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Lilies Diary | 21. Juli 2017

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Kolumbien Reisetipps – Karibische Strände, Großstädte & Kaffeeregionen

Gastautoren

Der Aufschrei meiner Mutter war groß, als ich ihr von unterwegs eröffnete, dass der nächste Stopp meiner Weltreise Kolumbien sein wird. Sie war entsetzt, dass ich mich freiwillig in das Land der Drogenkriege, Guerillakämpfer und Entführungen begebe.

Kolumbien schaffte es nicht von Anfang an auf die Wunschliste der Länder, die ich besuchen möchte, doch immer wieder traf ich auf Reisende, die in den höchsten Tönen von dem Land im nördlichen Teil Südamerikas schwärmten. Es grenzt an die Pazifikküste sowie das Karibische Meer und an Panama, Venezuela, Brasilien, Peru und Ecuador.

Nach letztendlich sechs Wochen in Kolumbien, viel länger als geplant, hat das Land einen neuen Fan in mir gefunden. Mich beeindruckt vor allem die Vielfältigkeit der Landschaft dort: gestartet im karibischen Küstentiefland (Taganga und Tayrona Nationalpark) führt mich mein Weg über die Anden (Medellín, Bogotá und San Agustín) in die Kaffeeregionen des Landes (Salento). Und es gibt noch viel mehr zu entdecken wie die Pazifikküste und den Regenwald im Süden des Landes rund um den Amazon.

Kolumbien Reisetipps

Kolumbien Reisetipps: Cartagena – Die wunderschöne Kolonialstadt im Norden

Nachdem ich mit dem Boot von Panama nach Kolumbien übergesetzt habe, ist Cartagena mein erster Halt. Die Stadt, gelegen an der Karibikküste, gehört zu den schönsten Kolonialstädten in Südamerika und ist mit seiner ummauerten beeindruckenden Altstadt Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Genau diese erkunde ich und bleibe an jeder Ecke stehen, um die wunderschönen Gebäude zu bestaunen, trinke eine Kaffee in einem der vielen kleinen Läden, stromere durch die engen Gassen und bestaune die stolzen kolumbianischen Frauen, die mit so viel Grazie das Kopfsteinpflaster der Altstadt meistern.

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Wenig später besteige ich das Castillo San Felipe de Barajas, das strategisch gutgelegen und erhöht auf dem Hügel San Lázaro liegt. Mit dem Bau der Festung wurde im Jahr 1536 begonnen und von dort oben hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Ich erkenne erst dort die Ausmaße von Cartagena und mir erklärt sich, wie hier über eine Million Menschen leben können.

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Am späten Abend ziehe ich von meiner Unterkunft, dem Media Luna Hostel, durch die benachbarten Straßen und stoße auf viele kleine Bars und Restaurants. Ich entscheide mich jedoch dafür, mein Abendessen an einem der kleinen Essenstände zu kaufen. Und dann erkunde ich das legendäre Nachtleben Cartagenas: gestartet wird auf der Party in meinem Hostel und dann geht es weiter in einen der heißen Clubs, in denen man sich zu den heißen Rhythmen des Champeta, einer afrokolumbianischen Musikrichtung, bewegt.

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Kolumbien Reisetipps: Taganga und Tayrona Nationalpark – vom verschlafenen Fischerdorf in die Sierra Nevada

Mit dem Bus geht es weiter die Karibikküste entlang bis zum kleinen ehemaligen Fischerdorf Taganga, ganz in der Nähe von Santa Marta. Dort steige ich in der Casa Moringa ab, die Villa eines früheren Regierungsangestellten, der sich irgendwann mehr für den Drogenverkauf interessierte und in den Knast wanderte. So wird es mir auf jeden Fall von Patrick erzählt, dem das beste Restaurant des Ortes, das „Babaganousch“ gehört. Und um ehrlich zu sein, hier erlebe ich nach Monaten mal wieder kulinarische Höhenflüge zu unverschämt günstigen Preisen.

