Image Image Image Image Image Image Image Image Image Image

Lilies Diary | 23. April 2017

Scroll to top

Top

17 Kommentare

Pleiten, Pech und Pannen auf der Reise

Christine

Da nehme ich euch immer mit, an diese wunderschönen Orte auf der Welt an denen alles zauberhaft aussieht. Es ist auch meist wunderschön, aber trotzdem bin auch ich nicht immun gegen Pleiten, Pech und Pannen auf Reisen. Chile war definitiv eine der schönsten Reisen, aber auch eine derjenigen, auf der überproportional viel schief ging. Ich war mit meinem Reise-Buddy Norman von i-ref unterwegs und mit ihm zusammen schaffe ich es fast auf eine zweistellige Katastrophenanzahl.

Christine-Neder-Roman-Röhlig

1. Pannen auf der Reise: Reisepass vergessen
Das grenzt ja fast schon an absoluter Blödheit, was ich mir da geleistet habe. Wir sind von Santiago de Chile mit LAN Airlines in die Atacama Wüste geflogen. Meine Winterjacke hatte ich extra nicht im Koffer gelassen, weil ich Angst hatte, der Koffer kommt nicht an und die teure Jacke ist weg. Da habe ich ja auch ein Händchen für. Da es aber in der Wüste so 35 Grad hatte, habe ich überhaupt nicht mehr an meine Jacke gedacht, als ich ausgestiegen bin, und habe sie oben im Gepäckfach des Flugzeugs vergessen. Und in ihr – meinen Reisepass. Ich weiß, ich weiß, den Reisepass sollte man immer am Körper tragen… Der Verlust ist mir leider erst zwei Stunden später beim Einchecken ins Hotel aufgefallen, als man meinen Reisepass wollte. Verdammt…. Zum Glück, zum Glück, zum Glück hat jemand die Jacke gefunden und abgegeben und der Reisepass war auch noch drin. Ersten Schock überstanden. Es lebe LAN Airlines und das nette Boardpersonal.

2. Pannen auf der Reise: Handy im Auto liegen lassen
Dieser Punkt geht an Norman. Ich habe das zwar auch schon mal geschafft, aber nicht auf dieser Reise. Eben hat man es noch in der Hand, schon rutscht es plötzlich zur Seite weg und wie sagt man so schön, aus den Augen, aus dem Sinn. Das gilt auch für Handys. Aber auch da hatten wir Glück und es wurde wieder gefunden und abgegeben.

3. Pannen auf der Reise: Die Höhenkrankheit
Habt ihr jemals von einer Höhenkrankheit gehört. Das ist ein bisschen wie Seekrank. Wenn man zu schnell auf eine gewisse Höhe geht, wird einem schlecht und man bekommt unglaubliche Kopfschmerzen. Meistens erst, wenn man langsam wieder von der Höhe runter kommt. Diese Runde geht wieder an Norman. Als wir von 4150m langsam wieder runtergestiegen sind, hat er die Kopfweh seines Lebens bekommen und musste sich übergeben. Die Guides haben ihn dann erst mal an die Sauerstoffflasche im Auto gehängt. Dann hieß es Augen zu und durch. Die Höhenkrankheit hört erst wieder auf, wenn man unten ist. Fieses Ding…

4. Pannen auf der Reise: Verbrennungen 1ten Grades
Man kann sich das echt nicht vorstellen. Da spaziert man durch die Gegend, die Sonne scheint und ein kühler Wind bläst. Absolut angenehme Temperatur. Doch in der Atacama Wüste ist man in San Pedro schon auf 2.500m. Wenn man Ausflüge macht sogar auf 3.000 oder 4.000m und da habe ich immer die Stimme von meiner Mutter im Kopf: Kind, setz dir was auf den Kopf. Diese mütterlichen Weisheiten habe ich auch an Norman weitergegeben. Sie wurden jedoch ignoriert. Zum Dank hat er den schlimmsten Sonnenbrand ever auf seinen Schädel bekommen mit Eiterbläschen und einen tagelang anhaltenden Schuppenregen. Also Kinder, setzt euch was auf den Kopf, wenn ihr lange in der Sonne seid…

