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Lilies Diary | 24. Juni 2017

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1 Kommentar

Alleinreisen in Indonesien – unterwegs in der Metropole Jakarta

Gastautoren

Jakarta, die Hauptstadt Indonesiens – vor Kurzem habe ich euch in meinem Artikel 7 Tipps für Jakarta schon Empfehlungen für die Südostasiatische Megametropole gegeben. Mit Inspiration für Unternehmungen seid ihr nun also ausgestattet. Doch vielleicht habt ihr euch bereits gefragt, wie es eigentlich ist, alleine, fast am anderen Ende der Welt zu sein? Besonders in einer Stadt dieser Größenordnung, wo fast Nichts so ist wie zu Hause? Über das Alleinreisen in Indonesien erzähle ich euch heute ein bisschen mehr.

Alleinreisen in Indonesien – auf dem Weg nach Jakarta

Als ich nach Jakarta aufbreche, bin ich bereits seit drei Monaten in Südostasien, da ich in Malaysia Deutsch unterrichtet habe. Ich bin also schon an das feucht-heiße Klima gewöhnt, an eine andere Kultur und daran, dass ich anders aussehe und somit fast überall auffalle. Trotzdem bin ich aufgeregt, als ich ins Flugzeug steige. Im Vergleich zu Jakarta ist Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias, ein Dorf. Die Stadt Kuala Lumpur hat gut 1,5 Millionen Einwohner, Jakarta hat 10.000 und die Metropolregion nochmal die dreifache Anzahl. Außerdem ist Indonesien auch nochmal ein ganzes Stück ärmer. Was wird mich dort erwarten? Ich werde ganz allein reisen in Indonesien. Es ist der 22. Dezember und während meine Lieben zu Hause wahrscheinlich gerade in den Weihnachtsvorbereitungen stecken, fliege ich durch Asien. Aber so wollte ich es: die Herausforderung, das Abenteuer, an meine Grenzen gehen. Ich will weitere Erfahrungen sammeln im Alleinreisen – und auch eben beim Alleinreisen in Indonesien.

Alleinreisen in Indonesien - Jakarta-Hafen-und-Haeuser

Jakarta ist bekannt für den extremen Verkehr. Vor meinem Aufbruch dorthin habe ich gelesen, dass fast nirgendwo sonst die Staus so sind wie dort. Man könne teilweise stundenlang einfach nur feststecken. Davon ist absolut nichts zu merken, denn über die Weihnachtstage ist die Stadt recht leer. Meine erste Sorge, ewiges Feststecken in den Straßen Jakartas und dementsprechende horrende Taxikosten, ist also schonmal nicht eingetreten. Während mich das Taxi zu meinem Hotel fährt, beobachte ich die an mir vorbeiziehenden Vororte. Slums, die meistens am Fluss liegen, wechseln sich mit glänzenden Wolkenkratzern ab – dies ist eine Stadt der Kontraste, so viel ist klar. Doch wird es für mich auch ein Aufenthalt der Kontraste werden? Werde ich mich allein zurechtfinden?

Alleinreisen in Indonesien – meine Erfahrungen

Zunächst mal – man ist mir in Jakarta immer nett und äußerst höflich begegnet. Ich wurde nie blöd angequatscht, geschweige denn irgendwie berührt oder offensiv angebaggert. Was jedoch schon permanent der Fall war: Man wollte überall Bilder mit mir machen. Nun bin ich jemand, der das generell okay findet. Ich weiß, dass normalerweise keine bösen Gedanken dahinter stecken und die Einheimischen ganz einfach eine Erinnerung an die, für sie exotischen, Menschen wollen. Die Fotokultur ist groß in Asien, das Interesse an „westlichen“ Menschen auch. So habe ich mich brav knipsen lassen, bis zu dem Tag als ich mitten in der Innenstadt auf einem Platz stand und sich zunächst eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter mit mir ablichten lassen wollte. Kein Problem – gerade bei Kindern bin ich da sehr offen. Doch plötzlich bildete sich hinter den beiden eine Schlange und bestimmt 20 weitere Leute warteten scheinbar darauf, auch mit mir aufs Bild zu kommen. Da musste ich dann doch abbrechen, sonst hätte ich ein tagesfüllendes Fotoprogramm gehabt. Doch mal ganz ehrlich: Auch ich habe ja Fotos von den Menschen in Jakarta gemacht, um meine Erlebnisse festzuhalten und mit euch teilen zu können. So wäre es doch eine Doppelmoral, das gleiche Handeln anderen vorzuwerfen.

Puppenspieler

Puppenspieler mitten in der Innenstadt

Moschee-wartende-Menschen.jpg-

Ein etwas ungewöhnliches Erlebnis hatte ich auch noch bei dem Besuch einer Kirche. Wie oben schon geschrieben war ich ja über die Weihnachtstage dort und auch im primär muslimischen Indonesien wird durchaus Weihnachten zelebriert. Mein Kirchenbesuch (im Rahmen einer Stadttour) führte mich am 25. Dezember in eine mehr als volle, bunt dekorierte Kathedrale von Jakarta, mit zusätzlichem Live-Stream des Gottesdienstes vor den Kirchentoren. Ich fand es super spannend, einmal zu sehen, wie Weihnachten, so fern von Deutschland, gefeiert wird. Definitiv mit mehr Kitsch und Brimborium. Und auch hier fiel ich als einziger blonder Mensch weit und breit wieder ziemlich auf. So sehr, dass mir Frauen über das Haar strichen und mir ihre Kinder reichen wollten. Aber auch diese Gesten empfinde ich nicht als aufdringlich oder unangenehm, lediglich als neu und, für mich persönlich, ungewöhnlich. Das sind für mich einfach auch Erfahrungen, die das Alleinreisen in Indonesien ausmachen.