Patrick, der ursprünglich aus Holland kommt, hat jede Menge Tipps und so verbringe ich fast jeden Abend in seinem Restaurant, genieße sein Essen und lasse mich mit Empfehlungen ausstatten. So verbringe ich einen Tag an einem der Strände, die hinter dem Playa Grande liegen, nur umgeben von kolumbianischen Familien und buche eine der Tauchtouren, um die Unterwasserwelt zu erkunden.

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Patricks Top-Tipp ist der Tayrona Nationalpark und der lohnt sich allemal: Hier finde ich wunderschöne Strände, Kokosnusspalmen, Regenwald und jede Menge Ruhe. Ganz wichtig, bevor Ihr euch auf den Weg zum Nationalpark macht, packt euren Reisepass ein vor allem, wenn ihr plant auf einem der Campingplätze zu übernachten. Genau das ist mein Plan und ich mache mich vom Haupteingang auf den rund drei Stunden langen Weg zu „El Cabo“.

Was mich im Park erwartet ist einfach wunderschön: lange, saubere Wege, die über Holzbohlen im Schatten des Dschungels führen, vorbei an einsamen Stränden, an denen die hohen Wellen brechen (Schwimmen ist an den meisten Stränden hier leider wegen der starken Strömung verboten) und nur selten treffe ich auf andere Reisende. Traut man sich tiefer in den Nationalpark hinein, erwarten einen Trocken- und Nebelwälder, und man kann die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada erspähen.

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Das Schild vor mir sagt mir, dass es noch rund eine halbe Stunde zum Campingplatz ist. Also entschließe ich mich, am nächsten Strand eine kleine Pause einzulegen und mich dort in die Fluten zu stürzen (hier ist Baden erlaubt). Das Wasser ist, anders als in Taganga, angenehm frisch und bietet mir Abkühlung nach dem Marsch.

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Kurz darauf erreiche ich „El Cabo“ und beziehe eines der zahlreichen Zelte für diese Nacht. Neben diesen kann man die Nacht auch in Hängematten verbringen und wenn man ganz früh dran ist, hat man vielleicht das Glück einen Platz in der Hütte zu erwischen, die hoch auf einem Hügel thront und einen wunderbaren Blick auf die Bucht bietet.

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Den Abend verbringe ich in „El Cabo“ am Strand, bewundere den Sonnenuntergang und esse danach eine Kleinigkeit in dem dazugehörigen Restaurant. Der Tayron Nationalpark ist für mich ein absolutes Highlight in Kolumbien, dass Ihr auf keinen Fall verpassen dürft!

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Kolumbien Reisetipps: Medellín – von der gefährlichsten Stadt der Welt zum Touristenziel

Nach Entspannung an den Stränden der Karibikküste, stürze ich mich in das wuselige Stadtleben von Medellín, der zweitgrößten Stadt Kolumbiens. Dorthin fliege ich von Santa Marta aus um mir die Busfahrt von knapp 24 Stunden zu ersparen.

Die Stadt liegt auf rund 1500 m und liegt im Abburá-Tal, das sich im mittleren Bergzug der Anden erstreckt. Mit rund 6800 Morden pro Jahr zählte Medellin jahrelang zu den gefährlichsten Städten der Welt und war vor allem dafür und die Drogenkämpfe berühmt. Pablo Escobar und das „Medellin-Kartell“ haben die Stadt in Angst und Schrecken versetzt, zeitweise kontrollierte dieser rund 80 Prozent des weltweiten Kokainmarktes. In seinem Auftrag wurden zehntausende Menschen ermordet.

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Wenn man heute durch die Stadt bummelt, wird man immer wieder an diese Zeit erinnert und die teilweise offene Verehrung des Drogenbosses Escobar hinterlässt bei mir ein merkwürdiges Gefühl. Es hat sich ein regelrechter Escobar-Tourismus entwickelt und jeder muss selbst entscheiden, ob er sich auf seine Spuren begeben möchte.

Rund um mein Hostel im Stadtteil El Pueblo finde ich unzählige nette Straßencafés, kleine Restaurants und Brauereien und tolle Shops, die wunderschöne Sachen anbieten. Alles mutet fast ein bisschen europäisch an und ich fühle mich hier sehr wohl. Um die Stadt zu erkunden, mache ich eine der kostenlosen Stadtführungen mit (die gibt es wirklich in fast jeder Stadt und ich kann sie jedem nur ans Herz legen) und entdecke so einiges der riesigen Stadt (knapp 2,5 Mio. Einwohner).

