Da fuhr mein Zug ein. Hauptbahnhof. Sechs Monate haben meine Füße keinen deutschen Boden betreten. Stattdessen liefen sie in Flip Flops durch den Sand. Den Abdruck sieht man immer noch und wahrscheinlich hängt da sogar noch ein bisschen Sand zwischen den Zehen. Sechs Monate zog ich durch Australien, Neuseeland und Asien und jetzt sitze ich hier. In einem Zug nach Berlin. Einem Zug, in dem Menschen auf einmal Deutsch sprechen. In einem Zug, wo Tee für 4€ verkauft wird und wo man angepöbelt wird, wenn man aus Versehen gegen einen Sitz läuft. Deutschland nennt sich das. Jetzt ist es Zeit nach Hause zu kommen, dachte ich mir. An einen Ort, den ich zu Hause nannte. Aber ist er das noch? Wie fühlt es sich eigentlich an, dieses nach Hause kommen?

Nach Hause kommen

Ich kann mich noch gut an die Worte meiner Oma erinnern, „Zu Hause ist es doch am Schönsten“. Das sagte sie mir immer, als sie mir einen Teller Hühnereintopf auftischte. Ist es das? Ich habe mittlerweile die Welt als mein zu Hause erkannt. Einen genauen Ort gibt es nicht. Aber es gibt eine Heimat, und die ist Berlin. Woher ich das weiß? Jedes Mal merke ich es. Jedes Mal nach Hause kommen fühlt sich gleich an. Mein Zug rollt ein. Ich quetsche mich mit meinem Backpack durch die Tür auf das Gleis und da steht sie: Mama mit einem riesigen Plakat in der Hand. „Willkommen zurück“, steht da drauf. Ein fettes Grinsen auf meinem Gesicht, Tränen in ihrem Gesicht. Und genau daran merk ich, dass diese Stadt hier meine Heimat ist. Nach Hause kommen, nach 6 Monaten reisen. Mein Bauch kribbelt, als ich mich umschaue und das riesige Monstrum an Hauptbahnhof sehe. Nicht schönes, aber es vermittelt mir ein Gefühl der Heimat.

Und dieses Gefühl, so glaube ich, lernt man erst zu schätzen, wenn man mal lange weg war. So wie der Franzose in dem Video. 19 Monate reiste er um die Welt, um dann seine Schwester auf ganze besondere Art und Weise zu begrüßen.

6 Kommentare

  1. Du hast so recht Anne, mir geht es ganz genau so und das obwohl ich noch gar nicht so lange weg war wie du. Aber auch ich fühl mich über all zu Hause in der Welt, doch wenn ich nach Berlin komme und meine Mutti in die Arme schließen kann fühlt es sich nach Heimat an :) (Dabei wohne ich nicht mal in Berlin) ;)
    Das Video ist echt schön! Großartige Idee!
    Macht hier ja weiter so und teilt so tolle Dinge mit uns!
    Liebe Grüße Deine „Namensschwester“ Anne :)

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