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Lilies Diary | 23. Mai 2017

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7 Kommentare

7 Dinge, die ich in Südostasien für das Leben gelernt habe

Gastautoren

Co-Bloggerin Katharina hat lange Zeit in Südostasien verbracht und uns ein paar schöne Weisheiten und Erkenntnisse mitgebracht, die sie dort gelernt hat! Ich wette das ein oder andere werdet ihr euch auch abschauen! 

Strand Nachts

1. Kennst du ein Land, kennst du (nicht) jedes…

Lange Zeit war Südostasien für mich ein weitestgehend abstrakter Begriff, ein Konglomerat diverser exotischer, mir jedoch völlig unbekannter, Länder. Zwar gab es Bilder in meinem Kopf, gespickt mit Palmen, Kokosnüssen, Stränden, Fischen und fröhlich lachenden Asiaten – das war es dann aber auch. Tja, da wurde ich in den letzten zwei Monaten eines Besseren belehrt und vor allem wurde so mancher Stereotyp für immer aus meinem Gehirn verbannt. Ich war ein paar Wochen in Thailand und Malaysia, in Singapur habe ich einige Tage verbracht, und auf Bali (Indonesien) bin ich fast einen Monat gewesen. Und keines dieser Länder glich dem anderen. Theoretisch könnte ich nun seitenlang über die Unterschiede schreiben, die mir aufgefallen sind, doch das würde völlig ausufern. Denn die Länder unterscheiden sich wie Tag und Nacht, u.a. was das Essen betrifft, die Religionen, das Aussehen der Menschen, die Sauberkeit, u.v.m. Wer beispielsweise einmal für Singapur die Bezeichnung „die Schweiz Asiens“ gehört hat, kann sich bestimmt auch ohne dagewesen zu sein, vorstellen, dass es dort ganz anders zugeht als im chaotischen Bangkok. Im Nachhinein weiß ich, dass ich mal wieder viel zu viele Schubladen in meinem Kopf hatte, die zwar nun etwas sortierter sind, aber noch weit von strukturierter Ordnung entfernt. Da hilft wohl nur eines: noch einmal nach SOA reisen!

Südostasien

2. Lächeln, lächeln und nochmals lächeln

In Deutschland ist es ja bekanntlich so eine Sache mit dem Lächeln. Treffen wir Fremde auf der Straße, im Bus oder beim Bäcker, so lächeln wir sie selten offensiv an. Denn das könnte ja als verdächtig aufgefasst werden. „Was will diese Person nur von mir?“ fragt man sich beinahe unweigerlich. Während meiner sieben Wochen in Südostasien ist es normal für mich geworden, fast jeden Menschen anzulächeln, der mir entgegenkam. Denn so sind mir auch die meisten Asiaten begegnet: ein freundliches „Hello“, ein breites Lächeln im Gesicht, und das oft einfach so, ohne jeglichen Hintergedanken. Und ja, lächeln hilft, denn ob wir es wollen oder nicht, wir bekommen einfach bessere Laune. Somit werde ich nun auch hier in Deutschland einfach mal weiterlächeln – vielleicht stecke ich ja sogar den einen oder anderen damit an. Sei es nun beim Bäcker, im Bus, oder einfach auf der Straße im Vorbeigehen.

