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Lilies Diary | 22. August 2017

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21 Kommentare

Minimalistisch leben – Wie ich mit weniger glücklicher werde

Pia Winter
  • am 1. März 2016
  • http://www.little-lilies-diary.com

Aufräumen hängt schon mein Leben lang ganz eng mit meiner Persönlichkeit zusammen. Meine Mutter hat immer gesagt: Dein Zimmer ist der Spiegel deiner Seele. So war es auch. War mein Zimmer unaufgeräumt und quoll über vor Plunder, war auch mein Inneres in Aufruhr und ich kam nicht zur Ruhe. Auch jetzt, kurz vor der Geburt meines ersten Kindes, bin ich in freudiger, aufgeregter Erwartung und muss Ordnung schaffen.

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Ich bin ein großer Fan von Maddie von dariadaria. Inzwischen ist das Abchecken ihres Snapchat-Kanals am Abend wie ein Ritual für mich geworden und Maddie fast so etwas wie eine digitale Freundin, obwohl wir uns nur einmal kurz begegnet sind. Vor ein paar Wochen berichtete sie bei Snapchat über ein Buch das sie gelesen hatte. Marie Kondōs „The Life-Changing Magic of Tidying Up: The Japanese Art of Decluttering and Organizing“, zu Deutsch: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert. Ich fing an viel über die KonMari-Methode zu lesen und mich tiefergehend mit dem Thema Aufräumen zu beschäftigen und ich kann euch sagen: Es haben sich mir mit dem minimalistischen Leben neue Welten eröffnet.

Seit dem ersten großen Ausmisten, während ich noch das Hörbuch von Marie Kondō hörte, beschäftige ich mich nun fast jeden Tag mit dem Thema Aufräumen und dem (für mich dazugehörigen Thema) Minimalismus. Ich habe jede Menge Artikel gelesen, minimalistische YouTuber gefunden und Blogs kennengelernt, die alle eins gemeinsam haben: den Hang zum Ausmisten beziehungsweise das Ziel, nur noch von geliebten Dingen umgeben zu sein, die sie wertschätzen und die sie glücklich machen.

Minimalismus und ein „leichteres Leben“ ist mein neues Lebensmotto und auch wenn ich noch ganz am Anfang stehe, möchte ich die grundlegenden Gedanken mit euch teilen und euch ermutigen, euch dieser Themenwelt zu öffnen. Denn Minimalismus macht nicht nur Spaß, sondern ist ein ökologisch wertvoller Lifestyle!

Minimalistisch leben – warum?

Minimalistisch leben bedeutet für mich, dass ich mich selbst nur mit Dingen umgebe, die ich wirklich liebe und die mich nicht belasten. Vor zwei Monaten hätte ich vielleicht noch gesagt, dass ich all meine Klamotten liebe und es mich glücklich macht in meinen, zwar gut sortieren, jedoch prallgefüllten Kleiderschrank zu schauen. Heute komme ich mit zwei Schubladen für Unterwäsche und Socken, einem Regalbrett für meine Hosen, und einer Kleiderstange für meine Oberteile und Jacken aus. Es fühlt sich gut an, dass ich weiß, wo die Dinge sind, die ich suche, und es fühlt sich großartig an, dass ich nur noch von meinen Lieblingsdingen umgeben bin und kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich in den Kleiderschrank schaue und merke, dass die Hälfte der Klamotten zu eng ist oder das Material langsam versagt. Großartig fühlen ist sozusagen das Ziel beim minimalistisch leben!

Das Prinzip lässt sich aber nicht nur auf den Kleiderschrank, sondern genauso auf meine anderen Besitztümer im Bücherregal oder in den Küchenschränken anwenden. Seit zehn Jahren steht ein Buch über Che Guevara in meinem Bücherregel, welches ich nie lesen werde. Mein Vater hat es mir geschenkt, nachdem wir zusammen eine Dokumentation über den Guerillaführer anschauten. Er dachte, dass ich gerne mehr über Che erfahren würde. Jedes Mal wenn ich das Buch im Regal sah, schien es aber zu schreien: „Du hast mich immer noch nicht gelesen! Wie lange soll ich hier noch unberührt rumstehen?!“ Das war mit Sicherheit nicht die Intention meines Vaters als er mir das Buch schenkte.

