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Lilies Diary | 26. September 2017

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1 Kommentar

7 einmalige Erlebnisse in Schwedisch Lappland

Laura Droße

Nördlicher war ich bisher noch nie auf meinen Reisen. Nur knappe 50km trennten mich vom Polarkreis! Herzlich Willkommen in Schwedisch Lappland. Diese Region beschenkte mich mit 7 einmaligen Erlebnissen und unzählbaren wunderbaren Erinnerungen.

lappland_storforsen_waterfall_wintersun

7 einmalige Erlebnisse in Schwedisch Lappland – Nr. 1: Snowmobil fahren

Während ich in Berlin von begeisterten Auto- und Fahrradfahrern umgeben bin, habe ich mein eigenes favorisiertes Fortbewegungsmittel bisher nicht entdeckt. Die letzten Jahre habe ich mich stattdessen zum Läufer entwickelt und alle möglichen Städte und Länder vornehmlich zu Fuß erkundet. Dank Lappland ist jetzt alles anders, ich habe eine neue Liebe und trauere ihr jetzt schon mächtig hinterher: das Snowmobil!
Als mir klar wurde, dass ich das Ding tatsächlich selbst fahren soll, war meine Begeisterung erst noch mit leichter Panik vermischt. Doch nach gefühlt einer Sekunde war klar: Snowmobil + ich, das ist die große wahre Liebe!

snowmobile_lappland_wintersun_svanseleUnser Guide Thorbjörn merkte auch sofort, dass bei mir die Racinglust ausgebrochen war und suchte jeden Tag eine möglichst große Freifläche, auf der ich dann kreuz und quer und so schnell ich wollte durch den Schnee brettern konnte! YEAH! Was für ein Adrenalinschub, ich glaube ich hatte danach stundenlang so ein seliges Grinsen im Gesicht. Als mir Thorbjörn und Anna am zweiten Tag bescheinigten, dass es so aussieht, als hätte ich seit Jahren nichts anderes getan außer Snowmobil zu fahren, war ich schon auch ein bisschen stolz. Und von meiner „Lea669“ habe ich mich mit mindestens einer Träne im Augenwinkel verabschiedet. Ihr wollt das jetzt auch unbedingt ausprobieren? Im „Svansele Vildmarkscamp“ könnt Ihr nicht nur Schneemobile ausleihen, sondern auch Nächte mitten in der Wildnis buchen! (siehe Erlebnis Nr.3 „off the beaten track“)

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Entweder durch tiefverschneite Wälder…

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…auf relativ schmalen Pfaden…

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…oder mit Vollgas über zugefrorene Seen!

snowmobile_tour_lappland

Mein Racing-Mood ist geweckt, das hier ist „meine Lea 669“

snowmobile_racing_lappland

7 einmalige Erlebnisse in Schwedisch Lappland – Nr. 2: Rentiere treffen

Unsere Snowmobil-Touren mitten durch ewige Schneelandschaften und menschenleere Wildnis
waren ja ursprünglich als „Moose-Safari“ benannt und unter anderem dazu gedacht uns so nah wie möglich an frei lebende Elche heranzubringen. Aber es hat einfach nicht sein sollen und außer frischer Spuren, konnten wir keinen einzigen Elch entdecken. Irgendwann haben wir uns einen Spaß daraus gemacht und spekuliert, dass diese sich reihenweise hinter den Bäumen verstecken und hervorspringen, sobald wir ihnen den Rücken zukehren.  Als es auch nach unserer Wanderung auf Schneeschuhen (siehe Nr. 5) noch immer nichts war mit den Elchen, hat uns Hansi, unser zweiter Guide, mit in ein Rentier-Freigehege genommen. Sympathische Gesellen, diese Rentiere.

rentiere_arjeplog_lappland

Mit Moos kriegt man jedes Rentier angelockt!

