer!

  15. Ein toller Beitrag!

    Ich habe mich auch eine Zeit lang mit „Glück im Job“ beschäftigt und was es mit uns macht.

    Obwohl ich angestellt bin, bin ich glücklich. Nicht jedem liegt der Weg in die Selbstständigkeit, aber du hast einen tollen, persönlichen Einblick gegeben :) Jeder muss sich die Frage stellen, ob das was man macht zielführend ist und wirklich glücklich macht.

    Du hast einen großartigen Weg gewählt und bist eine große Inspiration für viele. Was ich an dem Beitrag besonders gut finde ist, dass du betonst, dass man es nicht auf die leichte Schulter bzw. unvorbereitet angehen soll.

    Weiter so :)

    • Christine

      Vielen Dank! Und ja es stimmt, auch selbstständig sein ist nicht für jeden was. manchmal stelle ich es mir auch schön nach Hause zu kommen und nichts mehr machen zu müssen. Aber da ist immer, immer, immer noch was zu tun…

  16. Hallo Christine,
    das ist wirklich ein super Artikel! Solche Tipps sind total interessant, und sie geben einen ersten Eindruck für die Thematik. Du erscheinst sehr sympathisch und ich wünsche dir alles Gute weiterhin mit dem Selbstständig-Sein :) LG, Jean ♥

  17. Sehr interessante Sichtweise von der Selbstständigkeit. Mein großes Problem ist/war das ich immer von Projekt zu Projekt gesprungen bin, da es ja noch hier und dort noch ne bessere Idee gibt. Man sollte bei einem Projekt bleiben und dieses ausbauen. Das spart Zeit und Geld. Weil die Selbstständigkeit kann die erste Zeit Geld verschlingen, wenn man sich noch nicht so gut mit dem Ganzen auskennt.

    Vielen Dank für den tollen Bericht.
    VG Nils

  18. Teresa

    Liebe Christine,

    an den vielen begeisterten Kommentaren merkt man, dass du damit in ein Wespennest gestochen hast ;-) Was ich damit sagen möchte: Unglaublich viele Menschen beschäftigen sich mit genau diesen Gedanken. Es ist so traurig, ich habe 2011 meinen Master gemacht und war seitdem kein einziges Mal wirklich glücklich in meinem Job. Und ich bin kein Einzelfall – der Großteil meiner Freunde hat das gleiche Problem. Viele werden ausgebeutet, schlecht bezahlt, fühlen sich im Arbeitsumfeld und mit dem, was sie tun, nicht wohl. Das sind alles Menschen mit gutem Studienabschluss, die Jahre dafür gearbeitet haben, dass sie einen Job bekommen, in dem sie sich wohl fühlen. Nur bei wenigen funktioniert das.
    Eine meiner engsten Freundinnen ist vor ein paar Jahren an Leukämie erkrankt – das hat ihre gesamte Sichtweise geändert. Vorher war sie der absolute Karrieremensch, hat alles dafür getan, Erfolg zu haben. Im Krankenhaus hatte sie viel Zeit, nachzudenken, und natürlich wurde ihr auch bewusst, dass es im Leben nicht nur um Erfolg geht. Sich selbst glücklich zu machen, da sollte doch das oberste Ziel sein. Wenn sie an ihren aktuellen Job gedacht hat, spürte sie manchmal sogar Erleichterung, dass sie wegen der Krankheit dort nicht mehr jeden Tag hin musste. Als sie die Chemotherapie überstanden hat, war ihr klar: Dorthin geht sie nicht mehr zurück.
    Sie fand einen neuen Job, fühlte sich dort aber wiederum nicht wohl und kündigte, ohne etwas Neues zu haben, mehr oder weniger im Affekt. Und bereute es nie. Weil sie sich in der schweren Zeit der Krankheit geschworen hatte, ihr Glück und ihre psychische Gesundheit über alles andere zu stellen. Mittlerweile hat sie einen Job gefunden, in dem sie sich wohl fühlt.