Sein Ohr sah ungefähr so aus…

Moon-Valley-Atacama-Chile

 

Hier ein kurzer Live-Bericht vor Ort:

 

5. Pannen auf der Reise: Die Spider-App
Gibt es etwas schöneres, als durch die wunderschöne Landschaft Patagoniens zu laufen und einfach mal sein neues iPhone 6 fallen zu lassen, dessen ganzes Display in einzelne Stücke zerspringt? Norman hat es geschafft, doch zum Glück war Retterin Christine dabei und hat ihm aufopferungsvoll ihre Schutzfolie gegeben und Tesa, um die letzten Reste des Displays zusammen zu halten. R.I.P iPhone 6…

iPhone-Kaputt

6. Pannen auf der Reise: Schwarzer Bildschirm
Kennt ihr diese Momente, in denen man scherzhaft sagt. Na, was passiert heute schreckliches? Und Norman noch hinzufügt, dass ich ja mal wieder an der Reihe wäre. Tada, und ich war wirklich dran. Da komme ich nach einem tollen Ausflug zurück ins Hotel, will die Fotos rüber ziehen und was passiert? Der Bildschirm wird plötzlich schwarz. Pechschwarz! Rabenschwarz! Und geht nicht mehr an. Das sind eigentlich Momente in denen ich losschreien möchte. Vielleicht auch ein bisschen weinen. Was ist ein Reiseblogger ohne einen Laptop? Ein Nichts… Früher habe ich das auch gemacht. Doch über die Jahre hinweg habe ich da eine gewisse Gelassenheit entwickelt. Klar könnte ich mich aufregen und die nächsten Tage mit einer langgezogenen Fresse durch die Gegend laufen. Doch das hat Patagonien nicht verdient und es bringt auch nichts. Ich sehe das als Challenge des Lebens. Kaputt ist kaputt und wird auch erst wieder ganz, wenn ich in Deutschland bin. Also denk ich mir: Scheiss drauf und am darauffolgenden Tag kam was viel schlimmeres, das mich nicht mehr an meinen Laptop denken lies…

7. Pannen auf der Reise: Was zur Hölle IST das?
Ich hatte die ganze Woche schon ein bisschen Zahnschmerzen. Nichts wildes, nur das übliche Ziehen, das schon zur Gewohnheit geworden ist, seit ich vor 6 Monaten bei der schlimmsten Zahnärztin der Welt war, die mir das halbe Gebiss weggebohrt hat. Doch am Tag nach dem Laptop-Tot sind sie plötzlich ausgebrochen. Ich hatte einen unglaublichen Druck im ganzen rechten Kiefer, der sich bis in den Hals und den Schädel gezogen hat. So einen Schmerz kannte ich nicht. Er kam wie Wehen alle 10 Minuten und nahm mir die Luft zum Atmen. Meine erste Schmerztherapie: Ich stopfte mich mit Schmerztabletten voll. Leider haben die immer nur drei Stunden gewirkt und bei drei Ibuprofen am Tag ist dann auch mal Schluss. Meine zweite Schmerztherapie: Ich schüttete mich mit Alkohol zu. War leider auch nicht erfolgreich. Nach zwei schlaflosen Nächten und einer 48 Stunden Heimreise vor mir, musste eine Lösung her. Das hätte ich nicht ausgehalten. Ich bin echt hart im Nehmen, aber das waren unbeschreibliche Schmerzen. Also habe ich versucht in den sechs Stunden Aufenthalt in Santiago de Chile einen Zahnarzt zu finden. Gar nicht so einfach in einem Land, dessen Sprache man nicht mächtig ist – Spanisch. Irgendwie habe ich jemanden gefunden (freue mich auf meine Handyrechnung) irgendwie bin ich da mit dem Taxi hingefahren und hatte den nettesten Zahnarzt mit der geilsten Aussicht auf die Anden. Das muss man wirklich mal gemacht haben – auf dem Zahnarztstuhl sitzen und auf die Anden blicken. Nach dem Röntgen stand fest, dass ich eine Karries habe, die durch den Druck beim Fliegen und den Höhenunterschied so schlimme Schmerzen verursacht hat. Einmal das halbe Gesicht betäuben, ein bisschen einbohren und schon ging es mir besser.

