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Lilies Diary | 22. August 2017

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2 Kommentare

2050 werden die Weltmeere in Gewicht mehr Plastik als Fische haben

Christine

Angie zeigt mir ein Foto von einer dreibeinigen Schildkröte und ich kann nicht glauben, dass eine Schildkröte dazu fähig ist. „Sie hat sich den Arm selbst amputiert. Es muss ewig gedauert haben, bis Lefty sich den Arm am Seil durchgerubbelt hat.“ Auch Angie macht einen betroffenen Gesichtsausdruck und zeigt mir ein weiteres Foto. Darauf sieht man eine Schildkröte, die eine Wespentaille hat. Sie ist in einen Sixpack-Plastikring geschwommen, als sie noch klein war und ihr Körper ist um den Ring gewachsen. Auch heute, noch Monate später, bekomme ich diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf. Was ein Stück Plastik einem Tier alles antun kann. Heute am 08. Juni 2016 findet der diesjährige „World Oceans Day“ statt. Genau die richtige Zeit, um sich Gedanken um unsere Weltmeere zu machen.

Weltmeere-Grafik

  • 80% aller Verschmutzungen der marinen Umwelt kommt vom Land.
  • Im Jahr 2050 werden die Weltmeere in Gewicht mehr Plastik als Fische haben.

Könnt ihr euch diesen Satz bitte noch einmal ganz langsam und genau durchlesen? Im Jahr 2050 werden die Weltmeere in Gewicht mehr Plastik als Fische haben. Das ist unfassbar.

Nur wir Menschen können die Weltmeere retten. Wer einmal über ein totes Korallenriff geschnorchelt ist, dem zerreist es fast das Herz. Genauso, wie wenn man all die armen Tiere sieht, die am Plastikmüll zu Grunde gehen. Ein wichtiger Punkt ist es allgemein, nicht nur für die Weltmeere den Plastikverbrauch zu reduzieren. Ich hätte es nicht besser als dariadari.com in ihrem Post „WIE ICH IN 7 TAGEN 70% MEINES MÜLLS REDUZIERTE“ beschreiben können. Nur kurz ein paar Inspirationen:

  • Zum Einkaufen Stoffbeutel mitnehmen
  • Mehl und Zucker in Gläsern statt Plastikdosen aufbewaren
  • Haare mit Natron waschen
  • Essen TO GO nicht in Alufolie einpacken lassen
  • Getränke in Glasflaschen kaufen
  • Kaffe oder frisch gepressten Saft in die eigene Flasche füllen lassen

Es gibt aber nicht nur viele Blogger, die als gutes Beispiel voran gehen, sondern auch Firmen, die sich einsetzen. DAVIDOFF Cool Water hat die Kampagne  „Love the Ocean“ ins Leben gerufen.

Weltmeere

Credit: Enric Sala National Geographic

Seit 2012 arbeitet DAVIDOFF Cool Water mit der National Geographic Society zusammen, um deren Pristine Seas Expeditionen mit der #LoveTheOcean Kampagne zu unterstützen. Ziel dabei ist es, weltweit gefährdete marine Ökosysteme zu entdecken, zu erforschen und zu schützen. Bis 2020 möchte die Initiative dazu beitragen, dass 10% der Weltmeere zu Naturschutzzonen erklärt werden.

DAVIDOFF Kunden können mit dem Kauf speziell gekennzeichneter Flakons von DAVIDOFF Cool Water und DAVIDOFF Cool Water Ocean Extreme mithelfen, 10.000 m2 Meer zu schützen.

Aber nicht nur im Alltag kann man so viel tun, auch im Urlaub! Vor allem auf den Malediven gibt es sehr viele Resorts, die den Nachhaltigkeits Gedanken verfolgen, keine Plastikflaschen, sondern Glasflaschen verwenden, sich teilweise selbst versorgen und sich für die Rettung der Weltmeere durch verantwortungsvolles Verhalten einsetzen.