rentier_geweih_sami

Das Volk der Samen ist ein Volk der Rentierhüter und jede Rentierherde gehört zu einer Sami-Familie. Je nach Jahreszeit lebt die Herde entweder frei in der Wildnis oder wird zusammengetrieben, um unter anderem auch die Jungtiere zu markieren. Im Freigehege haben wir Niclas Alm getroffen, der sich um die Rentiere dort kümmert. Die besondere Nähe zu beobachten, die er zu jedem einzelnen seiner Tiere hat, war ein ganz besonderer Moment.

rentiere_lappland_sami

Hier habe ich auch erfahren, dass Rentier-Männchen ihre Geweihe nach einer bestimmten Zeit verlieren und diese im kommenden Jahr nachwachsen. Nur die Weibchen behalten Ihr Geweih um sich und ihren Nachwuchs ganzjährig verteidigen zu können.

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7 einmalige Erlebnisse in Schwedisch Lappland – Nr. 3: off the beaten track!

Zweiter Sinn unserer Snowmobile-Tour war es, das Lager unserer ersten Nacht überhaupt erst zu erreichen! Die Hütten des Svansele Vildmarkscamp liegen nämlich ziemlich exakt mitten im Nirgendwo. Vom Flughafen in Arvidsjaur ging es per Auto eine Stunde durch die tief verschneite nordschwedische Landschaft in das Basiscamp.

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Nach unserer ersten Elch-Safari und einer ersten Stärkung, die Thorbjörn uns über offenem Feuer zubereitet hatte (Rentier, Elch, wilder Lachs und dazu ein nordschwedisches Bier), ging es in der Dunkelheit und Kälte der schwedischen Nacht knappe 20 Minuten kreuz und quer durch Wald und Wiesen zu unserer „Tipi-Hütte“.

Die Scheinwerfer unserer Fahrgefährte als einziges Licht, wurden wir ringsum von echter Dunkelheit verschluckt. Auf einer kleinen Lichtung wurde geparkt und der Fußweg zur Hütte beim Vorbeilaufen mit Fackeln am Wegesrand erhellt. Erst am nächsten Morgen bei Tageslicht konnte man niedliche Hütte auch von außen richtig bestaunen.

tipi_wilderness_camp_svansele

In der Hütte angekommen, hieß es aber zuerst: Feuer frei! Draußen mehr oder weniger gemütliche -16° und ohne Elektrizität, waren wir froh, dass die Hütte sich dank geringer Größe schnell aufheizte und gemütliche Schlafsäcke für uns bereit lagen.
Wie man sich das so vorstellt gerieten wir dann mit einem Glas Rotwein noch ein wenig ins Plaudern, kamen um Mitternacht noch auf die glorreiche Idee uns Pancakes mit schwedischem Käse über dem Feuer zuzubereiten und auf einmal war die kalte Nacht schneller vorbei als wir dachten!

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So fern der Zivilisation war ich vorher noch nie und das Gefühl irgendwie gar nicht wirklich zu wissen wo genau man gerade ist, und die Gewissheit, dass die nächsten Menschen weit weg und um einen herum alles ruhig und friedlich ist… das macht ziemlich intensiv glücklich.

wilderness_camp_svanseleSeit langem mal wieder einen echten Sternenhimmel zu sehen und die glitzernden funkelnden Schneeweiten im Licht des nächsten Morgens sind dann noch weitere Glücksmomente, die über die unbeheizte „Toilette“ 50m von der Hütte entfernt hinweghelfen. Nein, ganz ehrlich, das gehörte einfach mit zum Gesamterlebnis und dazu (mal wieder) zu erkennen wie wenig man doch zum Glück braucht.

7 einmalige Erlebnisse in Schwedisch Lappland – Nr. 4: Schneeschuh-Wandern & „Fika“

Meine zweite Nacht in Lappland verbrachte ich ganz anders und doch genauso schwedisch: auf einem echten schwedischen Bauernhof! In der Region Piteå befindet sich die organische Farm Stormyrbergets Lantgård, etwa 4-5 typisch schwedische rote Holzhäuser inklusive eines Gästehauses mit liebevoll ausgestatteten Zimmern und einer Feuerstelle im Wohnzimmer.