Kolumbien Reisetipps: Mit dem Mectrocable über die Stadt

Mit dem Mectrocable schwebe ich einen Tag später über die Armenviertel der Stadt dem Berg entgegen. Die teilweise sehr heruntergekommenen Hütten hinterlassen mich beklommen, während ich aus der sicheren Seilbahn den Blick über die engen Gassen streifen lassen.

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Tags darauf erfülle ich mir einen Traum: ich habe mich zum Paragliden angemeldet. Ich werde auf einen der Berge gebracht, die Medellin umgeben und bekomme von meinem Piloten eine Einweisung, wie ich mich zu verhalten habe. Und dann geht es auch schon los. Das Gefühl, nur durch ein paar Gurte an einem Schirm befestigt über die Stadt zu fliegen ist einfach unbeschreiblich. Ich genieße die 20 Minuten in schwindelerregender Höhe sehr und bin unglaublich beeindruckt: Der Blick, der sich mir auf die Stadt eröffnet ist nochmal ein ganz anderer. Definitiv einer meiner Kolumbien Reisetipps!

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Kolumbien Reisetipps: Guatapé – Hier zog sich schon Pablo Escobar zurück

Nach ein paar Tagen in Medellín langt es mal wieder mit Großstadt und ich entschließe mich, kurzfristig nach Guatapé zu reisen. Das farbenfrohe Städtchen liegt rund zwei Stunden mit dem Bus entfernt und dient vielen Städtern als Wochenendregion. Dort werde ich dann doch auch zum Escobar-Touristen, denn ich entschließe mich, seine Villa Manuela zu besichtigen und dort Paintball zu spielen. Escobar wählte Guatapé, da damals nur der Stausee zu seiner Residenz führte und er so mit dem 360 Grad-Blick, den das Anwesen bietet, alles kontrollieren konnte und damit vor überraschenden Angriffen gut geschützt war.

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Kolumbien Reisetipps: Das Haus von Pablo Escobar

Mir jagt es einen Schauer über den Rücken, in dieser alten verlassenen Villa unterwegs zu sein, die durch eine Bombe größten Teils zerstört wurde. Verantwortlich dafür waren die „Pepes“ (Perseguidos per Pablo Escobar – Verfolgte von Pablo Escobar), ein Zusammenschluss von Paramilitärs und ehemaligen Pablo-Verbündeten, die zum Ziel hatten, ihn von seinem Thron zu stürzen. Zusammengebracht wurden diese Seiten vom Cali-Kartell.

Trotz der Zerstörung kann ich mir vorstellen, in welchem Luxus der Drogenboss Pablo Escobar gelebt hat und welche Gräueltaten er hier vollzogen hat. Über das Anwesen führt uns eine frühere Angestellte Escobars und versorgt uns mit einigen kuriosen Fakten. So gab der Drogenboss im Monat rund 2.500 Dollar für Gummibänder aus, die seine Geldbündel zusammenhielten. Gut, wenn man rund 70 Mio. Dollar am TAG verdient brauch man auch das ein oder andere Gummiband.

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Obwohl es zerstört ist, wirkt das Anwesen noch ziemlich luxuriös

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Nach der Führung bin ich irgendwie ganz froh als wir das Anwesen wieder verlassen und in den bunten Gassen alle zusammen ein typisch kolumbianisches Mittagessen einnehmen. Danach streife ich durch den kleinen Ort, trinke leckeren kolumbianischen Kaffee und plane, am nächsten Morgen La Piedra del Penol zu besteigen.