Weltmeere-Korallen

Credit: Enric Sala National Geographic

Als ich letztes Jahr auf den Malediven war, durfte ich mit der Meeresbiologin Angie reden, die mir viele traurige, aber auch schöne Geschichten erzählt hat. Leftys Gecshichte hatte ein Happy End. Er wurde Opfer eines Geisternetzes. Geisternetze sind Netze, die von Fischern einfach über Bord geworfen werden oder verloren gehen. Was sie für Schäden anrichten können, daran denken die Fischer nicht, wenn sie die Netze bedenkenlos über Bord werfen. Oft bleiben sie auf einem Riff hängen. Jede Welle zieht das Netz ein Stück weiter und es zerstört die ganze Korallenlandschaft. Dazu kommen Tiere, die sich in dem Geisternetz verfangen. Lefty dachte sicher auch, das Netz sei eine Alge, auf der sie sich kurz ausruhen kann, doch dann haben sich ihre Beine im Netz verfangen und sie trieb wochenlang im Netz durch das offene Meer. Angie öffnet eine Facebookseite namens „Eco Center Kuramathi Island“ und zeigt mir Bilder von einem Geisternetz. „Es hat eine Tonne gewogen. Wir haben 90 Minuten gebraucht es aus dem Meer zu ziehen. Ich sehe an die acht Mann im Wasser. Mitarbeiter vom Kuramathi Resort, andere Meeresbiologen und sogar Gäste, die geholfen haben. Angie ist Meeresbiologin auf Kuramathi. Seit fast vier Monaten ist sie auf der Insel. Davor war sie in der Antarktis und hat bei -20 Grad Wasserproben genommen. Das nenne ich Klimaschock. Ich möchte von ihr wissen, wie ihr Alltag aussieht.

Meeresbiologin-Kuramathi
Jeden Morgen leitet sie die Schnorchel-Safari für die Gaste und versucht nebenher Unterwasserfotos von Schildkröten zu schießen, die sie dann in der Datenbank mit schon vorhandenen Fotos vergleicht. Wenn es eine neue ist schickt Sie die Fotos an Kollegen im Four Season die ein Programm haben mit dem sie die Tiere identifizieren können. Dazu braucht Sie ein gutes Foto von der Seite des Kopfes. Die Anordnung der Kopfplatten ist sozusagen der Fingerabdruck der Schildkröte. Gerade ist die IUCN, die International Union for Conservation of Nature zu Besuch im Resort. Mit ihnen bespricht Angie neue Ideen, um die Umwelt und die Riffs noch mehr zu schützen. Vor ein paar Jahren sind 75% der Flachwasserkorallen an der Korallenbleiche gestorben. Das Hausriff hat sich immer noch nicht ganz erholt, deswegen ist es besonders wichtig es zu schonen, wo es nur geht. Auf der Ideenliste steht, dass die Boote nur noch mit ökologischen Putzmittel gesäubert werden und die neuste Idee von Angie und Amanda, der Meeresbiologin von Maafushivaru – ökologische Sonnencreme. Das sind Dinge, an die man im ersten Moment gar nicht denkt.

 

„Einmal waren auch die Schulkinder bei ihr“. Angie zeigt mir ein kleines Sammelsurium in ihrem Büro, das sie mit den Schulkindern anschaut. Muscheln, ein Skelett von einen Schildkröte, einen Seestern. „Das wichtigste ist, dass die Malediver verstehen, was für eine einzigartige Natur sie haben und sie schützen.“ Die Malediven haben ein Müllproblem. Es gibt nur eine Müllinsel neben Malé. Viele Resorts, die weiter Weg liegen erreichen sie nicht, oder besser gesagt wollen das Geld nicht dafür ausgeben den Müll zu transportieren sondern brennen ihn einfach ab, ohne Filter. Dabei ist es gar nicht so schwer zu recyclen. Der Plastikmüll wird geschmolzen und nach Europa gebracht, der Biomüll wir kompostiert, das Glas zerkleinert und unter das Baumaterial gemischt. Die Insel Kuramathi produziert auch ihr eigenes Wasser, hat ihre eigene Kläranlage und Verbrennungsanlage mit guten Filtern. Ich frage Angie, ob es eine Tour über die Insel gibt, die erklärt, wie das alles funktioniert. „Man kann an der Rezeption nachfragen, dann gibt der Chief Ingenieur eine Tour. Aber seit ich hier bin hat das noch nicht statt gefunden.“
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die nur herkommen, sich an den Strand legen und sich nie Fragen woher ihr Essen kommt und wohin ihr Müll geht. Kuramathi produziert 70 Prozent seines Salats selber. Das sind jeden Tag 300 Salatköpfe und jeden Monat 500 kg in ihrem eigenen Hydroponic Garden. Hier werden Salatköpfe in einer Wasserkultur angebaut und sind innerhalb von 45 Tagen erntereif.