InKL

Streetart Georgetown Malaysia

3. Putzen ist ein Männerjob

Um mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens zu behalten, habe ich eine Putzfrau engagiert, die alle zwei Wochen in meiner Wohnung den Staubwedel schwingt. Diese Putzfrau ist, wie das Wort ja bereits besagt, weiblich. Und das trifft bestimmt auf 80-90 Prozent der Personen zu, die in unseren Breitengraden einen Putzjob ausüben. In Südostasien, vor allem auf Bali und auch in Malaysia, waren dagegen die meisten „Putzfrauen“ männlich. So war ich besonders auf Bali überrascht, als ich herausfand, welche Position diese ganzen hübschen Jungs mit stylischen Frisuren und zahlreichen Tattoos, in meinem Surf-Resort in Canggu bekleideten. Denn direkt am ersten Morgen klopften sie, mit Besen, frischen Handtüchern und Staubsauger bewaffnet, lächelnd an meine Tür, mit der Frage: „Housekeeping, Madam?“. Und auch in meinem Hotel in Seminyak auf Bali waren es ausschließlich junge Männer, die mein Zimmer herrichteten und u.a. meine Kosmetikprodukte liebevoll nach Größe und Nutzen sortierten – die Haarkur neben das Shampoo, das Duschgel zum Körperpeeling, alles ganz so wie es sich gehört. Also Männer, vergesst die althergebrachten Genderklischees, schnappt euch Staubwedel und Lappen und los geht’s. Eure Freundin wird es euch sicher danken.

Strand Malaysia

4. Verheiratet oder nicht? Das ist hier die Frage!

„Bist du verheiratet?“ – würde man mir hier in Deutschland diese Frage in den ersten zwei Minuten des Kennenlernens stellen, so würde ich entweder gar nichts mehr sagen, oder aber in schallendes Gelächter ausbrechen. Schließlich handelt es sich hierbei um eine ziemlich intime Frage. Das dachte ich zumindest bis vor kurzem noch. Dabei sagt man den Asiaten ja nach, dass sie eher indirekt kommunizieren. Dies gilt allerdings so gar nicht, wenn es darum geht, den Beziehungsstatus des Gegenübers zu erfahren. Die erste Frage in einem Gespräch mit einer fremden Person war fast immer die nach meiner Herkunft, häufig gefolgt von der Frage nach meiner Aufenthaltslänge oder meinen Plänen für den Tag. Und direkt danach wurde dann des Öfteren gefragt, ob ich verheiratet bin. Vor meiner Abreise hatte ich in einem Buch gelesen, dass man auf diese Frage niemals mit „nein“ antworten soll. Die meisten Südostasiaten würden dies nicht verstehen und es würde ihr Weltbild durcheinander bringen, so hieß es. Außerdem müsse man sich daraufhin viele Fragen anhören, ganz besonders als Frau über 30. „Also gut…“ dachte ich, als mir der Taxifahrer in Singapur auf dem Weg zum Flughafen die besagte Frage stellte, und antwortete mit einem klaren „yes“. Dass dies keine so gute Idee war, stellte sich schnell heraus, denn nun folgten in den nächsten 15 Minuten zahlreiche Fragen zu meinem potentiellen Ehemann, unserer Ehe, unserem potentiellen Kinderwunsch, und und und. Ich kam ein paar Mal ins Straucheln, schaffte es aber wohl gerade noch, meine Ehegeschichte glaubhaft aufrecht zu erhalten. Wenige Tage später fragte mich dann die Rezeptionistin meines Hotels auf Bali, ob ich einen Ehemann habe. Meine Antwort diesmal lautete schlicht und einfach „not yet“. Ihre Reaktion war zunächst ein Grinsen, gefolgt von einem Nicken und schließlich …Es gab einfach keine weiteren Fragen. Puh, dieses Mal hatte ich die richtige Antwort gewählt. Zukünftig werde ich also einfach bei der Wahrheit bleiben.