moments

Abgesehen vom emotionalen Ballast, von dem man sich mit einer minimalistischen Lebensweise lösen kann, ist es auch durchaus ökologischer sich nicht der Konsumgesellschaft und dem Überfluss hinzugeben, sondern sich bewusst für Dinge zu entscheiden. Natürlich tut ihr erst mal wenig ökologisches, in dem ihr euch von Dingen trennt. Aber durch die Trennung und die Auseinandersetzung mit den Dingen konnte ich ein Gefühl für ihre Wertigkeit entwickeln. Es fiel mir leicht drei H&M Handtaschen gehen zu lassen, aber meine geliebte Handtasche, die ich jeden Tag nutze, weil ich sie mir damals für viel Geld gegönnt habe, durfte und musste natürlich bleiben.

Ich würde mir heute kaum mehr eine Handtasche kaufen, nur weil sie günstig und „ganz schön“ ist. Hochwertige, individuelle Produkte, die nicht jeder hat, interessieren mich mehr, haben einen viel größeren ideellen Wert und machen mich im Endeffekt glücklicher. Das ist es, worum es mir mit dem minimalistisch leben geht!

Minimalistisch leben – worum geht es nicht?

Sobald ich anfing mich für Minimalismus zu interessieren, stieß ich bei meinen Recherchen auf einige bekannte Größen. Menschen wie Coco von LightByCoco führten mich virtuell durch ihren Kleiderschrank und ich dachte nur: „Wow, wie wenig das ist! So eine klare Linie möchte ich auch in meinem Kleiderschrank haben!“ Schnell habe ich gemerkt, dass das gar nicht so einfach ist und der Frust ließ nicht lange auf sich warten. Deswegen mein Tipp für euch: Es geht nicht darum, wer am wenigsten besitzt. Das große Ziel ist nicht unbedingt, dass man versucht seinen Kram und Krempel auf ein Minimum zu reduzieren und dabei geliebte Dinge wegwirft.

Minimalistisch Leben ist ein Prozess und dazu gehört, dass er langsam beginnt und immer weiter geführt wird. Es hilft nicht einmal zu entrümpeln, weniger zu besitzen und sich auf die Stirn zu schreiben, dass man nun Minimalist ist. Minimalistisch leben heißt, ein Bewusstsein für die Dinge zu entwickeln, die einen umgeben, sie wertzuschätzen und sich Gedanken über ihre Nachhaltigkeit zu machen. Minimalismus ist zwar im Trend, ihr könnt aber viel mehr daraus ziehen!

Minimalistisch leben – welche Dinge dürfen bleiben?

Ein wichtiger Punkt für Minimalismus-Anfänger ist sicherlich, sich von vielen materiellen Dingen zu trennen. Hierbei sollte aber nicht die Frage „Was muss raus?“ im Vordergrund stehen. Marie Kondō predigt nach einer ganz bestimmten Methode aufzuräumen und sich dabei folgende Frage zu stellen:

minimalistisch leben-joy

Verbreitet dieser Gegenstand Freude? Wie soll das genau funktionieren?

Ein Erklärungsversuch: Wer nach bzw. mit Marie Kondō aufräumt, der räumt nach Kategorien auf. Beginnen soll der Aufräumer mit Klamotten, dann Bücher, Papier und schlussendlich Erinnerungen. Es ist wichtig, dass per Kategorie und nicht Raum für Raum aufgeräumt wird, denn so ist der Aufräumer gezwungen wirklich alle Gegenstände einer Kategorie in einem Raum zusammenzutragen. Das macht die Masse der Dinge direkt sichtbar und am Schluss kann auch alles wieder schön ordentlich verteilt werden. Der Aufräumprozess nach Marie Kondō sieht es dann vor, dass jeder Gegenstand in die Hand genommen wird und der Aufräumer in sich hineinfühlt. Das klingt jetzt ein wenig esoterisch und ich denke, jeder muss selbst einen Weg finden sich für oder gegen einen Gegenstand zu entscheiden. Ich empfand und empfinde es aber als sehr hilfreich, jeden Gegenstand in der Hand zu halten und zu schauen, was dabei in mir passiert.

