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Lilies Diary | 11. November 2017

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3 Kommentare

Der Inle See in Myanmar – Bootstour über zweitgrößten See des Landes

Tara Hagemann

Die Weite. Die Ruhe. Das sonnige Glitzern auf dem glatten Wasser, durch das ein Fischermann gemächlich sein Ruder treibt. Was die Eindrücke vom Inle See in Myanmar unvergesslich macht, ist die grenzenlos wirkende, natürliche Schönheit seiner tiefblauen Idylle. Hier hat sich der Mensch der Natur angepasst. Zahlreiche schwimmende Dörfer und Gärten säumen die Randbereiche des mehr als hundert Quadratkilometer großen Sees.

Drone Wasser Boot

In gewisser Weise macht ihn dies in der Tat grenzenlos. Der Inle See ist der zweitgrößte See des Landes. Für viele Besucher gehört er dank seiner gänzlich auf das Wasser ausgerichteten Kultur zu den Must-Do’s in Myanmar. Das Intha Fischervolk versteht es, die Gegebenheiten der Natur zu nutzen. Es lebt nahezu ausschließlich von den Ernten und dem Fischfang, welche der See ihm ermöglicht. In den auf Stelzen erbauten Dörfern befinden sich neben Privathäusern auch Schulen, Restaurants und Märkte. Noch vor Morgengrauen nimmt hier der Alltag seinen Lauf. Die Fischer fahren raus auf den See, die Händler zum Markt und die Mönche zu den Pagoden.

Inle See Ruderin

Eingliedern kann man sich in das Geschehen glücklicherweise einfach. Das angrenzende Städtchen Nyaung Shwe bietet einen idealen Ausgangspunkt. Hier liegen familiäre Gasthäuser neben lokalen Restaurants und bei einem Spaziergang grüßen die Einheimischen allseits mit einem herzlichen „Mingalaba!“. Jeden Morgen erwarten zahlreiche Longtail Boote am Nyaung Shwe Kanal Besucher, um ihnen durch eine Tagestour die Pracht des Inle Sees zu präsentieren.

Fischermann Inle See

Inle See – Die Bootstour

Obwohl eine Tagestour voraussetzt, sich um 5 Uhr morgens aus dem Bett zu quälen, wird man als erstes mit einem unglaublichen Sonnenaufgang über dem stillen See belohnt. Die Fahrt bietet genügend Zeit und Ruhe, um die Intha Fischermänner zu beobachten, die mit ihrer speziellen Fangtechnik den See berühmt gemacht haben. Die „Einbeinruderer“ schlingen zur Fortbewegung ihr Bein um das Paddel, wenn die Arme zum Auswurf des Netzes gebraucht werden. Was sich für uns nach einem unmöglichen Balanceakt anhört, ist für die Intha eine selbstverständliche Arbeitserleichterung.

Ein Bein Ruderer

Der Morgenmarkt des Inle Sees

Eingemummelt in warme Decken, die einem die Fahrer der Boote zur Verfügung stellen, geht es zunächst an den Fischerdörfern vorbei zu dem morgendlichen Markt. Um 7 Uhr morgens herrscht hier bereits reges Treiben. Eifrige Händler verkaufen Obst, Gemüse und frischen Fisch. Auf dem Boden sind Planen ausgebreitet, auf denen bunte Gewürze und reife Bohnen auf ihre Abnehmer warten. Zwischen all dem Trubel sitzen ältere Intha Damen auf winzigen Hockern und frittieren burmesisches Gebäck, welches es für wenige Kyat heiß auf die Hand gibt. Mit dem süßen, pfannkuchenartigen Snack auf der Hand geht es weiter, den Rest den Marktes bestaunen.

Morgenmarkt Inle See

Vom wirren Trubel zum spirituellen Fokus

Den Rand des Marktes rahmen zahlreiche Pagoden, Tempel und Kloster. Mit ein wenig Glück lassen sich hier morgens die Unterrichtsstunden der jungen buddhistischen Novizen beobachten. Obwohl direkt neben dem turbulenten Markt gelegen, herrscht hier wieder absolute Stille und stimmungsvolle Atmosphäre. Man mag kaum einen Laut von sich geben, um das Prozedere nicht zu stören. Unterrichtet werden die Novizen von Mönchen. Zu diesen können die Novizen sich erst nach der Mönchsweihe zählen, für die sie mindestens 20 Jahre alt sein und bereits im Kloster gelebt haben müssen.

Buddhistische Novizenschule

Nach diesem kurzen Abstecher geht es zur Kunstpassage des Marktes. Schmale Gänge winden sich um die farbenfrohen Stände. Eine prächtige Vielfalt an eigens hergestelltem Silberschmuck, Malereien und Stoffen ist ordentlichen auf den breiten Tischen ausgelegt. Kunsthandwerk wird in den Dörfern vom Inle See großgeschrieben. Daher freuen sich die Einheimischen sehr, wenn Reisende in einer ihrer Werkstätten oder Schmieden vorbeischauen und sich ein Bild ihrer Arbeit machen. Da dies zum Programm des Tages zählt, geht es per Boot weiter zu den kleinen, auf Stelzen erbauten Betrieben. Zwischen Baumwolle und Seide, hinter Webstühlen und Schmiedetischen lassen sich die Burmesen gerne dabei beobachten, wie mit viel Liebe zum Detail die Kunstwerke unter ihren Händen entstehen.