Fotocrash Asiaten

5. Hell, heller, am schönsten

Es gibt ja diese Spezies Mensch, die sich in südlichen Gefilden stundenlang in der Sonne aalt, sich dazu noch mit bräunungsfördernden Ölen einschmiert und einen Sonnenbrand gerne in Kauf nimmt, nur um zu Hause die exotische Sonnenbräune vorzeigen zu können. Ein dunkler Teint ist hier das Ziel des Urlaubs, koste es was es wolle. Zu diesen Menschen habe ich noch nie gehört, nicht zuletzt, da ich es einfach gar nicht lange in der Sonne aushalte. Außerdem weiß ich schon seit meiner Jugend, um die Schäden, die zu starker UV-Einfluss mit meiner Haut anrichten kann. Trotzdem habe ich mich klammheimlich immer ein wenig gefreut, wenn meine Haut eine leichte Färbung angenommen hat, die mir diesen unwiderstehlichen Beach-Look verliehen hat. Doch wollen wir nicht ohnehin immer nur das, was nicht so einfach zu haben ist? Denn in Südostasien funktioniert das Ganze umgekehrt. Viele Frauen laufen ausschließlich mit einem schützenden Schirm durch die Gegend. Und dies hat nicht als Ziel, sich gegen Regen zu wappnen, sondern vielmehr ihre Haut bloß nicht dunkler werden zu lassen. Auch verkaufen sämtliche Drogerien, Supermärkte und Apotheken Massen an Kosmetikprodukten mit dem Zusatz „whitening“. Und ich spreche hier nicht nur von Zahnpasta. Nein, es ist geradezu schwer überhaupt irgendeine Creme oder Lotion zu finden, die nicht verspricht, die Haut heller werden zu lassen. Und wie oft wurde ich voller Bewunderung und Neid für meine schöne helle Haut gelobt?! Schönheitsideale sind also sowas von relativ. Somit sollten wir vielleicht einfach mal mit dem zufrieden sein was wir haben?! Denn was in der einen Ecke der Welt als attraktiv gilt, kann woanders als gegenteilig empfunden werden. Wir können es also sowieso niemals jedem Menschen recht machen.

Asiatinnen Mit Schirm

Ich Am Strand

6. Wozu feste Nahrung, wenn es auch flüssig geht

Noch niemals habe ich eine so grandiose, geradezu überwältigende Auswahl an Säften, Shakes, Smoothies, Milchtees und ähnlichem gesehen wie in Südostasien. Ich war im Paradies und am liebsten wollte ich alles probieren. Doch das ist leider so ziemlich unmöglich, denn solche Mengen kann kein Mensch trinken. Jedoch hatten sich bald meine Favorites herauskristallisiert. In Thailand hat es mir ein sehr süßes Kokoswasser mit Stückchen, das es in jedem Supermarkt zu kaufen gibt, besonders angetan. In Malaysia entdeckte ich in einer der zahlreichen Shopping Malls den köstlichsten Mangoshake überhaupt, in Singapur wurde mir plötzlich meine Vorliebe für Bubbletea offenbart und auf Bali gab es fast jeden Tag den Inhalt einer jungen Kokosnuss zu trinken. Um meine Flüssigkeitszufuhr in der schwülen Hitze musste ich mir also keine Sorgen machen. Und satt bin ich auch fast immer geworden, denn eigentlich ist fast jedes dieser süßen Getränke eine halbe Mahlzeit – und dazu noch eine extrem leckere. Somit habe ich mir nach meiner Rückkehr in Deutschland erst einmal diverse Rezeptbücher für Smoothies und Shakes ausgeliehen, so dass ich meine asiatischen Lieblingsgetränke in meinen deutschen Alltag mitnehmen kann.