  • Macht mir dieses Teil noch Freude?
  • Was ist meine erste Assoziation?
  • Würde ich es jetzt sofort tragen oder benutzen?
  • Wenn ich ins Ausland gehen würde und viel Geld für Transportkosten zahlen müsste, würde ich es mitnehmen wollen?

Diese Fragen sind nicht alle Marie Kondō-inspiriert, aber sie haben mir geholfen, mich von Dingen zu trennen, die ich seit Jahren in jede neue Wohnung mit umziehen lasse und die eigentlich nur Ballast für mich waren. Außerdem regt Kondō an, für jeden Gegenstand in der Wohnung einen bestimmten Platz zu schaffen. Das macht das Aufräumen und Wiederfinden viel einfacher. Ich kann es nicht fassen, dass ich in meiner Wohnung noch nie einen Stammplatz für meine Handtasche und meine Brille hatte! Seitdem diese Plätze festgelegt sind, gibt es auch kein Suchen mehr.

Klar, es gibt in jedem Haushalt auch Gegenstände, die einfach nützlich sind, auch wenn man keinen emotionaen Bezug dazu hat. Diese Dinge habe ich behalten. Allerdings habe ich meine alten praktischen Auflaufformen dieses Wochenende durch welche ersetzt, die ich richtig schön finde. Da bin ich meinem Lebensziel nur von geliebten Dingen (und Menschen!) umgeben zu sein wieder etwas näher gekommen.

Minimalistisch leben – was sollte ich vermeiden?

Es gibt scheinbar ein paar klassische Anfängerfehler und ich habe mich sehr geschämt, als Marie Kondō das Thema Familie in ihrem Buch anschnitt. Es scheint ein großes Schwestern-Problem zu sein, dass die Älteren die Dinge, die sie aussortieren immer an die kleinen Schwestern weitergeben. Marie Kondō berichtet, dass sie typische Erlebnisse bei kleinen Schwestern hatte, die sich innerhalb von kürzester Zeit von zwei Drittel ihres Ramschs trennen konnten, einfach weil sie realisiert haben, dass das eigentlich der Ballast ihrer älteren Geschwister war.

Ich muss zugeben, dass der klassische Satz „Hey, ich habe ausgemistet. Wenn du willst, kannst du die Sachen haben. Ansonsten bring ich sie die Tage zum Altkleider-Container“, auch einige Male zu meiner Schwester gesagt habe. Aber das niemals mit bösem Hintergedanken!!! (Verzeih mir, Luzie!) Marie Kondō sagt, dass das Entrümpeln alleine und ohne Freunde und Familie vonstatten gehen muss. Auch nahestehende Personen entwickeln eine emotionale Verbindung zu deinen Dingen und wenn du sie vor die Wahl stellst, dann werden sie die Dinge meistens an sich nehmen, nur um sie vor „dem Elend des Containers“ zu bewahren. Und damit lasten sie sich selbst Ballast auf. Deswegen lieber alleine ausmisten und die Dinge schnell loswerden.

Ein anderer typischer Fehler ist, sich an Dinge zu klammern, die einem die Tür in eine andere Welt zu sein scheinen. Es bringt nichts, Dinge zu behalten, die euch nicht in dem unterstützen, was ihr seid. Klar ist es toll, wenn ihr eine Yogamatte, Inlineskater, ein Skateboard und Hanteln Zuhause habt. Wenn ihr sie aber nicht nutzt, dann nehmen sie nur Platz weg und signalisieren euch bei jedem Blick, dass ihr euch schlecht fühlen müsst, weil ihr immer noch nicht angefangen habt, das sportliche-Ich zu werden, was ihr eigentlich schon längst sein wolltet. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Weg damit und besser fühlen oder wirklich! damit!! anfangen!!!

Alles andere ist wirklich unnötiger Ballast.

zitat marie kondo-klein

Minimalistisch leben – glücklicher ausmisten

Vor dem neuen, freien Leben als Minimalist steht noch die Frage: Wohin mit dem ganzen Plunder? Der Altkleidercontainer ist da wahrlich nicht die schönste Lösung. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo das ganze Zeug irgendwann mal hinkommt und ich habe gehört, dass es definitiv nicht gespendet, sondern in Ländern der dritten Welt weiter verkauft wird. Natürlich will ich das nicht unterstützen!