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Haupthaus auf der Farm „Stormyrbergets Lantgård“ und Ausblick aus meinem Zimmer

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Maria, die die Farm vor drei Jahren von Ihren Eltern übernommen hat, hat uns zusammen mit ihrer Mutter Mittagessen aus frischen und selbstangebauten Zutaten serviert, so dass ich am Esstisch das Geklapper aus der Küche hören konnte und mich fast wie Zuhause fühlte.

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Selbst angebaut und selbst zubereitet. Das nenn ich mal echtes organic food. Und lecker!

stormyrbergets_organic_food

Zur anschließenden Schneeschuh-Wanderung (schon wieder etwas, das ich noch nie in meinem Leben gemacht hatte!) begleitete uns der Haushund Mille, was eine echte Alternative zu den Elchen war, die sich mal wieder in Scharen vor uns versteckten…

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Am Feuer sitzen, warmen Kaffee in der Hand und Mille zu meinen Füßen. Glück. Schon wieder.

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First time ever Schneeschuhe! Und los!

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Auf dem Wanderweg Solanderleden gibt es, wie an den meisten öffentlich zugänglichen Wanderwegen in Nordschweden eine kleine Holzhütte mit Feuerstelle und Holz, an der man einen gemütlichen Zwischenstop mit Blick über das weite Land und auf den Sonnenuntergang einlegen kann. Und um das Ganze richtig schwedisch zu machen, macht man direkt eine „Fika“, eine kurze Kaffeepause! Der Kaffee wird dabei in einem gußeisernen Kessel direkt auf dem Feuer erhitzt. Dann kurz beiseite gestellte, wieder aufgebrüht, wieder beiseite gestellt…. das wiederholt der erfahrene Schwede, in unserem Fall unsere echt schwedischen Guides, so oft bis der Kaffee „genau richtig“ ist. Getrunken wird mit Vorliebe aus hölzernen Bechern, die eher wie übergroße Löffel aussehen und die man am besten immer und überall dabei hat. Schneeschuhwandern (und einige andere Outdoor-Aktivitäten!) bucht ihr am besten direkt über Hansi Gelter bei „Guide Natura“!

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7 einmalige Erlebnisse in Schwedisch Lappland – Nr. 5: Nordlichter suchen

Die Nordlichter und ich… bisher war das irgendwie noch kein Erfolgserlebnis.
Das Ding bei „diesen Ländern“ mit den Nordlichtern ist es, dass man direkt erwartet welche zu sehen wenn man als Unwissender einmal so weit nördlich weilt. Allerdings hat es in Island letztes Jahr nicht geklappt – und zu meinem großen Verdruss in Lappland leider auch nur so…. naja… sagen wir „ein bisschen“. Wir hatten große Hoffnung auf unsere Nacht „off the grid“ und wurden auch mit einem absurd schönen Sternenhimmel beglückt – allein die Nordlichter, die waren nirgends zu sehen.
Am letzten Abend habe ich dann beim Abendessen einfach ohne große Hoffnung und ohne Stativ in den Himmel über Arjeplog fotografiert und im dunklen Restaurant auf meinem Display auch nicht allzu viel gesehen… zurück in Berlin bei der Bildauswahl dann jedoch das hier entdeckt und ziemlich blöd geguckt!

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Ihr versteht was ich meine mit „ein bisschen“?
Da ich mich ja eh ein wenig in Lappland verliebt habe, ist die Vorstellung nochmal dorthin zu fliegen und es auf einen weiteren Versuch ankommen zu lassen, keine so schlimme.
Unser Guide Hansi hat uns allerdings letzte Woche noch ein Foto geschickt wie diese mysteriösen Nordlichter dort oben tatsächlich aussehen können. Aufgenommen direkt vor seiner Haustür und damit schrumpft mein „ein bisschen“ nun doch zu einem „ein mini-winzig-kleines bisschen“… (danke für das Foto, Hansi.)