Zahnarzt-Chile

PS: Mittlerweile wurde festgestellt, dass mein Zahn gestorben ist. Die Wurzel war schon angeschlagen und hat die Reise nicht überstanden. War ihm wohl zu stressig. R.I.P. Zahn.

8. Pannen auf der Reise: Zu dumm für die Natur
In der Wüste ist es heiß. Ziemlich heiß. Sehr heiß! Unerträglich heiß! Da bietet es sich an in einem knappen Höschen durch die Gegend zu laufen. Dieses Outfit eignet sich jedoch nicht für einen Spaziergang durch die Wüste, denn die ist unberechenbar. Bei unsere Tour durch das Moon Valley kam plötzlich ein Sandsturm auf. Binnen Sekunden konnte ich nichts mehr sehen und der Sand peitschte gegen meine nackten Beine, was sich wie 1.000 Nadelstiche anfühlte. Hiiillffeee! Meine Augen waren voller Sand, ich wusste nicht, in welche Richtung ich gehen soll, hatte aber Superman Norman dabei, der mich im Schutz seiner Jeansjacke aus der Gefahrenzone brachte. Und die Moral von der Geschichte: Ziehe in der Wüste immer eine lange Hose an!

Atacama-Chile

Jetzt sitze ich gerade im Flieger nach Hause. Ich werde noch zwei, drei Tage brauchen, bis wieder alles im Lot ist. Termin beim deutschen Zahnarzt ist schon gemacht und der Mac wartet auf seine Reparatur. Und in zwei Wochen werde wir über alles lachen können: Weißt du noch, als du in der Atacama Wüste neben dem wunderschönen Salzsee deine Galle rausgekotzt hast? Aber du mit deinem aufgequollenen, halb gelähmten Gesicht nach dem Zahnarzttermin. Und egal was passiert ist, Chile war der Hammer, die volle Wucht, das pure Leben, eine unvergessliche Reise.

Kommentare

  1. Wow da ist ja wirklich einiges schief gegangen.
    Darüber lachen können oder gemeinsam schmunzeln ist aber das tollste, woran soll man sich denn sonst erinnern :-)

    Liebe Grüße
    Anna

    • Christine

      Das stimmt!

  2. Baby – das waren die besten Pannen meines Lebens <3 "Und dieses Bewegtbild, dass liegt mir eben … !" Miss you.

    • Christine

      :D Na dann lass mal bald wieder Bewegtbild erstellen ;)

  3. Hmmm irgendwie hat Norman so ziemlich alles gemacht, was mein Mann auch gerne mal macht. Mit 11 hat er sich die Kopfhaut verbrannt und hat immer noch Narben davon. Danke Texas Sonne ;) Und die SpiderApp hatte er auch 2 Jahre auf dem Handy… Schutzfolie abziehen? Besser nicht, denn dann wäre das komplette Display gleich mit abgegangen.
    Bei mir stirbt „nur“ der Laptop, was absolut Horror ist. Mein Neuer hat schon wieder ein paar Probleme. Die 9 taste auf dem Nummernfeld geht nicht und hoch und runterscrollen mit den dazugehörigen Tasten auch nicht. Aber noch ist nichts schwarz :D

    Ich hoffe ja mal, ihr habt aus Hutlosigkeit und kurzen Hosen gelernt und wiederholt diese Fehler nicht noch mal :D Dazu sind diese Pannen doch da oder? Damit man daraus lernt?