Eine, wie ich finde, großartige Möglichkeit mit dem alten Plunder doch noch glücklich zu werden ist, die Dinge weiter zu verkaufen. In Deutschland haben wir mit eBay, eBay Kleinanzeigen, Kleiderkreisel, Shpock und vielen anderen Online-Portalen die großartige Möglichkeit aus unserem alten Kram Geld zu machen. Auch gut ist die klassischste aller Methoden: Der eigene Stand auf dem Flohmarkt!

Dinge zu spenden macht auch Sinn, so lange es gewünschte Dinge sind. Ihr habt den Pullover aussortiert, um den euch eure beste Freundin immer beneidet hat? Schenkt ihn ihr. Außerdem kann man sich gut bei Kinder- und Jugendhilfen oder in Flüchtlingsheimen informieren, was da gerade gebraucht wird. Das sind aber nicht die Orte, um Schund abzuladen, sondern um den neuen Besitzern mit gepflegten Sachen eine Freude zu machen.

Ich habe mir für die Dinge, die ich verkaufen möchte, außerdem eine Frist gesetzt. Die Kiste mit den aussortierten Klamotten behalte ich höchstens sechs Monate. Wenn sich bis dahin niemand gemeldet hat, hat das Teil keine dritte Chance verdient.

Minimalistisch leben – die richtigen Fragen

Es geht bei Marie Kondō und auch für mich beim minimalistisch leben weniger um die Frage „Welche Dinge müssen raus?“ und mehr um die Frage „Welche Dinge müssen bleiben?“. Denn Ziel ist ja nicht, dass ich jeden Tag vorm Kleiderschrank stehe und mich nach meinen weggegebenen Sachen verzehre. (Das war bis jetzt noch keinen Tag der Fall!)

Die richtigen Fragen habe ich ja oben schon einmal kurz angeschnitten:

  • Macht mir dieses Teil noch Freude?
  • Was ist meine erste Assoziation?
  • Würde ich es jetzt sofort tragen oder benutzen?
  • Wenn ich ins Ausland gehen würde und viel Geld für Transportkosten zahlen müsste, würde ich es mitnehmen wollen?

Besonders geholfen hat mir dabei wirklich die letzte Frage. Ich habe eine kurze Zeit in Finnland gelebt. Dort bin ich gut mit einer Kofferladung Klamotten hingekommen – und in Finnland ist es verdammt kalt. Oft habe ich mich danach an die Zeit erinnert und zurück gesehnt, weil die Frage, was ich anziehe, nicht zu schwer zu beantworten war wie heute. Damals konnte ich für kurze Zeit minimalistisch leben und das hat mein Leben wirklich vereinfacht.

Minimalistisch leben – meine Inspirationen

Inspiriert hat mich, wie ihr wahrscheinlich schon bemerkt habt, Marie Kondō und ihr großartiges Buch. Darüber hinaus finde ich diesen und diesen Beitrag von dariadaria extrem lesenswert.

Bei YouTube gefällt mir – der Evergreen der minimalistischen YouTuber – LightByCoco. Schaut sie euch an, ihr werdet sie lieben! Ihr Blog ist übrigens auch sehr schön!

Auch die Berlinerin Mini ist mit ihrem, noch relativ jungen Channel „Minimal Mimi“, sehr sehenswert. Schaut euch an mit wie wenig sie leben kann. Das kann nur an Berlin, der Stadt des Überflusses, liegen! ;-)

Auch den YouTube-Channel von Lavendaire finde ich in diesem Kontext erwähnenswert. Wahrscheinlich werden euch bei ihrer Roomtour die Augen aus dem Kopf fallen, weil sie immer noch verdammt viel Zeug hat, aber hey – jeder braucht seine Zeit um auszusortieren und ich finde es super, dass sie Menschen an ihrem Prozess teilhaben lässt. Außerdem ist sie einfach symphatisch!

minimalistisch leben

Was sagt ihr zum Thema minimalistisch leben? Habt ihr euch schon Gedanken zu dem Thema gemacht, seid ihr schon mitten in eurem minimalistischen Prozess? Gibt es vielleicht Dinge, die euch inspiriert haben, die ihr mit mir und anderen Lesern teilen möchtet? Schreibt sie gerne in die Kommentare.