    Sie ist mir ein großes Vorbild, und dennoch fehlt dann oft doch der Mut, das Selbstvertrauen oder die finanziellen Mittel. Die Angst davor, dass es mit der Selbstständigkeit nicht klappen würde, weil einfach zu wenig Erfahrung vorhanden ist. Dass es danach noch schwieriger wäre, wieder in eine Festanstellung zu gehen, weil mein Lebenslauf nicht der Vorstellung von Personalern entspricht. Und auch die Unsicherheit, ob ich Träume wirklich von der Realität unterscheiden kann. Ja, ich möchte etwas ändern, aber ich weiß einfach noch nicht so ganz, wie :)

    Sorry für den Roman, aber wenn ich einmal anfange, zu schreiben, fällt es mir schwer, wieder aufzuhören…

    Ganz liebe Grüße und danke für deine tollen Texte,

    Teresa

    • Christine

      Danke für deinen Roman! Ja, es hat viel mit Angst zu tun aber auch mit der Frage: „Was denken die anderen“. Ich habe mich davon ziemlich befreit, aber natürlich bekommt man von anderen mehr Respekt und Anerkennung wenn man befördert wird, anstatt einfach nur sagt: Ich bin glücklich. Traurig aber wahr…

  19. sehr schöner, interessanter und wahrer Artikel! Nur wie lief es bei dir konkret am Beginn? So einfach ist es nun nicht, von seinem Blog zu leben. Würde gerne mehr darüber erfahren!

  20. Peter

    Das was du da in deinem Artikel geschrieben hast, kann vielleicht für jemanden zutreffen, der grad erst seine Ausbildung bzw. sein Studium abgeschlossen hat. Sobald du selbst Familie und Kinder hast, kannst du diesen Traum eigentlich nur erreichen, wenn du die volle Unterstützung des Partners und beider Familien hast – und das macht fast kein Partner auf Dauer mit. Als Solomensch hast du 24 h nur für dich. Da kannst du noch so selbstbewusst und motiviert sein, Familie will Zeit und das ist auch gut so.

    „Scheißt auf die anderen“ – du hast eine typisch egoistische Lebenseinstellung, so wie sie die moderne deutsche Gesellschaft zum Großteil hat. :) Das spiegelt sich auch auf der Straße wieder. Lang lebe die Ellbogengesellschaft! Hundehaufen jede 5 m! Und das ist nur ein kleines Beispiel für Rücksichtslosigkeit der Leute.

  21. sandra

    Wow! Ich habe lange nicht mehr einen so inspirierenden Text gelesen!!! Lustigerweise war das „du bist zu viel du“ Thema meines letzten Mitarbeitergesprächs. Schade, dass man keine Persönlichkeit mehr in der heutigen Arbeitswelt haben darf ;-) Wobei ich dazu sagen muss, dass ich im Beratungsumfeld tätig bin, und das ist schon ein ziemlich konformer Haufen haha. Deine Bilder wie auch Texte sind wirklich schön. Ich bin auf deinen Blog im Grunde nur durch deinen Malediven Artikel gestoßen (Reiserecherche) und hängen geblieben… Wunderbar, dass es diesen Blog gibt!

    • Christine

      Danke, das freut mich :) Bleib weiter hängen ;)

  22. Holla Christine, über Ben Browns „Visual Vibes“ bin ich auf eines deiner Videos gestoßen, haben nun knapp 3 Stunden lang deinen Kanal durchforstet, sowie deinen Blog – und letztendlich bin ich auf diesen Artikel gestoßen. Und DIESER Artikel ist das Alpha und das Omega – Der Schlüssel zum Öffnen aller Augen.
    Ich plane seit nun mehr 2 Jahren (im Kopf) meine Selbstständigkeit – mit allmöglicher Absicherung, finaziell, rechtlich etc. pp.
    Ich habe witzigerweise ähnliche Pläne wie Du. Bloggen, Vloggen, primär aber regional und international Image- & Produktfilme für kleine bis mittelständische Unternehmen anzubieten und zu drehen.
    Hach, ich bin gerade etwas erquickt darüber, diesen Artikel gelesen zu haben – denn bei jedem Absatz dachte ich mir „JO! Giiiiiinaaaau so!“
    Eigentlich kann ich gar nicht genau beschreiben was ich Dir eigentlich sagen will – Fakt ist: Du machst alles richtig, und dieses „Richtig machen“ werde ich Dir hoffentlich alsbald nachmachen.

    Keep going!

    PS:
    Wenn du magst, kannst du meinen Werdegang ja via Instagram verfolgen – diese Nachricht soll aber – um Gottes Willen – keine „Like“ Hascherei sein.

    Beste Grüße aus Osnabrück

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