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Kolumbien Reisetipps: La Piedra del Penol

Dieser Monolith vor den Toren Guatapés ragt 2.135 Meter in den Himmel und 740 Stufen, die von den Einheimischen gebaut an der Seite des Felsen gebaut wurden, bringen mich auf seine Aussichtsplattform. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Seenlandschaft und die vielen kleinen Inseln, die malerisch darin verborgen sind. Wie dieser merkwürdige Felsen entstand ist wohl nicht ganz geklärt, die zwei wahrscheinlichsten Versionen: Er ist ein Überbleibsel der Eiszeit. Oder er wurde beim Ausbruch eines Vulkans „ausgespukt“. Auf jeden Fall ist er nun da. Nachdem ich ihn erklommen habe, kehre ich Guatapé auch schon wieder den Rücken und mache mich auf den Weg in die kolumbianische Kaffee-Region nach Salento.

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Kolumbien Reisetipps: Salento – Ausflug in die Kaffeeregion und zu den höchsten Palmen der Welt

Schon die Busfahrt nach Salento ist die Reise wert. Die unglaubliche Landschaft jenseits des Busfensters lässt mich kaum dazu kommen, mein Buch zu lesen. Ich hatte mir Kolumbien nie so vielfältig, so grün, so faszinierend vorgestellt. In dem malerischen Dorf Salento angekommen entschließe ich mich, das berühmte Valle de Cocora hoch zu Ross zu erkunden. Dort bestaune ich die Wachspalmen, die bis zu 60 Meter hoch werden können und der Nationalbaum Kolumbiens sind.

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Nach dem rund fünfstündigen Ritt sind wir zurück in Salento, wo ich den Nachmittag damit verbringe, die engen, mit vielen kolumbianischen Gästen gefüllten Gassen zu durchwandern, wunderbaren Kaffee aus dem regionalen Anbau zu trinken und mich durch die zahlreichen Essensstände zu futtern.

Kolumbien Reisetipps: Wanderung bis zur Casa de Kolibri

Am nächsten Morgen springe ich schon früh auf einen der Jeeps, der die Touristen ins Valle de Cocora bringt, denn ich habe mich entschlossen, das Tal nochmal per Fuß zu durchqueren und eine kleine Wanderung bis zur Casa de Kolibri zu machen. Der Weg dorthin führt mich an den Wachspalmen vorbei, durch grüne Wiesen, dichte Wälder, über wackelige Brücke und vorbei an Wasserfällen. Belohnt werde ich in der Casa Kolibri mit Unmengen an winzig kleinen Kolibris, die um mich herum schwirren und ihre Schnäbel in die Blüten der Bäume stecken. Ich hätte stundenlang zuschauen können …

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Kolumbien Reisetipps: Bogotá – die Hauptstadt in den Anden

Eine weitere sehr lange Busfahrt bringt mich nach Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens und mit rund 7 Millionenen Einwohnern auch die größte Stadt des Landes. Bogotá liegt in der Hochebene der Anden auf 2640 Metern am Fuß der zwei Berge Guadalupe (3317m) und Monserrate (3152m). Und diese Höhe spürt man auch, sobald man sich etwas körperlich betätigt.

Ich steige im Viertel Candelaria ab und schnaufe mich bei jedem Rückweg ins Hostel den Berg hoch. Mit einer geführten Biketour erkunde ich die Stadt und fahre mit der Gruppe in die Rotlichtviertel, die man alleine auf keinen Fall besuchen sollte. Wir stoppen, um in einem Hinterhof in einer großen Halle Tejo zu spielen. Ein Spiel der Arbeiterklasse, bei dem man ein Gewicht auf eine mit kleinen Sprengstoffplättchen präparierte Lehmplatte werfen muss – der Lärm ist ohrenbetäubend, aber alle haben Spaß. Der nächste Stopp ist der kleine Markt und wir probieren uns durch alle möglichen Frucht- und Gemüsesorten.

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Auf der Tour erfahren wir viel über die Geschichte des Landes, die vielen toten Regimekritiker, denen in der Stadt mit Denkmälern und Graffitis gedacht wird. Mich lässt das Ganze nachdenklich zurück und ich kann mir nicht vorstellen, in einem Land aufzuwachsen, wo es an der Tagesordnung ist, dass Familienmitglieder und Bekannte verschwinden und irgendwann tot wieder auftauchen.