Kommentare

  1. Ich habe vor ungefähr 4 Jahren angefangen, ein wenig minimalistischer zu leben. Dabei habe ich einiges entsorgt, was ich absolut nicht brauche in meinem Leben und dadurch mehr Fläche und (kreativen^^) Freiraum geschaffen. Seitdem überlege ich meist 3x bevor ich etwas kaufe, ob ich es auch wirklich brauche oder es irgendwann auch zu einem nutzlosen Gegenstand mutiert. Auf meinem Blog habe ich auch schon des öfteren darüber geschrieben, auch in Bezug auf die Kosmetiksammlung, die ein wenig Minimalismus bei den meisten ganz gut vertragen würde^^
    Und generell: es befreit unheimlich, wenn man unnötigen Ballast los wird!

    • Christine

      Kosmetik ist bis jetzt das einzige, wo ich echt schon total minimalistisch bin. Ansonsten habe ich da auch noch gut Bedarf ;)

  2. Hallo,

    super Artikel !

    Wir haben auch erst spät in den 40’er Lebensjahren erkannt, dass man mit viel weniger leben kann.
    Einmal groß ausgemistet, im Alltag minimalistischer gelebt und schon bleibt ne Menge übrig, um lange reisen zu können und die schönen Seite der Welt kennenzulernen.

    Liebe Grüße
    Bibo & Tanja

    • Pia

      Hallo Bibo und Tanja! Vielen Dank! Schön, dass ihr euren Weg gefunden und euch Minimalismus dabei geholfen hat! :-)
      Lieben Gruß, Pia

  3. Ich bin auch schon eine ganze Weile am „minimalisieren“ und finde es unglaublich befreiend. Ich versuche mich jeden Tag von einem Ding zu trennen und stelle mir dabei auch immer wieder die Frage,ob ich damit umhziehen würde.

    • Pia

      Ich finde auch, dass die Frage extrem hilfreich ist. Allerdings muss ich sagen, dass ein Ding pro Tag bei mir überhaupt nicht funktioniert. Sobald ich anfange auszumisten, dann bin ich richtig im Rausch! ;-) Aber cool, wenn es für dich klappt. Lieben Gruß!

  4. Hallo Pia,

    toller Artikel, ich finde du hast es sehr gut getroffen, worum es beim Minimalismus letztlich geht.
    Das Buch von der Marie Kondō habe ich auch. Ich bin auch schon einige Male umgezogen, hab einiges an den jeweiligen Orten meist weggeschmissen, weil es Dinge waren, die ich meist in dieser Phase an diesem Ort brauchte und mich damit nicht noch „beschweren“ wollte.

    Zum Thema Minimalismus bin ich vor einigen Jahren durch Leo Babauta gekommen, der hat unglaublich viele tolle inspirierende Artikel dazu. U.a. geht es auch darum, deinen Fokus durch Minimalismus besser zu halten. Sehr empfehlenswert, dich da mal reinzulesen, falls du es noch nicht kennst.

    • Pia

      Hallo Ildiko,
      danke für den Tipp. Von Leo Babauta habe ich bis jetzt noch nichts gehört.
      Da werde ich mich mal reinlesen!
      Lieben Gruß

  5. Ein sehr schöner und gelungener Beitrag! Sehr wichtig ist meines Erachtens auch die Tatsache, dass du vieles von dem was du dir angelesen hast in irgendeiner Form „personalisiert“ und dich damit auseinandergesetzt hast. Ich denke, wenn Menschen einfach aufräumen oder auszumisten ohne sich wirklich mit der Idee dahinter auseinanderzusetzen kann das sehr schnell nach hinten losgehen. Die eigenen Fristen und Punkte die du dir dabei gesetzt und erarbeitet hast finde ich daher super.
    Ich habe das Buch von Marie Konto letzten Monat zum Geburtstag geschenkt bekommen, da ich das Thema Minimalismus nun auch eine Zeit lang mitverfolge und ich muss sagen es gefällt mir immer besser. Ich denke ein Grund dafür, dass man sich oft vor dem „Ausmisten im Leben“ scheut ist, dass man sich dadurch oft auch mit Dingen (Emotionen, Erinnerungen, Bindungen) auseinandersetzen muss, die man vielleicht gerne vor sich her schiebt. Danke für deinen tollen Beitrag und die vielen Blog-Empfehlungen!