Reis Gemüse Drink

7. Hitze ist nicht gleich Hitze

Dass es in Südostasien heiß sein würde, das war mir natürlich bereits vor meiner Reise klar. Noch nicht wirklich vorbereitet war ich dagegen auf diese ganz unterschiedlichen Arten von Hitze. Als ich in Bangkok ankam, hatte gerade erst der Februar begonnen und die schwüle Regenzeit Thailands lag noch weit entfernt. Somit war es zwar heiß, doch es fühlte sich eher an, wie ein deutscher Hochsommer mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. „Und das soll diese tropische Hitze sein, von der alle sprechen?“ dachte ich mir. Doch schnell wurde ich eines besseren belehrt, denn bereits in Kuala Lumpur war es so heiß, dass mir beim Gehen der Schweiß über das Gesicht lief – in Ströhmen. Vor allem gegen Mittag zog ich es also vor, mich nicht allzu viel zu bewegen und in klimatisierten Räumlichkeiten zu bleiben. Und ein Gang über einen nächtlichen indischen Markt, auf dem sich eine Garküche an die andere reihte, war der pure Horror. Schließlich zündelten dort Feuer vor sich hin, um die Speisen warmzuhalten. Die Luft fühle sich also nochmal gut zehn Grad heißer an. Und dann kam Bali. Eigentlich konnte man die Temperaturen dort Anfang März mit knapp 30 Grad fast als gemäßigt bezeichnen. Aber mittlerweile weiß man ja, dass die Temperatur auf dem Thermometer ungleich der gefühlten Temperatur ist. Und auf Bali war Regenzeit während ich dort war. Das heißt, es war unglaublich schwül und feucht. Zum Beispiel fuhr ich einmal mit dem Fahrrad zum Strand, welcher lediglich 1,5 Kilometer von unserem Surf-Retreat entfernt lag. Man muss also nicht gerade Triathletin sein, um diese Distanz zu überwinden. Trotzdem kam ich hechelnd wie ein Hund und mit klitschnassen Haaren zurück. Zum Glück lässt sich dieser schweißbedingte Wetlook in einem Surfcamp ja problemlos auf das Meer schieben. Aber auch im schwülen Bali hatte ich bald meinen eigenen Rhythmus gefunden, der mir die Hitze gut erträglich machte. Morgens aktiv, dann Siesta Siesta und nochmal Siesta, abends wieder aktiv und zwischendurch immer wieder vor den Ventilator. Perfekt! Das sollten wir im deutschen Hochsommer auch einführen.

Buntes Strandcafe

Text & Fotos: Katharina Perlbach

Kommentare

  1. Marcel

    Toller Beitrag und genau zum richtigen Zeitpunkt für mich entdeckt. Bin vor kurzem nach Malaysia gereist (generell das erste Mal SOA für mich) und plane an genau jene Orte zu reisen von denen du hier berichtest. Das gibt mir einen perfekten groben Einblick, aber selbst in der kurzen Zeit, die ich hier bin, musste ich schon schmunzeln wie viele deiner Erfahrungen ich bereits teile. Als ich das erste Mal gefragt wurde, ob ich verheiratet sei, habe ich tatsächlich auflachen müssen, weil ich es für eine sehr eigenartige Frage zum Kennenlernen hielt. Mittlerweile weiß ich, dass ich mit meinem Bart bereits viel zu „mature“ bin, um noch nicht verheiratet zu sein. Vorwurfsvoll wirkte es aber niemals, mittlerweile weiß ich, es ist ehrliches Interesse und auch kein Versuch den möglichen Dating-Erfolg abzuschätzen.

    • Katharina

      Danke, schön, dass dir der Artikel gefällt. Und nein, den Dating-Erfolg will in SOA mit der Frage nach dem Beziehungsstatus, wirklich niemand abschätzen. Sie wollen dich einordnen können. Bei mir waren es ja zumeist auch Frauen, die gefragt haben…viel Spaß auf deinen Reisen und dem Sammeln deiner eigenen SOA-Erfahrungen

    • Christine

      Viel, viel, viel Spaß und toll, dass dir der Beitrag gefallen hat und hilft ;)

      • Marcel

        Auf so einen alten Beitrag von euch beiden noch eine Antwort zu erhalten, das nenne ich mal sorgsamen Umgang mit der Community :) Vielen lieben Dank, für den Beitrag als auch den Blog an sich.

        Bestens vorbereitet schlage ich mich jetzt durch meine SOAbenteuer!

        • Katharina

          Tja, so snd wir;-). Viel Spaß, Abwechslung und Abenteuer bei den Trips durch SOA. Ich bin fast ein bisschen neidisch, aber ja in absehbarer Zeit selbst wieder da…hach!

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