Noch mehr über die Geschichte Kolumbiens erfahre ich bei der Free Walking Tour, die mich durch die Innenstadt führt. Wir stoppen an historischen Plätzen wie dem Plaza Bolivar eingefasst vom Gerichtsgebäude, dem Rathaus und der Kathedrale, beobachten die Diamantenhehler am Plaza Santander, trinken Chicha (fermentiertes Getreide, das ganz schön reinhaut) in Candelaria und bestaunen die engen Gassen mit den zahlreichen bunten Graffitis.

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Auch auf dieser Tour ist Pablo Escobar anwesend, denn dieser ließ sich Anfang der 80er Jahre in den kolumbianischen Kongress wählen und ihm wird eine Beteiligung an der Erstürmung des Justizpalastes 1985 in Bogotá unterstellt, bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen.

Kolumbien Reisetipps: Panoramablick vom Monserrate

Für meinen letzten Tag in Bogotá habe ich etwas Besonderes geplant: Es soll mit der Seilbahn auf den 3152 m hohen Berg Monserrate gehen. Von dort hat man den besten Panoramablick auf die riesige Stadt, die einem nun zu Füßen liegt. Die Kirche mit dem Schrein des „Gefallenen Jesus“ ist ein beliebter Wallfahrtsort für die Kolumbianer und so mutet das Ganze da oben auch ein bisschen wie Kirmes an.

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Bogotá ist anders als Medellin, aber auch hier habe ich mich recht sicher gefühlt und ich habe mich darüber gefreut, den Kolumbianern, die ich getroffen habe, auch kritische Fragen zur Geschichte ihres Landes stellen zu können. Viele freuen sich sehr, wenn sie merken, dass man sich für sie und ihr Land interessiert und sich die Mühe macht, hinter die Wand aus Drogensumpf, Korruption und Gewalt zu schauen, die das Land jahrelang in Griff hatten.

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Kolumbien Reisetipps: San Agustín – UNESCO-Weltkulturerbe und fast keiner weiß es

Das kleine Örtchen San Agustín in den kolumbianischen Anden ist für seine zahlreichen Felsskulpturen, die mit einfachsten Werkzeugen hergestellt wurden bekannt. Sie wurden rund 100 bis 1200 Jahre nach Christus geschaffen und haben den Ort zum UNESCO-Weltkulturerbe gemacht. Ich steige dort in einem wunderschönen kleinen Hostel (Casa Francois) in den Hügeln ab, es gibt frischgebackenes Brot, tolles Essen und große Dorms und ich fühle mich mehr als wohl.

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Ich entschließe mich gemeinsam mit meinem Travelbuddy, die Felsskulpturen auf einer weiteren Reittour zu erforschen. Unser Guide ist Carlos, der uns zu wundervollen Plätzen führt, uns mal wieder die Schönheit der kolumbianischen Natur vor Augen hält und jede Menge zur Geschichte des Landes zu erzählen hat.

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Auf unserem sechs stündigen Ritt erfahren wir auch viel über Carlos selbst, der diese Touren seit einigen Jahren für die wenigen Touristen, die sich in den Ort verirren, anbietet und sehr stolz auf seine kleinen Bücher ist, in denen alle Kunden eine kleine Nachricht in ihrer Muttersprache für ihn hinterlassen haben. Genau diese möchte uns Carlos am nächsten Tag zeigen, natürlich sollen auch wir uns hier verewigen, und lädt uns zu sich zum Mittagessen ein. Und es wird etwas ganz besonderes geben: Meerschweinchen! Mich schüttelt es bei diesem Gedanken und ich winke schnell ab. Ross jedoch stellt sich dem traditionellen Essen. Für mich wird es als Alternative Fisch geben.

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Pünktlich um 12:00 Uhr finden wir uns am nächsten Tag auf Carlos Terrasse wieder. Seine Mutter, seine Kinder und sein kleiner Enkel wuseln um uns herum, reichen uns Getränke, zeigen uns Devotionalien aus der Gegend und legen uns die berühmten Bücher vor, aus denen ich ihnen die deutschen Einträge vorlese und auf Englisch übersetze.