    • Pia

      Hey Z,

      schön, dass dir mein Beitrag gefällt. Ja, eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema ist in jedem Fall essenziell, denn sonst sammelt sich der ganze Ballast schnell wieder an und weder Wohnung noch Geist werden klarer.

      Lieben Gruß

  6. Sehr schöner Artikel!

  7. Hallo Pia,
    dein Post spricht mir aus der Seele. Von Geburt an war ich eine Chaos-Queen, die hin und wieder Aufräum-Flashs hatte. Immer wenn große Veränderungen (neuer Job/neue Stadt/neuer Partner) in meinem Leben anstanden, habe ich groß entrümpelt. Irgendwie fühle ich mich danach einfach leichter und ich war auch unheimlich stolz auf mich.

    Für mehr Platz habe ich zum Beispiel den klassischen Bücherkauf geopfert. Ich lese inzwischen zu 99,9% nur noch ebooks. Ein iPad trägt sich einfach deutlich leichter als 20 Umzugskisten voller Bücher, die man meist nur einmal gelesen hat. Nach der Uni habe ich die wichtigen Sachen digitalisiert und ebenfalls kistenweise Mitschriften verschenkt und zum Wertstoffhof gebracht. Die typischen Mädchensachen wie Klamotten und Kosmetik haben mich zum Glück nie besonders gereizt und damit auch keinen Sammelzwang ausgelöst. Die einzige Eskalation, die ich mir gönne sind Schuhe.
    Da ich längere Zeit immer wieder im Ausland gelebt habe, musste ich lernen mit maximal 23 bzw. 30 Kilo Gepäck auszukommen. So musste ich auf die harte Tour lernen Prioritäten zu setzen und mich immer zu fragen „brauchst Du das wirklich?“.Auch noch heute stecke ich meine Kohle lieber in Reisen, als das 50. Kleid mir in den Kleiderschrank zu hängen… Seit ich mein Heim mit 2 Stubentigern teile, werde ich von ihnen endgültig zum Minimalismus erzogen. Man glaubt gar nicht, wie schnell Deko-Schnickschnack sich auflösen kann…

    Sonnige Grüße

    • Pia

      Liebe Theresa,

      danke für deinen lieben Kommentar! Ich denke, auch wenn man sich für Minimalismus interessiert und diesen leben willst, gibt es doch immer schwache Momente. Ich bin mal gespannt, wie das bei mir mit den Schuhen wird. Die waren bis jetzt auch immer meine größte Sucht!

      Lieben Gruß an dich und deine Kittys!

  8. Hallo Pia,

    ich bin 44 und mittlerweile weiß ich auch, dass das Minimalismus mich wesentlich glücklicher macht als das verschwenderische Leben von früher. Die Werte von früher wie die neue Kleidung, das moderne Zuhause, teurere Autos oder luxuriöse Hotels spielen keine Rolle mehr in meinem Leben und die Bewegung inmitten der wunderschönen Natur sowie abenteuerliche Erlebnisse machen mich viel glücklicher. „Collect moments, not things“ ist zu meinem neuen Lebensmotto geworden.
    Was aber den Spruch „Die Wohnung ist der Spiegel einer Seele“ betrifft, habe ich eine andere Meinung. Beruflich habe ich viele Ideen, die ich umsetzen möchte und privat viele Pflichten (mein kleiner Sohn, der nach den Sommerferien ins Gymnasium geht und der Haushalt) und tolle Freizeitaktivitäten (Berg- und Radtouren). Wie soll ich den Pflichten perfekt nachgehen, mein Zuhause perfekt geordnet haben, wenn ich gleichzeitig das Leben genießen möchte? Mir gefällt die Aussage von Einstein viel besser: „Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt aus?“

    LG
    Iwona

    • Pia

      Hallo Iwona,

      klar, du hast Recht. Manchmal fehlt einfach die Zeit dafür, sein Zuhause immer „perfekt in Schuss“ zu halten.
      Auf mich trifft es zu, dass meine Wohnung meist genau dann unaufgeräumt ist, wenn es in mir selbst gerade auch drunter und drüber geht und ich – eben wie du auch sagst – wenig Zeit findet.
      Trotzdem hast du Recht damit, dass man manchmal Prioritäten setzen sollte. Ich räume auch nicht immer jetzt und sofort auf, sondern gehe oft lieber mit Freunden Kaffee trinken oder beschäftige mich mit meinen Hobbies.