Verkäuferinnen Morgenmarkt

Inle Bootstour – die letzte Etappe

Die Tagestour mit dem Boot ist der ideale Weg, sich ein umfassendes Bild des vielseitigen Inle Sees zu machen. Mit den freundlichen Fahrern kann jederzeit individuell abgesprochen werden, auf welche Aspekte man Wert legt und was man auf keinen Fall verpassen möchte. Nicht zuletzt gibt es Mittag in einem der Restaurants inmitten des Sees, die dank des gut verzweigten Wassernetzes auch mit einer Vielzahl unterschiedlicher Gerichte aufwarten. Gemächlich und gesättigt geht es anschließend auf den Heimweg. Vorbei an schwimmenden, reich verzierten Klostern und durch die grünen, Früchte tragenden Wassergärten der Dorfbewohner.

Drone Schwimmender Garten

Um sich durch die angrenzenden Dörfer zu schlängeln, sind die Longtail Boote leider zu groß. Doch für die, die einen authentischen Einblick in das Leben der Seebevölkerung nicht missen möchten, gibt es die passende Alternative.

Inle See – Auf den zweiten Blick

Zurück im Ausgangsort Nyaung Shwe stellen viele Gasthäuser Fahrräder für selbstständige Ausflüge bereit. Nach wenigen Kilometern erreicht man mit diesen schon die Fischerdörfer entlang des Sees. Ein langer Holzsteg leitet Besucher von der befahrenen Straße über das stille Wasser. Etwa 200 m weit führt der Steg in das Dorf, bis er an einem einfachen Unterstand endet. Wer noch tiefer eintauchen möchte, kann ab hier in eines der kleinen wartenden Fischerboote steigen. Ansässige Intha geben Fremden gegen ein paar Kyat gerne einen Eindruck ihres ausgefallenen Wohnraumes. Was kein Longtail Boot aufgrund seiner Größe schafft, wird hier wett gemacht.

Intha Fischerdorf Schule

Die kleinen Holzboote, lediglich mit einem Paddel betrieben, wenden sich mühelos durch die schmalen Wassergassen. Vorbei an den Häusern, unter denen Familien gerade die Wäsche waschen. Vorbei an den Fenstern, aus denen Kinder freudig winken. Vorbei an der Schule, zu der die Kleinen jeden Tag gebracht werden müssen, weil sie, genau so wie die Häuser, nur auf dem Wasserweg zu erreichen ist. Auf dem Weg zwackt der Fahrer auch gern mal eine Tomate von einem Garten ab, um eine Kostprobe anzubieten. Mit jedem vorbeifahrenden Anwohner gibt es ein Wörtchen zu wechseln, man scheint sich ausnahmslos zu kennen. Etwa eine halbe Stunde dauert die Rundfahrt, die jedem Reisenden am Inle See nur wärmstens zu empfehlen ist.

Drone Fischerdorf

Die Weite. Die Ruhe. Das sonnige Glitzern auf dem glatten Wasser. Wer eine Idylle außerhalb der Metropolen Mandalay oder Yangon sucht, wird den Inle See lieben. Die Vielfalt, die dieser ganz spezielle Ort bietet, zieht einen direkt in seinen Bann und gewährt tiefe Einblicke in das außergewöhnliche Leben seiner Bewohner auf und mit dem Wasser. Der Inle See samt seiner Umgebung sollte daher auf keiner Agenda für Myanmar fehlen!

Verkauferin Morgenmarkt

Verkäuferin am Morgenmarkt

Morgenmarkt Stand

Ein Verkäufer inmitten seiner Waren

Fischerdorf Hauser

Privathäuser im Intha Fischerdorf

Fischerdorf Hauser

Der Blick vom Wasser auf die Privathäuser des Intha Fischerdorf

Drone Longtailboot Myanmar

Der Ausblick über das Intha Fischerdorf

Drone Longtail Boot

So sieht die Siedlung von oben aus

Drone Fischerdorf von oben

Hier braucht man ein wendiges Boot, um die Häuser anfahren zu können

Drone Inle See

Wasser – so weit das Auge reicht

Radweg Buddhistische Hohlen

Eine verzierte Höhle

Buddhistische Hohlen


Mehr Tipps für das wunderschöne Myanmar gibt es hier:

Meine Myanmar Reise – zwei Wochen ursprüngliches Reisen in Asien

Urlaub in Myanmar – tolle Unterwasserwelten und buddhistische Tempel!


Die Gastautorin

Tara

Tara – in Hamburg geboren und „nordisch by nature“. Für sie ist jede Reise eine neue Möglichkeit den Horizont zu erweitern, sich treiben zu lassen, zu genießen und all die kleinen Dinge in sich aufzusaugen. Die letzten zwei Jahre hat sie in Hong Kong Cinematografie und Fotografie studiert. Dabei durfte sie in den Kulturkreis der pulsierenden Metropole eintauchen, die östliche und westliche Einflüsse ganz einzigartig vereint.
Hong Kong ist nicht nur zu ihrer zweiten Heimat und Dreh- und Angelpunkt ihrer Ausbildung geworden, sondern hat auch als idealer Ausgangsort für viele spannende Reisen hergehalten. Ob Sommerferien in Indonesien oder mit nichts weiter als Handgepäck allein nach Japan. Die abenteuerliche Zeit in Ost- und Südostasien hat ihr dabei wieder gezeigt: jeder Ort hinterlässt Eindrücke, Erfahrungen und Erinnerungen – Geschichten die erzählt werden wollen und es wert sind geteilt zu werden.Folgt Tara auch auf Instagram unter @the.travel.tales

Kommentare

  1. Ein sehr schöner Ort. Wenn ich Geld verdiene, möchte ich dort sehen.

  2. Oh das sieht so wunderbar schoen und exotisch aus. Da muss ich auch irgendwann mal vorbei schauen. :)
    x finja

  3. Myanmar ist eine wunderschöne Geschichte. Ich will gehen.

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