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7 einmalige Erlebnisse in Schwedisch Lappland – Nr. 6: in einem Igloo übernachten

Nach einer Nacht im Wald und einer Nacht auf der Farm wartete für meine letzte Nacht in Lappland ein weiteres Erlebnis, das die Bezeichnung einzigartig verdient: eine Nacht im Igloo oder besser gesagt im Igloo-Hotel!
Knapp einen Monat bauen die Macher des Iglootels an den „Zimmern“, der Bar und der Jaccuzzi-Area, bevor aus Schnee, Eis und Wasser eine extrem feste Konsistenz wird und das Hotel für ein paar Monate seine Gäste beherbergt… nur um dann wieder dem Erdboden gleichgemacht zu werden – Igluu im Sommer klappt selbst in Lappland nicht. Je nach Wetter steht das Iglootel etwa zwischen Neujahr und Ostern.

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Von außen ist das Ganze so unscheinbar, dass wir erst mal direkt vorbeigebrettert sind. Konnte ja keiner ahnen, dass unser Hotel aussieht wie eine Hobbit-Höhle aus Schnee…

iglootel_arjeplog_lappland

Ja, genau, DAS ist das Iglootel! :) Die Vorderseite erinnerte dann eher an Hobbingen im Winter.

iglootel_lappland_hobbits

Im Inneren findet man dann eine amüsante Mischung aus rudimentär und ziemlich modern:
Die Böden und Bettgestelle aus hellen Holzplanken gezimmert, farbige LEDs überall als atmosphärische Beleuchtung und eine Winkekatze auf dem Bartresen!

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Stylischer Bartresen mit Glückskatze und farbiges LED-Lichtspiel überall

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Noch waren wir skeptisch ob der konstanten -3° in unserem Schlafgemach und haben uns nach dem Abendessen erst nochmal in die Jaccuzzi- und Sauna-Landschaft begeben. Wollmütze auf dem Kopf, im sprudelnden, 40° warmen Wasser quatschend war es auf einmal 1:30 nachts, so dass wir ziemlich flink in unsere Thermounterwäsche und dann direkt in unseren Super-Schlafsack (vom Iglootel samt Inlay gestellt) gehüpft sind. Mit diesem und einem bequemen Kissen bettet man sich dann auf weiche Matratzen und wärmende Rentierfälle, umgeben von einer runden Iglookuppel.

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Am Abend definitiv der „best place to be“: die hot tubs & im Hintergrund die Holzsauna

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Als es morgens um 7:00 an der Tür klopft, stelle ich verwundert fest, dass ich nicht ein einziges Mal aufgewacht bin und gerade ziemlich gemütlich und kein bisschen verfroren in meinem Schlafsack liege. Falls Ihr das auch einmal ausprobieren wollt: Alle Infos zum Iglootel hier! 

7 einmalige Erlebnisse in Schwedisch Lappland – Nr. 7: in eine fremde Kultur eintauchen

Schwedisch Lappland hat mich nicht nur mit seiner wunderschönen und großteils unberührten Natur verzaubert, mit seiner Ruhe und Ursprünglichkeit, sondern auch mit seinen Menschen! Zum einen die Guides, die uns ihre eigenen Lebensgeschichten erzählt haben, die Angestellten in Shops und Museen, die uns Details über die Sami und ihr Leben mit den Rentieren verraten konnten, aber eben nicht nur. In Schwedisch Lappland habe ich eine Verbindung zur Natur und zur Erde mit ihren Ressourcen und Lebewesen gespürt, die ich zuvor noch nirgends erlebt habe. Das hat mich nachhaltig berührt und beeindruckt. Und deshalb gibt es demnächst hier einen ausführlicheren Bericht über meine ganz persönlichen Emotionen und Erfahrungen auf meiner kurzen aber intensiven Reise nach Schwedisch Lappland.

schwedisch lappland

In Kooperation mit dem Swedish Lapland Visitors Board.

Kommentare

  1. Wow Laura, tolle Bilder und schöner Text, da will man doch glatt in den Bildschirm springen und sich nach Lappland beamen :) Liebe Grüße

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