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Und dann wird es ernst: Wir werden an den Tisch gebeten und das Meerschweinchen (für Ross) wird serviert. Ich gucke skeptisch auf die Platte, denn das Tier kommt im Ganzen und ist auch als solches zu erkennen! Auch Ross scheint etwas seines Enthusiasmus zu verlieren, doch er fängt sich schnell wieder. Herzhaft beißt er in die Schenkel des Meerschweinchens und ich denke an die armen kleinen Dinger, die ich jahrelang in den Kinderzimmern meiner Geschwister gesehen habe und so inbrünstig während ihrer Urlaube pflegte. Doch diese Gedanken versuche ich schnell wieder zu verdrängen und widme mich meinem Fisch. Dankend lehne ich ab, als Ross mir ein Stück anbietet. Nach der Besichtigung des kleinen Hauses, uns wird mal wieder klar in welchem Luxus wir zu Hause leben, sind wir etwas wehmütig. Denn San Agustín ist der letzte Stopp für uns in Kolumbien bevor es nach Ecuador geht.

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Kolumbien Reisetipps – lohnt sich das oder ist es nicht zu gefährlich?

Bevor ich mich näher mit dem Land beschäftigt habe, hatte ich wie die meisten all die Stereotypen im Kopf und konnte mir nicht vorstellen, in diesen Teil der Erde zu reisen. Doch, was soll ich sagen, Kolumbien gehört nun zu den Ländern, die ich jedem Reisenden, der mich nach Tipps fragt, ans Herz lege. Ich habe mich in den ganzen sechs Wochen dort nie unsicher gefühlt und war begeistert von Land und Leuten. Wie überall sollte man mit gesundem Menschen Verstand unterwegs sein, nachts nicht in dunklen Ecken der Städte unterwegs sein, auf der Straße nicht mit Handy oder großer Kamera herumwedeln und auf die Empfehlungen der Einheimischen hören.

Mich hat die Vielfältigkeit Kolumbiens wirklich in ihren Bann gezogen. Es ist ein riesiges Land und bietet Individual-Reisenden alles, was man sich wünscht: Strand, Dschungel, Berge, Großstädte, kleine Orte, in die sich nur selten Touristen verirren und ein gut ausgebautes Busnetz, das einen zuverlässig von A nach B bringt. Also los, packt den Rucksack und macht Euch auf nach Kolumbien!

Mehr Fotos meiner Kolumbien Reisetipps:

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In Cartagena wimmelt es nur so vor wunderschönen Kolonialbauten

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Entdeckt in den Gassen Cartagenas

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In den verwinkelten Gassen der Kolonialstadt Cartagena

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Heruntergekommene Gebäude Kolonialstadt Cartagena

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Cartagenas Altstadt erkundet man am besten zu Fuß

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Streetart ist in Kolumbien überall zu entdecken

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Der Blick von der Casa Moringa auf die Bucht von Taganga

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Wunderschön, jedoch nicht zum Baden geeignet: Ein Strand im Tayrona Nationalpark

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Tayrona Nationalpark: Viele der Buchten sind zum Schwimmen zu gefährlich

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Medellin: Eine Skulptur des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero

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Das kleine Dörfchen Guatape

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Mittlerweile zerfallen: Das frühere Domizil von Pablo Escobar

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Der Blick auf den Stausee von Guatape

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Wenn man es wagt, The Rock zu besteigen, wird man mit diesem Blick belohnt

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Pablos Mansion

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 In den Straßen Guatapes

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Das Leben spielt sich in den Straßen Salentos ab

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Auf dem Weg ins Valle de Cocora

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Sieht zwar wie der Schwarzwald aus, ist aber das Tal der Wachspalmen in Kolumbien

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Über den Dächern Bogotas

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Bogota ist für seine Streetart berühmt

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Reittour durch San Agustin

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Wunderschöne Natur in San Agustin

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Voll beladen!

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DIE GASTAUTORIN

Laura Anthes-Oʻahu

Mitte 2015 kündigt die PR-Managerin Laura ihren Job um sich endlich ihren Traum zu erfüllen: Eine Reise um die Welt. Seit November 2015 ist sie nun unterwegs und berichtet auf ihrem Blog www.goseekhappy.wordpress.com über ihre Stationen und den Reisealltag. Ein Jahr soll das Abenteuer dauern – mit Option auf Verlängerung!

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