      Ich denke auch, dass der Zustand einer Wohnung oder eines Schreibtischs nicht unbedingt Spiegel eines jeden Charakters ist. Mein Schreibtisch ist zur Zeit recht leer, trotzdem sprudelt mein Kopf nur so vor Ideen. Aber da muss jeder sein eigenes Wohlgefühl finden und entwickeln.

      Lieben Gruß

  9. Danke für diesen wirklich guten Beitrag!
    Während ich mir die Kommentare durchlese, frage ich mich auch, ob es vielleicht auch irgendwo eine Sache des Alters ist und ob man sich, wenn man jünger ist, mehr über Dinge (Kosmetik, Mode, Einrichtung) definiert.
    Ich merke das sehr stark bei mir: Obwohl ich mich nicht weniger für Mode interessiere als früher, so kaufe und besitze ich wesentlich weniger. Vielleicht, weil ich weiß, wer ich bin und was mir steht…? Und das gleiche gilt vielleicht auch für andere Lebensbereiche…?

    Liebe Grüße
    Julia | notyourcomfortzone.com

    • Christine

      Ja, das älter werden spielt da auch eine sehr große Rolle

  10. Federica

    Hallo Pia

    Ich habe aus reinen Zufall vor zwei Wochen zuerst meine 70 Nagellacke aussortiert, weil ich mir dachte ich habe immer nur gelnägel und ich habe oft eine neutrale farbe und brauche wenn ich lust habe nur ein paar farben. Konnte mich von einigen trennen die sowieso schon völlig verdickt waren und andere die ich nie mehr auftragen werde.
    Nächster schritt wäre nur no Basic farben aussortieren..

    Danach habe ich automatisch meinen Modeschmuck aussortiert…vorallem Ringe..ich habe lediglich eine kleine Handvoll beibehalten.. und bin mir nun auch bewusst das ich keinen neuen Modeschmuck brauche.

    Nachdem ich in den schränken meine Toilettenartikel aussortiert habe, habe ich am nächsten Tag zufällig mit meiner Chefin darüber gesprochen und diese hat mir gesagt, dass sie bereits Videos auf Youtube gesehen hat über den minimalistischen Lebensziel.

    Ich werde weiterhin versuchen das einfliessen zu lassen, den es gibt eim wirklich ein befreiendes Gefühl wenn man den Überblick hat.

    Dein Blog Eintrag finde ich somit sehr toll und auf den Punkt gebracht!

  11. Wozu braucht man mehr als zwei Stück von jedem Kleidungsstück? Eines hat man an, das andere ist in der Wäsche, das reicht doch!
    Wozu braucht man eine Armbanduhr oder andere Uhr? Die Zeit findet man doch auf dem Smartphone!Und wozu sollte man sich überhaupt von irgendwelchen Zeiten oder Terminen gängeln lassen?
    Wozu braucht man ein Fahrrad oder gar ein Auto?
    Das kann man doch im Sharing mit anderen teilen?
    Wozu braucht man mehr zu essen als das Nötigste um schlank zu bleiben?
    Wozu etwas anderes zum trinken als reines Wasser? Alle Tiere trinken auch nur Wasser!
    Wozu braucht man eine Wohnung und festen Schlaf-und Aufenthaltsplatz?
    Das Wandern von einer Wander-WG zur anderen ist doch viel spannender! Fast ohne Gepäck!
    Wozu braucht man einen festen Partner? Bindung kostet nur Nerven, Freiheit und Geld!
    Wozu Kinder? In dieser Um-Welt haben die doch nicht Positives zu erwarten.
    Wozu ein Hund oder eine Katze? Das Halten von Haustieren ist nichts anderes als artenfremde Freiheitsberaubung!
    Wozu Freundschaften, die auch wieder nur emotionale Bindungen und damit Unfreiheiten nach sich ziehen?

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