    Lg Anna

  4. Oh je, das hört sich in der Tat echt übel an und Respekt, dass du das alles noch so niederschreiben kannst – ich wäre wahrscheinlich schon nach dem verlorenen Reisepass am Boden zerstört gewesen und das mit dem Zahnschmerz hätte mir wahrscheinlich den absoluten Rest gegeben^^
    Also: Daumen hoch für deine Tapferkeit :-)

  5. Pannen gehören immer irgendwie zu Reisen dazu, mir passiert auch immer etwas und man kann dann wenigstens noch jahrelang darüber lachen.

  6. Finde es toll, dass du auch über die weniger so schönen Erlebnisse berichtest damit wir aus euren Fehlern lernen können :)
    Auf meiner Asienreise Seoul-Manila-Siem Reap ist auch genug schief gelaufen aber Augen zu und durch. Man kann nur versuchen das Beste draus zu machen!

  7. Hach Christine.. Ich les deine Beiträge so unheimlich gerne.. :-) auch diesen hier! Und scheiße, was bei euch alles schief lief!! So viel auf einmal gibt’s doch echt nicht.. Aber.. Alles gut gegangen und ich glaube, ihr könnt iwann echt darüber lachen. Ich muss jetzt schon Schmunzeln. Norman hat sich eigentlich ein Trost-Eis verdient, der hat eindeutig mehr durchgemacht! :-D

  8. Wow, liebe Christine da hast du aber echt ordentlich Pech gehabt. Mir ging es auf der Borneo-Reise damals ähnlich, ein Horror nach dem anderen und nur Probleme – aber wie du schon sagst, Zähne zusammenbeissen und durch, später kann man drüber lachen. Danke für diesen ehrlichen Bericht, das Mitleid hast du dir sauer verdient ;)
    Gute Besserung!
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Christine

      Danke ;)

  9. Ohhh ich fühle mit dir! Bei mir gehen vor allem immer technische Geräte kaputt. Auf meiner letzten Reise nach Sri Lanka hat am 3. Tag meine Kamera den Geist aufgegeben.
    Toll war auch der Tag, als mir in Malaysia meine Kontaktlinse (2Jahreslinse) zerbrochen ist. Ich bin blind ohne den Dingern und Brille? Neeeeee =/
    Aber im Nachhinein kann man meistens drüber lachen und wenn man die Situationen durchsteht, haut einen irgendwann auch nichts mehr um…

  10. Dieser Beitrag ist der Hammer! Am besten find ich „zu dumm für die Natur“ – sehr gelungener Titel, bin bei solchen Dingen auch gerne unpassend gekleidet. Mir ist gestern was ziemlich Bescheuertes passiert: Bin von Bangkok nach Auckland geflogen, mit Zwischenstop in Melbourne. Der erste Flug war ein 10 Stunden Nachtflug – die Idee, mich mit einer Schlaftablette wegzubeamen war an sich ganz gut. Eingeworfen habe ich sie, als wir zum Boarding aufgerufen wurden, perfekt kalkuliert, da ich dachte, ich könnte jetzt einsteigen und bei dem grausamen Start würde ich längst schlafen. Allerdings wurden dann alle zurückgepfiffen , irgendein Problem am Flugzeug – und wir konnten erst eine Stunde später boarden. Zu diesem Zeitpunkt hat die Tablette längst gewirkt, ich hatte blutunterlaufenen Augen, konnte mich kaum auf den Füßen halten, musste von einer Freundin gestützt werden und wurde angeschaut, als wäre ich total besoffen oder nicht mehr ganz dicht! Tolles Timing ;)

    • Christine

      :D Geile Geschichte!

  11. Haha!! Musste in der Bahn beim lesen laut lachen. Super Artikel. Und vor allem finde ich wichtig und gut, wie gelassen du das alles wegsteckst. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass du diese Pleiten vor allem so gut wegsteckst, weil du nen Buddy dabei hast. Weiterhin euch beiden ne gute Reise!
    LG
    Jasmin

    • Christine

      Stimmt! Alleine wäre ich durchgedreht!!!!

Kommentar abgeben

Pinterest