Weihwasser

Mit dem starken Interesse an eurer Person müsst ihr beim Alleinreisen in Indonesien und besonders in Jakarta also definitiv rechnen. Ich selbst habe es als ungewohnt, teilweise etwas skuril, aber keinesfalls beängstigend empfunden. Man war halt nie wirklich aufdringlich, nur ist es für mich neu, in diesem Maße von allen wahrgenommen zu werden. Fühlen sich so Filmstars in ihrem Alltag?

Wie ich ja auch schon in meinem anderen Artikel schrieb, ist Jakarta eine Stadt, die nicht besonders leicht zu erkunden ist. Die Fußwege sind nicht überall vorhanden, die Straßen sind riesig und eine U-Bahn gibt es bisher nicht. Die Einheimischen fahren meist mit den Bussen. Und vielleicht wäre ich, hätte ich eine Reisebegleitung gehabt, auch so mutig gewesen, mich auf eine Tour mit einem dieser Busse zu begeben. Doch mutterseelenallein kam mir das Unterfangen zu komplex und ungewohnt vor. Ich wusste nicht, wie ich an Tickets komme und die Busse sahen ziemlich überfüllt aus. Also bin ich kleine Strecken gelaufen und ansonsten Taxi gefahren.

Alleinreisen in Indonesien – das Hotel in Jakarta

Was für mich während des Abenteuers Jakarta jedoch unheimlich wichtig war: ein schönes zentral gelegenes Hotel, in das ich mich zurückziehen und wo ich meine zahlreichen Impressionen verarbeiten konnte. Jakarta ist spannend, es ist bunt und laut. Ich habe so viel gesehen und kennengelernt, was neu für mich war. Da brauche ich dann einfach zwischendurch meine Oase der Ruhe. Die habe ich im Gran Melia Hotel Jakarta gefunden.

Zimmer-Grn-Melia

Das schöne Fünf-Sterne-Hotel befindet sich im Goldenen Dreieck Jakartas, gelegen im Stadtteil Setiabudi, und ist sehr modern sowie frisch renoviert. Allein schon die extrem weitläufige Lobby ist beeindruckend und diese Geräumigkeit setzt sich in den Zimmern fort. Außerdem gibt es ein Gym, einen Pool und ein Spa, so dass hier wirklich jeder entspannen kann. Für mich persönlich war das Highlight jedoch das Hauptrestaurant mit der riesigen Frühstücksauswahl. Und auch das Essen am Abend hat mich zu hundert Prozent überzeugt. Denn hier habe ich, auch wenn es sich ja in Indonesien befindet, das leckerste indische Essen seit langem gegessen.

Gran-Melia-Lobby

Kein Weihnachtsdeko im muslimischen Indonesien? Oh doch!

Essen-Gran-Melia

Also meine Lieben, zusammenfassend würde ich sagen, dass Jakarta auf jeden Fall ein Ziel ist, das man alleine bereisen kann, zumindest wenn man nicht gerade blutiger Anfänger ist. Ich würde lediglich im Voraus eine Unterkunft organisieren, damit du nicht verloren in der Millionenstadt stehst und einen Ausgangspunkt hast, von dem aus du langsam die Stadt erkunden kannst.

Viel Spaß in der bunten Metropole. Mit den folgenden Bildern werden dir das Geschehen und die Menschen vor Ort vielleicht noch etwas schmackhafter gemacht.

Seegurken

Seegurken auf dem Straßenmarkt

Pool-Gran-Melia

Der Pool des Gran Melia Hotel Jakarta

Jakarta-Tauben

An die Tiere, die in kleinen Käfigen auf den Verkauf warten, kann ich mich noch nicht gewöhnen

Jakarta-Pool-Fuesse

Relaxen am Hotelpool

Jakarta-Maenner

Diese Männer wollten unbedingt fotografiert werden und für die Kamera posieren

Jakarta-Hafen-und-Haeuser

Der alte Hafen in Jakarta ist wunderschön

Gruppenbild-Moschee

Text & Fotos: Katharina Perlbach

Kommentare

  1. Katja

    Hey Katharina,

    ich bin gerade zufällig auf deinen Blog gestoßen und fand deinen Jakarta Post sehr interessant. Ich selbst war vor zwei Jahren mit Freunden für einige Tage in Jakarta und wir haben ähnliche Erfahrungen gemacht, was das Fotografieren angeht. Am Nationalmonument hat sich auch eine Schlange gebildet, nachdem das Eis gebrochen war, leider haben wir das ganze echt eine Weile mit uns machen lassen :’D am Ende des Tages hatten wir alle Gesichtskrämpfe vom vielen „In die Kamera grinsen“. Da wir dort zu Viert unterwegs waren, haben wir uns auch in die chaotischen Busse getraut- auch wenn nicht unbedingt bewusst: Wir sind im tiefsten Slum verloren gegangen und glücklicherweise waren die Menschen dort so freundlich und haben uns mit verschiedenen Bussen da wieder weggebracht. Der erste Busfahrer hat jegliches Geld von uns abgelehnt und dem zweiten haben wir insgesamt irgendwas unter einem Euro für uns alle gezahlt. Dein Zimmer sieht echt schön aus, wir haben den Fehler gemacht tagelang in einer nicht so schönen Absteige zu übernachten, bei den vielen Eindrücken ist ein schönes Hotel dann doch die bessere Wahl. Ich wünsch dir noch viel Spaß beim Reisen und freue mich auf weitere Berichte von dir!

    Lg

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