Wasserkultur-Kuramathi.

Anannas

Jeden Montag kommen die Kinder vom Kidsclub zu Angie und lernen etwas über die Insel und das Meer. Zum Beispiel dass eine Plastikflasche erst in 450 Jahren zersetzt ist. Ich frage Angie, was sie am meisten liebt, an ihrem Job. „Es ist nicht nur Büroarbeit. Ich gehe jeden Tag mit den Gästen raus ins Meer und kann mit ihnen dieses Erlebnis teilen. Ich kann ihnen das Meer zeigen und ihre Augen leuchten sehen.“ Und ich sehe auch Angies Augen leuchten, wenn sie über ihren Job redet. Sie ist eine der wenigen, die über alles lieben, was sie tun, weil sie ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Das Meer ist ihre zweite Heimat, ein Ort an dem alles andere egal ist und an dem sie so sein kann, wie sie ist. Ich muss an Hemingway denken. Ob er jemals auf den Malediven war? Auf jeden Fall hat er einen ziemlich klugen Satz gesagt: Das Meer ist der letzte freie Ort auf der Welt.
„Es gibt nichts schlimmeres als in seinem Beruf gefangen zu sein“, sagt Angie und sie hat so recht. A propos gefangen, was ist denn aus Lefty geworden?

Unterwasser

„Sie hatte Glück.“ sagt Angie. Nachdem sie sich den Arm amputiert hat, wurde sie von einem Parasailler auf der Wasseroberfläche entdeckt und gerettet. Obwohl sie sich befreit hat, hätte sie nicht überlebt, denn es haben sich mittlerweile so viele Gase in ihrem Bauch gebildet, die sie am Abtauchen und Futter suchen gehindert hätten. Lefty kam in die Auffangstation im Four Season Resort und schwimmt mittlerweile wieder im Meer herum. Ja, sie hatte wirklich Glück.

Strand-Kuramathi.

Dieser Post ist in Kooperation mit DAVIDOFF Cool Water entstanden!

Kommentare

  1. Wie schööön! Ich mache meinen Beruf auch total gern,aber in den letzten 2-3 Jahren kamen auch noch so ein bis zwei andere Berufe dazu, die ich mindestens genau so gerne machen würde! Der von Angie gehört dazu! Allerdings kann ich ja glücklicher Weise Meeresschutz und Hilfe für Kinder in Not,sowie Schreiben auch ehrenamtlich und neben dem Beruf machen! Und ich liieebee!!! es! :-)
    Ganz tolle Geschichte und so viel Freude über Leftys Glück im Unglück!

  2. Nische

    Hallo,

    erst einmal: toller Beitrag!
    Sehr informativ und über ein außerordentlich wichtiges Thema.
    Mich persönlich interessiert es sehr, da ich selber Meeresbiologie studieren will und mir schon seit Jahren nichts anderes vorstellen kann.
    Könntest du mehr Beitrage über einen Alltag als Meeresbiologin schreiben wenn du quasi Informationen aus erster Hande bekommst ? Das wäre wirklich toll und sicher eine schöne Erweiterung, auch um das Umweltbewusstsein der Menschen zu fördern! :)
    Ganz Liebe Grüße an dich Christine und dein Team, weiter so =)
    Nichelle aus Münster

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